Ausschreitung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ausschreitung · Nominativ Plural: Ausschreitungen
Aussprache  [ˈaʊ̯sʃʀaɪ̯tʊŋ]
Worttrennung Aus-schrei-tung
Wortzerlegung ausschreiten-ung
Wortbildung  mit ›Ausschreitung‹ als Letztglied: ↗Fanausschreitung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. gewalttätige Störung der Ordnung
  2. 2. [veraltet] Synonym zu Ausschweifung
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
gewalttätige Störung der Ordnung
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
sich zu Ausschreitungen hinreißen lassen
es kam zu schweren Ausschreitungen
Ausschreitungen zu verhüten suchen
Als Reaktion auf die Ausschreitung in Charlottesville, wo Alt‑Right‑Anhänger gegen die geplante Entfernung der Statue eines Südstaatengenerals aufmarschierten, startete dort ein Bürger eine Petition mit dem Ziel, das Konföderierten‑Denkmal durch eine Statue der aus Portsmouth stammenden Rapperin Missy Elliott zu ersetzen. [Süddeutsche Zeitung, 23.08.2017]ZDL
2.
veraltet
Synonym zu Ausschweifung
Beispiel:
[sie] büßten jede kleine Ausschreitung mit großer Abschwächung und Übelkeit [ G. KellerLiebesbriefe6,376]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiten · abschreiten · ausschreiten · Ausschreitung · einschreiten · fortschreiten · überschreiten
schreiten Vb. ‘feierlich, gemessen einhergehen’, ahd. scrītan ‘gleiten, gehen, vergehen’ (9. Jh.; vgl. giscrītan ‘zusammensinken, verfallen’, 8. Jh.), mhd. schrīten, auch ‘steigen, sich schwingen’, asächs. skrīdan, mnd. schrīden, auch ‘sich vorwärtsentwickeln’, mnl. scrīden, nl. schrijden, afries. scrīda, aengl. scrīþan ‘sich bewegen, kriechen, gleiten’, anord. skrīða ‘gleiten, kriechen, schreiten’, schwed. skrida (germ. *skreiþan). Weiteres ungeklärt. Vielleicht kann als vergleichbar lat. crīsāre (aus *creits- oder *crīts-) ‘beim Beischlaf mit den Schenkeln wackeln’, mir. crith ‘Zittern, Fieber’, bret. skrija ‘vor Furcht zittern’, lit. skriẽsti ‘(im Kreis herum)drehen’, ãpskritas ‘kreis-, kugelrund’, skritulỹs ‘Kreis’ herangezogen werden. Ansetzbar ist danach ie. *(s)kreit-, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (s. ↗schräg). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich ‘bogenförmige Bewegungen machen’, woraus in älterer Sprache ‘vorwärtsgleiten’ (z. B. von Wurm, Schlange, Schiff), dann ‘gleichmäßig, ruhig, gemessen gehen’. abschreiten Vb. ‘eine Strecke entlanggehen, mit Schritten abmessen’ (16. Jh.). ausschreiten Vb. ‘mit großen, weitausholenden Schritten gehen’, zuvor ‘hinausgehen, (vom Weg) abgehen, aus der Bahn gehen, weggehen’ (16. Jh.); Ausschreitung f. ‘das Abgehen vom rechten Wege, Abweichung’ (17. Jh.), ‘großer Schritt’ (18. Jh.), ‘Gewalttätigkeit, Übergriff’ (19. Jh.). einschreiten Vb. ‘gegen Übergriffe, ungesetzliche Handlungen vorgehen’ (18. Jh.). fortschreiten Vb. ‘vorangehen, sich weiterentwickeln’ (um 1600). überschreiten Vb. ‘eine Grenze, einen Punkt hinter sich lassen, darüber hinausgehen’, ahd. ubarscrītan (10. Jh.), mhd. überschrīten, auch ‘übertreten, besteigen, überreden, bewegen zu’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auflehnung · ↗Aufruhr · ↗Aufstand · Aufstand der Massen · Ausschreitung(en) · ↗Erhebung · ↗Krawall · ↗Massenaufstand · Massenproteste · Massenunruhen · Protestaktionen · Proteste · ↗Putsch · ↗Rebellion · ↗Tumult · ↗Unruhe(n) · bürgerkriegsähnliche Zustände
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ausschreitung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausschreitung‹.

Zitationshilfe
„Ausschreitung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausschreitung>, abgerufen am 25.02.2021.

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