Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bär, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bären · Nominativ Plural: Bären
Aussprache 
eWDG

Bedeutungen

1.
großes, gedrungen gebautes und außerordentlich starkes Raubtier mit zottigem Pelz, kurzen Ohren und Stummelschwanz, das noch in den europäischen Hochgebirgen anzutreffen ist
Beispiele:
nach Bären jagen
einen Bären niederstrecken, fangen, zähmen
den jungen Bären abrichten
der hungrige Bär schlug das Rind
saloppstark, gesund, rau, täppisch, hungrig wie ein Bär
saloppschlafen, brummen wie ein Bär
das Stadtwappen zeigt einen aufgerichteten Bären
bildlich der Kleine, Große Bär (= Sternbild)
Schimpfwort plumper, grober Kerl
Beispiel:
ein grober, ungeleckter Bär
2.
umgangssprachlich jmdm. einen Bären aufbinden (= jmdm. etw. vorschwindeln)
Beispiele:
er band ihm einen (ungeheuren) Bären auf
sie lässt sich [Dativ] immer wieder einen Bären aufbinden
3.
Technik Klotz zum Einrammen von Pfählen, Maschinenhammer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bär1 · bärbeißig · Bär(en)beißer · Bärenhaut · Bärenhäuter · Bären-
Bär1 m. Aus Tabugründen meidet das Germ. ebenso wie das Balt. und Slaw. den ie. Namen für den Bären, wie er in aind. ṛ́kṣaḥ, lat. ursus, griech. árktos (ἄρκτος) vorliegt und als ie. *ṛksos, *ṛktos, eigentlich ‘Zerstörer, Schädling’, anzusetzen ist. Man möchte das gefährliche Tier nicht durch Nennung seines wahren Namens herbeirufen. Die Slawen sprechen von ihm als dem ‘Honigesser’, vgl. aslaw. medvědь, russ. medvéd’ (медведь). Für die Germanen ist er ‘der Braune’, indem sie ihn mit Bildungen zur Wurzel ie. *bher- ‘braun’ bezeichnen, die in ie. Sprachen mehrfach in Benennungen brauner Tiere erscheint (s. braun und Biber). Germ. *beran- ergibt ahd. bero (8. Jh.), mhd. ber, mnd. bāre, bār, bēre, mnl. bere, nl. beer, aengl. bera, engl. bear und wohl auch die Kompositionsform anord. ber- ‘Bären-’ (s. Berserker), während anord. bjǫrn ‘Bär’ germ. *bernu- voraussetzt. Großer Bär, Kleiner Bär für zwei Sternbilder am nördlichen Himmel, zuerst Großbär, Kleinbär (Anfang 17. Jh.), sind Wiedergaben antiker Ausdrücke (s. arktisch). Schon Homer kennt Árktos (Ἄρκτος) f. ‘Bärin’ bzw. ‘Bär’ für das größere der beiden Sternbilder. Die Bezeichnungsweise der Griechen reicht möglicherweise bis in ie. Zeit zurück; vgl. Scherer Gestirnnamen (1953) 131 ff. und 176 ff. bärbeißig Adj. ‘grimmig’, eigentlich ‘der Art eines Bärenbeißers entsprechend, so bissig wie ein Bärenbeißer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zu Bär(en)beißer m. Bezeichnung eines zur Bären- und Büffeljagd verwendeten dickköpfigen, schweren und scharfen Hundes von bösem Aussehen, seit Ende des 17. Jhs. in der Jagdliteratur beschrieben; sachlich und sprachlich vergleicht sich Bullenbeißer (s. d.); zum zweiten Kompositionsglied des Adjektivs s. bissig. Bärenhaut f. ‘Haut, Fell eines Bären’, mhd. bernhūt. Meist in der Wendung auf der Bärenhaut liegen ‘müßig gehen, faulenzen’ (16. Jh.), im Anschluß an Tacitus (Germania), nach dem die Germanen in Friedenszeiten nichts tun. Daran anküpfend Bärenhäuter m. Schimpfwort ‘Nichtstuer, Faulenzer, Taugenichts’ (16. Jh.). Ausgehend von metaphorischem Gebrauch entwickelt das Kompositionsglied Bären- in nominalen Zusammensetzungen die Bedeutungen ‘überaus groß, stark’, vgl. Bärenkraft (16. Jh.), bärenstark (19. Jh.), Bärenhunger (19. Jh.), Bärenkälte (20. Jh.), und ‘besonders robust, widerstandsfähig’, vgl. Bärengesundheit (20. Jh.) sowie Bärennatur (20. Jh.), früher (16. bis 18. Jh.) ‘grimmiges, grausames Wesen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bär [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Braunbär · Meister Petz · Petz  ●  Bär  ugs. · Ursus arctos  fachspr.
Oberbegriffe
  • Bär

Typische Verbindungen zu ›Bär‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bär‹.

Berlinale Fell Filmfestspiel Gewinner Pu Wappentier angeschossen aufbinden ausgestopft bekannte berner braun brummen erlegen erlegt gewinnen gläsern golden große gutmütig hungrig jagen kleiner reißen silbern steppen tanzen tapsig toben

Verwendungsbeispiele für ›Bär‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am nächsten Morgen beschlossen die Bären, gemeinsam in den Großen Wald zurückzukehren. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1053]
Trotzdem wirkt der Bär auf seine Art jetzt sehr fromm. [Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 19]
Gleich daneben hatte sich der Bär sein Lager hergerichtet gehabt. [May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 128]
Ja, ja, das war schon eine Welt von dicken Bären. [Süddeutsche Zeitung, 05.09.2002]
Wer hat es bloß geschafft, den Deutschen diesen Bären aufzubinden? [Die Welt, 30.04.2004]
Zitationshilfe
„Bär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/B%C3%A4r>.

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