Bäuerchen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bäuerchens · Nominativ Plural: Bäuerchen
Aussprache  [ˈbɔɪ̯ɐçən]
Worttrennung Bäu-er-chen
eWDG und ZDL

Bedeutung

meist scherzhaft Vorgang des Aufstoßens (4) sowie das dabei entstehende GeräuschZDL
Beispiele:
Eltern zu sein, bedeutet mehr als Füttern, Bäuerchen herbeiführen und Windeln wechseln. [Der Spiegel, 26.08.2016 (online)]
Das Baby liebt man. Wenn es in den Gang kotzt, nennen viele das beschönigend Bäuerchen. [jetzt-Magazin (SZ), 25.12.2018]
Gut, dass die meisten Promikinder noch nicht merken, dass sie vom ersten Bäuerchen an beobachtet werden. [Bild am Sonntag, 19.08.2018]
Das Ende der [Fastnachts-]Veranstaltung des [Vereins zur Förderung des Ansehens der Blut- und Leberwürste] wird mit einigen Bäuerchen und dem Absingen der Blut‑ und Leberwursthymne eingeläutet. [Süddeutsche Zeitung, 27.02.2017]
Kindersprache WDG
Phrasem:
ein Bäuerchen machen (= aufstoßen)
Beispiele:
ehe das Baby hingelegt wird, muss es erst ein Bäuerchen machen
Nach und nach erlernte S[…] eine Spezialsprache, die Ructussprache. Sie beruht darauf, dass er Luft aus dem Bauch aufstößt, wie bei einem Rülpser, und diese Luft im Mund zu Lauten formt. Wochenlang musste er dafür in einer Rehaklinik mit Mineralwasser üben, kontrollierte Bäuerchen zu machen, berichtet er. [Die Welt, 17.07.2018]ZDL
bildlich Vor rund 1,5 Millionen Jahren grollte die griechische Erde und machte einige kolossale Bäuerchen. [Welt am Sonntag, 29.04.2018]ZDL
Paul öffnete, winkte lässig, trat zurück, und plötzlich, alle rissen Mund, Nase und Augen auf, erschien ein großer dunkelgrüner Drachenkopf, qualmte ein wenig und machte ein lautes langes Bäuerchen. [Berliner Zeitung, 27.09.2003]ZDL

letzte Änderung:

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Zitationshilfe
„Bäuerchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/B%C3%A4uerchen#1>, abgerufen am 17.09.2021.

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Bäuerchen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bäuerchens · Nominativ Plural: Bäuerchen
Aussprache  [ˈbɔɪ̯ɐçən]
Worttrennung Bäu-er-chen
Wortzerlegung  Bauer1 -chen
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

veraltend, salopp, spöttisch
entsprechend der Bedeutung von Bauer¹
Beispiele:
Da übernachtet André mit Louise in einer Berghütte und André erhofft sich vom Wirt einen Ratschlag für den weiteren Weg, denn »auf die Leute in den Bergen, sei es ein altes Bäuerchen, ein junger Wirt, der Fahrer eines Postautos oder sonst jemand, war Verlass; die kannten sich aus«. [Süddeutsche Zeitung, 25.10.2013]
vergleichend Der Bauer ist weg, das Bäuerchen ist noch da: Hubertus Heil, 35, stammt wie Schröder aus Niedersachsen und beackert als Generalsekretär fleißig die SPD. [Die Welt, 25.06.2008]
Auf der abendlichen Rückfahrt sind Bäuerchen zu beobachten, die Egge von Hand über die Scholle zerrend oder hinter einem alten Gaul den Pflug in das Erdreich pressend. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.1994]
Nirgends in Europa gibt es heute noch so viele Buchenhecken wie in Konzen. Und detailfreudige Wissenschaftler haben jetzt mit Computersimulationen errechnet, daß zur Optimierung des Schutzeffektes die Hecken genau halb so hoch sein müssen wie der Abstand zum Haus. Verblüffende Feststellung: Genauso haben die vorgeblich so dummen Eifeler Bäuerchen seit jeher ihre Hecken gesetzt, ohne Computer‑ und Modellrechnungen. [die tageszeitung, 22.09.1990]
Wie ein Landarbeiter, ein Bäuerchen irgendwo zwischen Oppeln und Reval sah Krappo aus. [Berliner Zeitung, 25.01.1970]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Bäuerchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/B%C3%A4uerchen#2>, abgerufen am 17.09.2021.

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