Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bänkelsänger, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bänkelsängers · Nominativ Plural: Bänkelsänger
Aussprache 
Worttrennung Bän-kel-sän-ger
Wortbildung  mit ›Bänkelsänger‹ als Erstglied: bänkelsängerisch
eWDG

Bedeutung

historisch umherziehender, auf Jahrmärkten auftretender Sänger, der auf einer Holzbank steht und mit einem Stab auf eine große bemalte Leinwand zeigt, wobei er die primitiv abgebildeten Ereignisse erläutert
bildlich
Beispiel:
und blickte … zu den Bänkelsängern hinab [ Th. MannTod in Venedig9,519]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bänkelsänger m. ‘Moritatensänger’ (18. Jh.), der auf Jahrmärkten u. dgl., erhöht auf seinem Bänklein (s. Bank1) stehend, auf seinen Vortrag illustrierende Bildtafeln wies.

Verwendungsbeispiele für ›Bänkelsänger‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit seiner sonderbar zittrigen Tenorstimme markiert der massige Mann auch seinen eigenen Bänkelsänger. [Die Zeit, 19.12.1997, Nr. 52]
Doch die Bänkelsänger an der Theke warten auf ihren Einsatz. [Die Zeit, 04.03.1974, Nr. 09]
Zur gleichen Zeit werden Bänkelsänger die Gäste im ganzen Haus mit ihren Moritaten unterhalten. [Süddeutsche Zeitung, 12.04.2002]
Diejenigen, die den Film begrüßten, seien die Bänkelsänger des "neuen linken Regimes" und des "linken Patriotismus". [Süddeutsche Zeitung, 23.01.1998]
Sie singen mit bei den traurigen Liedern aus den Küchen der Jahrhundertwende und den grauslichen Texten zu Bildern der Bänkelsänger. [Süddeutsche Zeitung, 02.12.1997]
Zitationshilfe
„Bänkelsänger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/B%C3%A4nkels%C3%A4nger>.

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