Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bügel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bügels · Nominativ Plural: Bügel
Aussprache 
Worttrennung Bü-gel
Wortbildung  mit ›Bügel‹ als Erstglied: Bügelkopfhörer · Bügelsäge · Bügeltasche · bügellos
 ·  mit ›Bügel‹ als Letztglied: Abzugsbügel · Brillenbügel · Doppelbügel · Drahtbügel · Holzbügel · Kleiderbügel · Reisebügel · Schleppbügel · Sportbügel · Steigbügel · Sturzbügel · Sägebügel · Tragbügel · Weckglasbügel · Überrollbügel
eWDG

Bedeutung

bogenförmiges Metallteil oder Holzteil mit vielfacher Verwendungsmöglichkeit
a)
gebogene Holzleiste mit nach oben greifendem Haken, die zum Aufhängen von Kleidungsstücken dient, Kleiderbügel
Beispiel:
die Hose, das Kleid, den Mantel auf den Bügel hängen
b)
Fußstütze des Reiters, Steigbügel
Beispiele:
in den Bügel steigen
jmdm. den Bügel halten, in den Bügel helfen
den Fuß in den Bügel stecken und sich in den Sattel schwingen
in den Bügeln aufstehen, sich erheben
Er stellte sich in die Bügel und sah über das Bruch [ Löns8,232]
c)
Haltevorrichtung der Brille, die über die Ohren gelegt wird
Beispiele:
der eine Bügel meiner Brille ist abgebrochen
Herr Fehsenfeld legte die Bügel der Brille über seine Ohren und sah zum Fenster hinaus [ Hausm.Abschied86]
d)
Schutzvorrichtung am Abzug von Handwaffen
Beispiel:
er fingert am Bügel und Magazin [des Revolvers] [ F. WolfGrenze5,167]
e)
gebogene Metalleinfassung des Verschlusses einer Handtasche
Beispiele:
eine Handtasche mit einem goldenen Bügel
sie drückte den Bügel [der Tasche] ins Schloß [ FontaneI 2,108]
f)
gebogenes Teil der Säge, an dessen offener Seite das Sägeblatt eingespannt ist
Beispiel:
die Säge hat einen hölzernen, metallenen Bügel
g)
Stromabnehmer bei der Straßenbahn
Beispiel:
der Bügel hat keinen Kontakt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bügel · Bügeleisen · bügeln · bügelfrei · Steigbügel
Bügel m. ‘gebogener Griff, gebogenes Holz zum Aufhängen von Kleidern’, spätmhd. bügele f. ‘Steigbügel’, mnd. bȫgel, mnl. bōghel ‘Ring, Bügel’, nl. beugel stehen im Ablautverhältnis zu den unter biegen (s. d.) angeführten Verben, bezeichnen also eigentlich etw. Gebogenes. Seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. ist das Mask. Bügel bezeugt. Bügeleisen n. ‘Eisen zum Glätten der Wäsche’ (nach dem gebogenen Griff benannt?, oder weil ursprünglich ein gebogenes Eisen zum Kräuseln?) und bügeln Vb. (17. Jh.), nordd. md. dafür auch Plätteisen, Plätte und plätten (s. d.). bügelfrei Adj. ‘ohne Bügeln glatt, knitterfrei’ (2. Hälfte 20. Jh.). Steigbügel m. ‘Fußstütze für den Reiter’, seit dem 17. Jh. für älteres Stegreif (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bügel · Kleiderbügel · Spannbügel
Eisenbahn
Synonymgruppe
Stromabnehmer  ●  Bügel  ugs. · Pantograf  fachspr. · Pantograph  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Bügel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bügel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bügel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am besten lassen Sie den Bügel zur Extension während der Operation noch liegen. [Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 37]
Eines abends wurde der gesamte Laden ausgeraubt, nicht einmal die Bügel blieben übrig. [Die Zeit, 30.12.1966, Nr. 53]
Die beste Zeit zum Bügeln ist sechs Uhr in der Früh. [Süddeutsche Zeitung, 06.05.2002]
Und der befindet sich bekanntermaßen auf dem Rücken des Bügels. [Süddeutsche Zeitung, 03.03.2001]
Oben angekommen, ist es mühevoll, sich vom Bügel des Lifts zu lösen, man ist steifgefroren. [Süddeutsche Zeitung, 25.01.1994]
Zitationshilfe
„Bügel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCgel>.

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