Bösewicht, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBö-se-wicht
WortzerlegungböseWicht
Wortbildung mit ›Bösewicht‹ als Erstglied: ↗Bösewichtin  ·  mit ›Bösewicht‹ als Letztglied: ↗Erzbösewicht
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
veraltend böser Mensch, Verbrecher
Beispiel:
Und es gestehn die Bösewichter, / Getroffen von der Rache Strahl [SchillerKraniche]
2.
scherzhaft zu einem Jungen   Schelm, Schlingel
Beispiel:
so ein Bösewicht!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wicht · Wichtelmann · Wichtelmännchen · Bösewicht
Wicht m. ‘kleines Wesen, Kobold, charakterloser Mensch’, gemeingerm., unterschiedlichen Flexionsklassen angehörendes Substantiv, ahd. wiht m. n. ‘(Lebe)wesen, Ding, Dämon’ (9. Jh.), mhd. wiht m. n. ‘lebendes Wesen, Geschöpf’ (von Menschen, Tieren, Kobolden, Zwergen), asächs. wiht m. ‘Ding, Dämon, Wesen, Sache’, mnd. wicht, wucht n. ‘Sache, Ding’, mnl. wicht, wecht n., nl. wicht ‘Wesen, Kind’, aengl. wiht f. n., engl. (älter) wight ‘Wicht, Wesen’, anord. vættr, vēttr f. ‘Wesen, Wicht, Geist, Ding, Sache’, schwed. vätte ‘Erdgeist, Wichtel-, Heinzelmann’, got. waíhts f. ‘Ding, Sache’ (germ. *wihta- m. n. oder *wihti- f.). Herkunft nicht geklärt. Nimmt man (wie Vasmer 1, 196) Verwandtschaft an mit aslaw. veštь, russ. vešč’ (вещь) ‘Ding, Sache’ (aus urslaw. *vektь), kann ie. *u̯ekti- ‘Sache, Ding’ angesetzt werden. Weitere Anknüpfung an die Wurzel ie. *u̯eku̯- ‘sprechen’ (s. ↗erwähnen) ist unsicher. In den germ. Sprachen geht das Substantiv im Sinne von ‘Ding, Sache, etwas’ eine feste Verbindung mit der Negationspartikel ein (s. ↗nicht, ↗nichts). Wichtelmann m. Wichtelmännchen n. ‘Zwerg, Kobold’ (19. Jh.), zuvor vereinzelt wichtelmendle (16. Jh.), zum Deminutivum Wichtel n., auch m., mhd. wihtel(īn). Bösewicht m. ‘böser, heimtückischer Kerl’, ahd. bōsiwiht (um 1000), mhd. bœsewiht ‘verachteter und verächtlicher Mensch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bösewicht · ↗Frevler · ↗Gauner · ↗Halunke · ↗Lump · ↗Missetäter · ↗Schlitzohr · ↗Schuft · ↗Schurke · ↗Spitzbube · ↗Strolch · ↗Tunichtgut · ↗Unhold · ↗Übelmann · ↗Übeltäter · übles Subjekt  ●  ↗Fötzel  schweiz. · ↗Haderlump  österr., bair. · (eine) miese Type  ugs. · ↗Canaille  derb, franz. · ↗Kanaille  derb · ↗Schubiack  ugs. · fieser Finger  ugs., abwertend, veraltet · krummer Hund  ugs., fig. · linke Bazille  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bond-Film Bösewicht Dummkopf Gute Gutmensch Held James-Bond-Film Karikatur Lichtgestalt Monster Part Rolle Schurke Typus Verführer abstempeln alleinig ausgemacht bezaubernd dämonisch entlarven fies finster herhalten intrigant jagen mimen notorisch stilisieren vermeintlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bösewicht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das gilt für den Bösewicht Franz ebenso wie für Karl.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 100
Das gibt ihm die Kraft, den Bösewicht zu Fall zu bringen.
Die Welt, 29.11.2003
Vielleicht kommt dem Bösewicht zugute, dass er sich am Abend mit Merk versöhnt hat.
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2002
Rudi sei, darin waren sich alle einig, der große Bösewicht.
o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 365
Er spielte gleichsam ein doppeltes Spiel, er spielte einen heuchelnden Bösewicht.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 966
Zitationshilfe
„Bösewicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bösewicht>, abgerufen am 19.02.2019.

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