Bärenhaut, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungBä-ren-haut (computergeneriert)
WortzerlegungBärHaut
eWDG, 1967

Bedeutung

Synonym zu Bärenfell
bildlich
Beispiel:
auf der (faulen) Bärenhaut liegen (= faulenzen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bär1 · bärbeißig · Bär(en)beißer · Bärenhaut · Bärenhäuter · Bären-
Bär1 m. Aus Tabugründen meidet das Germ. ebenso wie das Balt. und Slaw. den ie. Namen für den Bären, wie er in aind. ṛ́kṣaḥ, lat. ursus, griech. árktos (ἄρκτος) vorliegt und als ie. *ṛksos, *ṛktos, eigentlich ‘Zerstörer, Schädling’, anzusetzen ist. Man möchte das gefährliche Tier nicht durch Nennung seines wahren Namens herbeirufen. Die Slawen sprechen von ihm als dem ‘Honigesser’, vgl. aslaw. medvědь, russ. medvéd’ (медведь). Für die Germanen ist er ‘der Braune’, indem sie ihn mit Bildungen zur Wurzel ie. *bher- ‘braun’ bezeichnen, die in ie. Sprachen mehrfach in Benennungen brauner Tiere erscheint (s. ↗braun und ↗Biber). Germ. *beran- ergibt ahd. bero (8. Jh.), mhd. ber, mnd. bāre, bār, bēre, mnl. bere, nl. beer, aengl. bera, engl. bear und wohl auch die Kompositionsform anord. ber- ‘Bären-’ (s. ↗Berserker), während anord. bjǫrn ‘Bär’ germ. *bernu- voraussetzt. Großer Bär, Kleiner Bär für zwei Sternbilder am nördlichen Himmel, zuerst Großbär, Kleinbär (Anfang 17. Jh.), sind Wiedergaben antiker Ausdrücke (s. ↗arktisch). Schon Homer kennt Árktos (Ἄρκτος) f. ‘Bärin’ bzw. ‘Bär’ für das größere der beiden Sternbilder. Die Bezeichnungsweise der Griechen reicht möglicherweise bis in ie. Zeit zurück; vgl. Scherer Gestirnnamen (1953) 131 ff. und 176 ff. bärbeißig Adj. ‘grimmig’, eigentlich ‘der Art eines Bärenbeißers entsprechend, so bissig wie ein Bärenbeißer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zu Bär(en)beißer m. Bezeichnung eines zur Bären- und Büffeljagd verwendeten dickköpfigen, schweren und scharfen Hundes von bösem Aussehen, seit Ende des 17. Jhs. in der Jagdliteratur beschrieben; sachlich und sprachlich vergleicht sich ↗Bullenbeißer (s. d.); zum zweiten Kompositionsglied des Adjektivs s. ↗bissig. Bärenhaut f. ‘Haut, Fell eines Bären’, mhd. bernhūt. Meist in der Wendung auf der Bärenhaut liegen ‘müßig gehen, faulenzen’ (16. Jh.), im Anschluß an Tacitus (Germania), nach dem die Germanen in Friedenszeiten nichts tun. Daran anküpfend Bärenhäuter m. Schimpfwort ‘Nichtstuer, Faulenzer, Taugenichts’ (16. Jh.). Ausgehend von metaphorischem Gebrauch entwickelt das Kompositionsglied Bären- in nominalen Zusammensetzungen die Bedeutungen ‘überaus groß, stark’, vgl. Bärenkraft (16. Jh.), bärenstark (19. Jh.), Bärenhunger (19. Jh.), Bärenkälte (20. Jh.), und ‘besonders robust, widerstandsfähig’, vgl. Bärengesundheit (20. Jh.) sowie Bärennatur (20. Jh.), früher (16. bis 18. Jh.) ‘grimmiges, grausames Wesen’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

faul

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bärenhaut‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was es sich in seiner langen Geschichte einverleibt hat, geht sozusagen auf keine Bärenhaut.
Die Welt, 04.06.2005
Abends schlüpfe ich aus der Bärenhaut und bin wieder ich.
Die Zeit, 19.05.2008, Nr. 20
Das Abziehen der Bärenhaut besorgten dann wieder die Begleiter des Unternehmens.
Die Zeit, 15.02.1965, Nr. 07
Im Gegensatz zu ihren asiatischen Vettern liegen sie beim Sex nicht auf der faulen Bärenhaut, sondern tun etwas gegen das Aussterben.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.1995
Circusromantik hat da keinen Platz, er kann nicht auf der Bärenhaut liegen, Urlaub kennt er nicht.
Süddeutsche Zeitung, 07.04.1994
Zitationshilfe
„Bärenhaut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bärenhaut>, abgerufen am 20.01.2019.

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