Bändel, das oder der

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bändels · Nominativ Plural: Bändel
Nebenform Bändel · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bändels · Nominativ Plural: Bändel
Aussprache  [ˈbɛndl̩]
Worttrennung Bän-del
Wortzerlegung Band1-el
Ungültige Schreibung Bendel
Rechtschreibregeln § 13
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

besonders süddeutsch sehr schmales, oft schnurförmiges Band¹ (I 1)
Beispiele:
Es sind kostbare Stiefel, Geburtstagsstiefel, man kann sie am Ende mit einem Bändel festbinden. [Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2016]
Auf Instagram fand sich am Freitagmorgen ein weiteres Indiz, das auf eine Kandidatur des Genfer Staatsrats Pierre Maudet hindeutete. Das Bild zeigte den Bändel des Filmfestivals von Locarno, das Maudet dieser Tage besucht. [Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2017]
In Lindau haben die Dinge ihre Ordnung. Menschen mit orangefarbenem Bändel um den Hals wissen, wo es langgeht. Gelbe Bändel machen Fotos. [Die Zeit, 28.06.2017, Nr. 27]
[General] Petraeus mag in der Uniform überlebensgroß gewirkt haben; aber jenseits der Bändel und Orden hat er doch eine sehr menschliche Story. [Spiegel, 10.11.2012 (online)]
Am Hals einer stummen Grünen entdecke ich eine Holzperlenkette und das Bändel, mit dem sie verknotet ist. [Die Zeit, 12.10.1979, Nr. 42]
salopp am Bändel [haben, halten, hängen, sein] (= unter Kontrolle, abhängig)
Beispiele:
Da aber das Urlaubsgeld noch nicht reichte, erklärte sich der Junker »großzügig« bereit, das restliche Geld vorzuschießen, weil er damit diese Familie immer am Bändel hatte. [Neues Deutschland, 15.10.1955]
Als Angestellter hat man Urlaub, kriegt regelmäßig Gehalt, Urlaubs‑ und Weihnachtsgeld, trotzdem hatte ich immer das Gefühl, ich hänge am Bändel. [Süddeutsche Zeitung, 17.11.2017]
Die Menschheit lief am Bändel einer ebenso logischen wie historischen Gesetzlichkeit, von Hegel »Dialektik« genannt. [Der Spiegel, 01.03.1961, Nr. 10]
Mit Aufmerksamkeiten solcher Art hält Liberace seine Verehrer am Bändel. [Der Spiegel, 13.10.1954, Nr. 42]
Er hat den [Schauspielcharakter] Leonce […] sichtlich am Bendel. [Der Tagesspiegel, 06.05.1998] ungewöhnl. Schreibung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Band3 · Bändel · Bandeisen · Bandmaß · Bandscheibe · Bandwurm · Tonband
Band3 n. (Plur. Bänder) oder (Plur. Bande) bezeichnet etw. zum Binden Dienendes, gewöhnlich einen Gewebestreifen eine ‘Bindung, enge Beziehung’ (vgl. zarte Bande) bzw. in gehobener, dichterischer Sprache ‘Fessel’. Ahd. bant ‘Fessel, Strick’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. bant, asächs. nl. band, afries. anord. schwed. band gehen als neutrale bzw. maskuline Formen (germ. *banda-) auf einen alten ie. o-Stamm zurück, der die Funktion eines Nomen agentis zu dem unter ↗binden (s. d.) behandelten Verb hat (‘etw., das bindet’), vergleichbar verwandtem aind. bandháḥ ‘Band, Fessel’; anders abgeleitet sind got. bandi f., asächs. bendi f., aengl. bend m. f. Bändel m. n. ‘schmales Band, Binde’, ahd. bentil m. (um 1000), mhd. mnd. bendel, Deminutivum zu Band (s. oben). Bandeisen n. ‘dünn gewalztes, bandförmiges Eisen’ (19. Jh.). Bandmaß n. ‘Meßband’ (20. Jh.). Bandscheibe f. Knorpelscheibe zwischen den Wirbelknochen (19. Jh.). Bandwurm m. im Darm schmarotzender langer Plattwurm (18. Jh.). Tonband n. ‘Magnetband für die Aufnahme von Schallwellen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bändchen · ↗Fädchen  ●  Bändel  süddt.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Bändel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/B%C3%A4ndel>, abgerufen am 14.07.2020.

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