Autonomie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungAu-to-no-mie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungauto--nomie
Wortbildung mit ›Autonomie‹ als Erstglied: ↗Autonomiebestrebung · ↗Autonomiebewegung · ↗Autonomiegedanke · ↗Autonomierecht
 ·  mit ›Autonomie‹ als Letztglied: ↗Entscheidungsautonomie · ↗Etatautonomie · ↗Handlungsautonomie · ↗Privatautonomie · ↗Schulautonomie · ↗Teilautonomie
eWDG, 1967

Bedeutung

verwaltungsmäßige Selbstständigkeit, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung
Beispiele:
die Autonomie eines Landes fordern, erkämpfen
einer Kolonie den Status der Autonomie verleihen
die staatliche, politische, nationale, kirchliche Autonomie
die kulturelle Autonomie eines Bundeslandes
den Gemeinden volle, weitgehende Autonomie zubilligen
übertragen
Beispiel:
nach dem klassischen Grundsatz der sittlichen Autonomie [leben] [Th. MannLotte7,585]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Autonomie · autonom
Autonomie f. ‘das Recht, die Möglichkeit, (innerhalb eines Staatsverbandes) nach eigenen Gesetzen zu leben, (politische) Selbstverwaltung, Selbständigkeit’, entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) aus gleichbed. griech. autonomía (αὐτονομία); in latinisierter und flektierter Form begegnet Autonomia(m) allerdings schon Ende des 16. Jhs. im Dt. Griech. autonomía ist abgeleitet von griech. autónomos (αὐτόνομος) ‘unabhängig, besonders politisch selbständig’, einem mit griech. autós (αὐτός) ‘selbst, eigen’ (s. ↗auto-) gebildeten Possessivkompositum zu griech. nómos (νόμος) ‘Brauch, Sitte, Ordnung, Gesetz’, also wörtlich ‘eigenes Gesetz habend’. autonom Adj. ‘verwaltungsmäßig selbständig, unabhängig’ wird erst in der Mitte des 19. Jhs. aus dem Griech. entlehnt; älter, aber im wesentlichen auf die 1. Hälfte des 19. Jhs. beschränkt, ist autonomisch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Autonomie · ↗Eigenständigkeit · ↗Mündigkeit · ↗Selbstbestimmung · ↗Selbstständigkeit · ↗Selbständigkeit  ●  ↗Selbstgesetzgebung  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Autonomie · ↗Eigenverantwortlichkeit · ↗Selbstkontrolle · ↗Souveränität · ↗Triebkontrolle  ●  ↗Ich-Stärke  fachspr.
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausweitung Gewährung Hochschule Individuum Kurde Maß Provinz Selbstbestimmung Selbstverwaltung Unabhängigkeit begrenzt erweitert gewähren größtmöglich inner kulturell kurdisch künstlerisch lokal palästinensisch pochen regional reichend relativ substantiell territorial weitgehend weitreichend zugestehen ästhetisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Autonomie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So erhält die Autonomie seit Juni monatlich zehn Millionen Euro.
Die Welt, 14.07.2001
Wenn es ihnen ermöglicht wird, in gleichen Situationen verschieden zu reagieren, haben sie mehr Autonomie.
Der Tagesspiegel, 19.03.1998
Auch das thüringische Mainland, das schon seit längerer Zeit christlich geworden war, besaß noch keine kirchliche Autonomie.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3453
Sein Ziel war die Sicherung der Autonomie des Geistigen mit den Mitteln strenger Wissenschaft.
Klein, J.: Cohen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 21066
Diese amorphe Autonomie verdient freilich diesen Namen nur im bildlichen Sinn.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 432
Zitationshilfe
„Autonomie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Autonomie>, abgerufen am 19.04.2019.

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