Auszehrung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Auszehrung · Nominativ Plural: Auszehrungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAus-zeh-rung
Wortzerlegungauszehren-ung
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet Schwindsucht
siehe auch zehren (Lesart 1)
Beispiele:
die Auszehrung bekommen, haben
an der Auszehrung sterben
Ein tödlicher Schlaganfall war der langsamen Auszehrung zuvorgekommen [Th. MannBuddenbrooks1,417]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zehren · verzehren · Verzehr · Zehrung · Wegzehrung · auszehren · Auszehrung
zehren Vb. ‘von etw. leben, sich von etw. ernähren, die (körperlichen) Kräfte verbrauchen, schwächen’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Verb mhd. zer(e)n ‘für die Ernährung Aufwand treiben, leben, essen, sich nähren von, verbrauchen’, auch ‘zerreißen, vernichten’ (s. das nachfolgend genannte starke Verb), asächs. terian ‘verzehren’, mnd. mnl. tēren ‘(ver)zehren’, nl. teren ‘zehren, sich ernähren’ gehört als jüngere (kausative?) j-Bildung (germ. *tarjan) zu dem in mhd. Zeit untergegangenen starken Verb ahd. zeran ‘streiten’ (8. Jh.), ‘einen Kampf beenden’ (um 1000), mhd. zerzern ‘zerreißen’, aengl. teran, engl. to tear, got. distaíran ‘zerreißen’, gataíran ‘zerreißen, zerstören’ (germ. *teran). Außergerm. sind verwandt aind. (mit Nasalpräsens) dṛṇā́ti ‘birst, macht bersten, sprengt, zerreißt’, griech. dérein (δέρειν) ‘abhäuten, schinden, mißhandeln, prügeln’, kymr. darn ‘Stück, Teil’, lit. dir̃ti ‘(zer)reißen, prügeln, schinden, die Haut abziehen’, aslaw. dьrati ‘schinden, reißen, schlagen’, russ. drat’ (драть) ‘reißen, zerren, laufen, flüchten’. Alle Formen lassen sich auf die Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ zurückführen (s. auch ↗zerren sowie ↗Torf, ↗trennen, ↗Troddel, ↗Trotz, ↗Zorn). Als Ausgangsbedeutung für zehren ist ‘(Fleisch) beim Essen zerreißen’ anzunehmen. verzehren Vb. ‘essen (und trinken), bis nichts mehr übrig ist, aufbrauchen’, reflexiv ‘sich abhärmen’, mhd. verzer(e)n; dazu die Rückbildung Verzehr m. (18. Jh.), vgl. älteres Zehr m. ‘Mahlzeit, Gelage, Essen und Trinken’ (um 1600) und Zehre f. (bis 17. Jh.), mhd. zer(e) f. Zehrung f. ‘was man verzehrt oder zum Unterhalt braucht’, mhd. zerunge; Wegzehrung f. (16. Jh.). auszehren Vb. ‘körperlich sehr schwächen, entkräften’, älter auch ‘verzehren, alles aufessen, aufbrauchen, aufhören zu verzehren’ (15. Jh.); Auszehrung f. ‘krankhafte Abmagerung, Schwindsucht’ (18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Auszehrung  ●  ↗Kachexie  fachspr.
Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwanderung Erschöpfung Hunger Krankenversicherung Länderkompetenz Substanz allmählich bedrohen bedrohlich befallen beschleunigen chronisch drohen entgegenwirken finanziell fortschreiten fortschreitend industriell inhaltlich inner intellektuell jahrelang körperlich künstlerisch leiden personell programmatisch schleichend sterben ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Auszehrung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den vergangenen Jahren jedoch litten diese Institutionen an Auszehrung.
Die Zeit, 30.09.2006, Nr. 40
Von den acht Millionen Iren starben mindestens 500000 an Auszehrung.
o. A.: Der ewige Kampf gegen Hunger. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]
Die roten Flecken auf seinen Wangen deuten wohl auf die Auszehrung.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 19
Wann finden die endlich ein richtiges Mittel gegen Schwindsucht und Auszehrung!
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 150
Es besteht starke Hinfälligkeit, bei längerer Dauer Erscheinungen der Auszehrung.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 359
Zitationshilfe
„Auszehrung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Auszehrung>, abgerufen am 21.06.2019.

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