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Bär, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bären · Nominativ Plural: Bären
Aussprache
Wortbildung mit ›Bär‹ als Erstglied: ↗Bärchen · ↗Bärenbeißer · ↗Bärendecke · ↗Bärendienst · ↗Bärendreck · ↗Bärenfang · ↗Bärenfell · ↗Bärenführer · ↗Bärengrotte · ↗Bärengruppe · ↗Bärenhatz · ↗Bärenhaut · ↗Bärenhetze · ↗Bärenhäuter · ↗Bärenhöhle · ↗Bärenjagd · ↗Bärenlauch · ↗Bärenmarkt · ↗Bärenmütze · ↗Bärenrobbe · ↗Bärenschinken · ↗Bärentatze · ↗Bärentraube · ↗Bärentreiber · ↗Bärenzucker · ↗Bärenzwinger · ↗Bärin · ↗Bärlauch · ↗bärenhaft · ↗bärig
 ·  mit ›Bär‹ als Letztglied: ↗Ameisenbär · ↗Bambusbär · ↗Blaubär · ↗Braunbär · ↗Brummbär · ↗Eisbär · ↗Grizzlybär · ↗Höhlenbär · ↗Kleinbär · ↗Knuddelbär · ↗Kragenbär · ↗Kuschelbär · ↗Nasenbär · ↗Polarbär · ↗Rammbär · ↗Seebär · ↗Tanzbär · ↗Teddybär · ↗Waschbär · ↗Zottelbär
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
großes, gedrungen gebautes und außerordentlich starkes Raubtier mit zottigem Pelz, kurzen Ohren und Stummelschwanz, das noch in den europäischen Hochgebirgen anzutreffen ist
Beispiele:
nach Bären jagen
einen Bären niederstrecken, fangen, zähmen
den jungen Bären abrichten
der hungrige Bär schlug das Rind
salopp stark, gesund, rau, täppisch, hungrig wie ein Bär
salopp schlafen, brummen wie ein Bär
das Stadtwappen zeigt einen aufgerichteten Bären
bildlich der Kleine, Große Bär (= Sternbild)
Schimpfwort plumper, grober Kerl
Beispiel:
ein grober, ungeleckter Bär
2.
umgangssprachlich jmdm. einen Bären aufbinden (= jmdm. etw. vorschwindeln)
Beispiele:
er band ihm einen (ungeheuren) Bären auf
sie lässt sich [Dativ] immer wieder einen Bären aufbinden
3.
Technik Klotz zum Einrammen von Pfählen, Maschinenhammer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bär1 · bärbeißig · Bär(en)beißer · Bärenhaut · Bärenhäuter · Bären-
Bär1 m. Aus Tabugründen meidet das Germ. ebenso wie das Balt. und Slaw. den ie. Namen für den Bären, wie er in aind. ṛ́kṣaḥ, lat. ursus, griech. árktos (ἄρκτος) vorliegt und als ie. *ṛksos, *ṛktos, eigentlich ‘Zerstörer, Schädling’, anzusetzen ist. Man möchte das gefährliche Tier nicht durch Nennung seines wahren Namens herbeirufen. Die Slawen sprechen von ihm als dem ‘Honigesser’, vgl. aslaw. medvědь, russ. medvéd’ (медведь). Für die Germanen ist er ‘der Braune’, indem sie ihn mit Bildungen zur Wurzel ie. *bher- ‘braun’ bezeichnen, die in ie. Sprachen mehrfach in Benennungen brauner Tiere erscheint (s. ↗braun und ↗Biber). Germ. *beran- ergibt ahd. bero (8. Jh.), mhd. ber, mnd. bāre, bār, bēre, mnl. bere, nl. beer, aengl. bera, engl. bear und wohl auch die Kompositionsform anord. ber- ‘Bären-’ (s. ↗Berserker), während anord. bjǫrn ‘Bär’ germ. *bernu- voraussetzt. Großer Bär, Kleiner Bär für zwei Sternbilder am nördlichen Himmel, zuerst Großbär, Kleinbär (Anfang 17. Jh.), sind Wiedergaben antiker Ausdrücke (s. ↗arktisch). Schon Homer kennt Árktos (Ἄρκτος) f. ‘Bärin’ bzw. ‘Bär’ für das größere der beiden Sternbilder. Die Bezeichnungsweise der Griechen reicht möglicherweise bis in ie. Zeit zurück; vgl. Scherer Gestirnnamen (1953) 131 ff. und 176 ff. bärbeißig Adj. ‘grimmig’, eigentlich ‘der Art eines Bärenbeißers entsprechend, so bissig wie ein Bärenbeißer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zu Bär(en)beißer m. Bezeichnung eines zur Bären- und Büffeljagd verwendeten dickköpfigen, schweren und scharfen Hundes von bösem Aussehen, seit Ende des 17. Jhs. in der Jagdliteratur beschrieben; sachlich und sprachlich vergleicht sich ↗Bullenbeißer (s. d.); zum zweiten Kompositionsglied des Adjektivs s. ↗bissig. Bärenhaut f. ‘Haut, Fell eines Bären’, mhd. bernhūt. Meist in der Wendung auf der Bärenhaut liegen ‘müßig gehen, faulenzen’ (16. Jh.), im Anschluß an Tacitus (Germania), nach dem die Germanen in Friedenszeiten nichts tun. Daran anküpfend Bärenhäuter m. Schimpfwort ‘Nichtstuer, Faulenzer, Taugenichts’ (16. Jh.). Ausgehend von metaphorischem Gebrauch entwickelt das Kompositionsglied Bären- in nominalen Zusammensetzungen die Bedeutungen ‘überaus groß, stark’, vgl. Bärenkraft (16. Jh.), bärenstark (19. Jh.), Bärenhunger (19. Jh.), Bärenkälte (20. Jh.), und ‘besonders robust, widerstandsfähig’, vgl. Bärengesundheit (20. Jh.) sowie Bärennatur (20. Jh.), früher (16. bis 18. Jh.) ‘grimmiges, grausames Wesen’.

