Bäcker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bäckers · Nominativ Plural: Bäcker
Aussprache
WorttrennungBä-cker (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Bäcker‹ als Erstglied: ↗Bäckerbeine · ↗Bäckerbrot · ↗Bäckerfachschule · ↗Bäckergeselle · ↗Bäckerhandwerk · ↗Bäckerinnung · ↗Bäckerjunge · ↗Bäckerladen · ↗Bäckerlehrling · ↗Bäckermeister · ↗Bäckermütze · ↗Bäckersfrau · ↗Bäckerzunft
 ·  mit ›Bäcker‹ als Letztglied: ↗Dorfbäcker · ↗Hofbäcker · ↗Landbäcker · ↗Pastetenbäcker · ↗Schiffsbäcker
eWDG, 1967

Bedeutung

Handwerker, der gewerblich Backwaren herstellt
Beispiele:
ein frisches Brot, Brötchen beim Bäcker holen
umgangssprachlich der Bäcker hat heute zu
der Junge will Bäcker werden
die alte Zunft der Bäcker
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

backen · Bäcker · Bäckerei · Gebäck · altbacken · hausbacken · Backfisch · Backstein
backen Vb. ‘durch Hitzeeinwirkung gar werden (lassen)’. Auf einem stark flektierenden Verbum germ. *bak- beruhen ahd. bahhan (9. Jh.), aengl. bacan und mnl. baken. Auf einem ursprünglich wohl schwach flektierenden geminierten Intensivum germ. *bakk- beruhen ahd. backan, asächs. bakkan, mnl. backen. Schon früh sind beide Verben vermischt worden. Ahd. bahhan, backan, mhd. bachen, backen haben starke Flexion, doch stehen vielfach starke und schwache Formen nebeneinander, vgl. nhd. backen, mnd. backen, nl. bakken. Nur schwache Formen zeigen engl. to bake und das abgeleitete ōn-Verb anord. baka ‘backen, braten, Hände und Füße wärmen’. Außergerm. verwandt sind griech. phṓgein (φώγειν) ‘rösten, braten’ und vielleicht russ. (älter) bažát’ (бажать) ‘wünschen, begehren, sich sehnen’, so daß Anschluß an ie. *bhōg- möglich ist, eine Gutturalerweiterung der unter ↗Bad dargestellten Wurzel ie. *bhē-, *bhō-, tiefstufig *bhə- ‘wärmen, rösten’, wozu auch bähen ‘rösten’ (s. ↗Bad). Bäcker m. ‘wer Brot u. dgl. bäckt’, ahd. beckeri (Hs. 12. Jh.), mhd. becker, asächs. bakkeri, mnd. becker, mnl. baker, backer, nl. bakker, aengl. bæcere, engl. baker, anord. bakari. Ehemals ein vornehmlich nordd. md. Wort gegenüber obd., besonders westobd. Pfister (ahd. phistur, 9. Jh., aus lat. pistor) und obd. Beck (ahd. brōtbecko, Hs. 12. Jh.); vgl. W. Braun in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 55 ff. Bäckerei f. ‘Werkstatt des Bäckers’ (15. Jh.). Gebäck n. ‘feines Backwerk’, anfangs ‘das auf einmal Gebackene’ (15. Jh.). altbacken Part.adj. ‘vor einiger Zeit gebacken, nicht mehr frisch’, mhd. altbacken. hausbacken Part.adj. ‘bieder, schwunglos’ (19. Jh.), ‘für den häuslichen Bedarf zu Hause gebacken’ (2. Hälfte 16. Jh.). Backfisch m. ‘junger, noch nicht ausgewachsener, nur zum Backen geeigneter frischer Fisch’ (16. Jh.), übertragen (studentensprachlich) ‘unreifer Student’ (vielleicht angelehnt an Bakkalaureus?) und ‘junges Mädchen in der Pubertät’ (Mitte 16. Jh.). Backstein m. ‘roter gebrannter Ziegelstein’ (17. Jh.), Kennzeichen norddeutscher Architektur, vgl. mnd. backstēn.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschieber Backstube Blumenhändler Blumenladen Brot Brötchen Bäckerin Ecke Elektriker Fleischer Friseur Gastwirt Gemüsehändler Gärtner Klempner Koch Konditor Metzger Optiker Schlachter Schlosser Schmied Schuhmacher Schuster Semmel Tischler Zeitungsladen backen gelernt leck

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bäcker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Moderne Bäcker und Fleischerläden haben daher ihre Ware schon alle hinter Glasscheiben.
Schütte, Carl: Willst du erfahren was sich ziemt? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1934], S. 6712
Und der Lehrer fragte: Möchtest du, statt Maler, nicht lieber Bäcker werden?
Die Zeit, 31.10.2011, Nr. 44
Morgens ab halb acht steht ein mobiler Bäcker praktisch direkt vor dem Haus.
Der Tagesspiegel, 22.10.2004
Bei der Suche nach Überlebensstrategien ist den Bäckern eine gediegene Ausbildung von Nutzen.
Die Welt, 25.03.2003
In einem kleinen Dorf, das er durchwanderte, ließ er sich bei einem Bäcker ein einfaches Frühstück geben.
Dominik, Hans: John Workmann der Zeitungsboy, Biberach an d. Riss: Koehler 1954 [1925], S. 124
Zitationshilfe
„Bäcker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bäcker>, abgerufen am 20.08.2019.

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