Bälde

GrammatikSubstantiv
WorttrennungBäl-de (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

papierdeutsch in Bäldebald, in (relativ) kurzer Zeit
Beispiele:
der Fall soll in Bälde entschieden werden
Und tut es in Bälde [BrechtGedichte81]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bald · Bälde · baldig · alsbald · alsbaldig
bald Adv. ‘nach Ablauf einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne, in nächster Zeit’. Ahd. baldo ‘kühn, unverzagt’ (9. Jh.), mhd. balde ‘kühn, schnell, sogleich’ gehört wie mnd. bōlde, mnl. boude, aengl. bealde ‘kühn, schnell, sogleich’ als Adverb zu einem Adjektiv ahd. asächs. bald, mhd. balt, mnd. bolt, balt, mnl. bout ‘kühn’, aengl. bald, beald, engl. bold ‘kühn, dreist’, anord. ballr ‘kühn’, schwed. (aus dem Mnd.) båld ‘kühn, stolz’, got. *balþs ‘kühn’ (zu erschließen aus got. balþei f. ‘Kühnheit’, balþaba Adv. ‘kühn’), das sich über germ. *balþa- ‘hochfahrend, kühn’ (ursprünglich ‘geschwollen’) zu ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. ↗Ball1) stellen läßt. Im Nhd. ist allein das Adverb noch gebräuchlich und wird im Anschluß an die im Mhd. über ‘mit beherzter Entschlossenheit’ entwickelte Bedeutungsvariante ‘schnell, sogleich’ nur als Zeitbestimmung verwendet. Das untergegangene Adjektiv mit der Bedeutung ‘kühn’ findet sich bis heute als Bestandteil von Eigennamen wie Balduin, Willibald, Leopold und (sinnentleert) in abschätzigen Bezeichnungen wie ↗Raufbold, ↗Witzbold, die solchen Namen nachgebildet sind. Bälde f. nur in der (vor allem obd. und in geschäftsmäßiger Ausdrucksweise) die Bedeutung von bald umschreibenden adverbiellen Fügung in Bälde seit Anfang des 17. Jhs. vorkommend, ist Neubildung nach dem Adverb; ein älteres Substantiv ahd. beldī(n) (8. Jh.), mhd. belde ‘Kühnheit, Dreistigkeit’, zum Adjektiv ahd. bald, mhd. balt (s. oben) gehörend, fehlt wie dieses im Nhd. baldig Adj. ‘kurz bevorstehend, umgehend’, spätmhd. baldec, nur vereinzelt im 16./17., allgemein verbreitet seit dem 18. Jh.; Ableitung vom Adverb mhd. balde, nhd. bald (s. oben). alsbald Adv. ‘sogleich’; mhd. alsō balde, als balde Konj. ‘sobald’ wird im Frühnhd. zusammengerückt (bis ins 17. Jh. aber noch häufig Getrenntschreibung) und seit dem 15. Jh. in den Formen alsbald, -balde, -balden und (im 17./18. Jh. geläufig, im 19. Jh. veraltend) alsobald, -balde, -balden zunehmend als Adverb ‘sogleich’ verwendet. Daneben setzt sich zunächst konjunktionaler Gebrauch der Variante alsbald(e) fort, der von der Mitte des 16. Jhs. an selten wird und im 17. Jh. aufhört. Zum Adverb wird im 17. Jh. das Adjektiv alsbaldig ‘baldig’ gebildet.

Typische Verbindungen zu ›Bälde‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bälde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bälde‹

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Wer jetzt da sei, könne sich in Bälde damit brüsten, ihn vor seinem Hinscheiden noch erlebt zu haben.
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2003
Eine weitere Erhöhung in Bälde würde also gewiß keine gute Aufnahme finden.
Die Zeit, 09.10.1958, Nr. 41
Nun würde der Major tatsächlich in Bälde seine Stelle vertreten.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 3
Auf diesen höchst bedeutsamen Punkt kommen wir in Bälde wieder zurück.
Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 207
In Bälde werden wir aber vereinigt sein in einem gemeinsamen Verband.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4178
Zitationshilfe
„Bälde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/B%C3%A4lde>, abgerufen am 07.04.2020.

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