Bär2 m. ‘(Zucht)eber’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. bēr, mnl. bere, nl. beer, aengl. bār, engl. boar (westgerm. *baira-). Herkunft unbekannt (nicht verwandt mit ↗Bär). Im Hinblick auf die Funktion als Zuchttier vermutet man eine Verbindung zur Wurzel ie. *bhei- ‘schlagen, stoßen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bär [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Asiatischer Schwarzbär · ↗Kragenbär · Mondbär
  • Eisbär · ↗Polarbär
  • Braunbär · Meister Petz · ↗Petz  ●  Bär  ugs. · Ursus arctos  fachspr.
  • Großer Panda · ↗Pandabär
  • Bärenkatze · Feuerfuchs · Goldhund · Katzenbär · Kleiner Panda · Roter Panda
  • Amerikanischer Schwarzbär · ↗Baribal
  • Grizzly · ↗Grizzlybär  ●  ↗Grislibär  alte Schreibung bis 2017
  • Andenbär · ↗Brillenbär
  • Malaienbär · Sonnenbär
Synonymgruppe
Braunbär · Meister Petz · ↗Petz  ●  Bär  ugs. · Ursus arctos  fachspr.
Oberbegriffe
  • Bär
Unterbegriffe
  • Himalayabär · ↗Isabellbär · Ursus arctos isabellinus

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adler Affe Berlinale Bulle Bär Elch Elefant Fell Filmfestspiel Fuchs Lebenswerk Luchs Löwe Sternbild Tiger Wolf aufbinden ausgestopft braun brummen erlegen erlegt gläsern golden hungrig silbern steppen tanzen tapsig toben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bär‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ja, ja, das war schon eine Welt von dicken Bären.
Süddeutsche Zeitung, 05.09.2002
Wer hat es bloß geschafft, den Deutschen diesen Bären aufzubinden?
Die Welt, 30.04.2004
Gleich daneben hatte sich der Bär sein Lager hergerichtet gehabt.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 128
Am nächsten Morgen beschlossen die Bären, gemeinsam in den Großen Wald zurückzukehren.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1053
Trotzdem wirkt der Bär auf seine Art jetzt sehr fromm.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 19
Zitationshilfe
„Bär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bär>, abgerufen am 16.09.2019.

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