Bürde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bürde · Nominativ Plural: Bürden
Aussprache
WorttrennungBür-de
Wortbildung mit ›Bürde‹ als Letztglied: ↗Amtsbürde · ↗Lebensbürde
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
gehoben Traglast
Beispiele:
eine leichte, schwere, harte Bürde
das überreife Korn knickte fast unter der Bürde der Ähren
eine Bürde tragen, ablegen, abstellen, abwerfen
er atmet schwer unter seiner Bürde
die Bürde drückt ihn beinahe zu Boden
er entledigte sich seiner Bürde
übertragen seelische Last
Beispiele:
eine schwere, beschwerliche, drückende, lästige Bürde
die Bürde (= Mühsal) des Lebens, Alters, der Jahre
die Bürden (= Beschwernisse) des Amtes, der Stellung
eine Bürde tragen
jmdm. eine Bürde aufladen, auferlegen, abnehmen
etw. als Bürde empfinden
daß es ... nicht gerecht ist, die ganze Bürde auf die Mehrheit abzuwälzen [BrechtCommune6]
2.
veraltet Leibesfrucht
Beispiele:
sie trug eine teure Bürde unter ihrem Herzen
Und segnet die Natur euch euern Leib: / Bricht erst die Bürde nach neun Monden los [BrentanoGründung PragsIII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bürde · bürden · aufbürden
Bürde f. ‘Last’, ahd. burdī (9. Jh.), mhd. bürde, mnd. bȫrde, got. baúrþei gehören zur Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. auch ↗Bahre, ↗gebären) und zur germ. Deklinationsklasse auf -īn- (germ. *burþīn-). Es handelt sich um Ableitungen von einem bereits ein Dentalsuffix aufweisenden Nomen, entweder einem nur außerhalb des Germ. erhaltenen to-Partizip, vgl. aind. bhṛtá- ‘getragen’, oder einer Abstraktbildung auf -ti- bzw. -ti̯ō, wie sie in anord. byrðr ‘Bürde, Last’ und mit abweichender Bedeutung in den unter ↗Geburt (s. d.) behandelten präfigierten Bildungen vorliegt. Daneben stehen Ableitungen mit anderen Nasalsuffixen wie ahd. burdin (8. Jh.), mhd. bürden, mnd. bȫrden, aengl. byrþen, engl. burden, asächs. burðinnia ‘Bündel, Büschel’. bürden Vb. ‘beladen, belasten’, ahd. burdinōn (giburdinot ‘bebürdet, schwanger’, 9. Jh.), mhd. bürdenen ‘belasten’. Heute vornehmlich aufbürden Vb. ‘jmdm. eine Last auflegen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Belastung · Bürde · ↗Last
Assoziationen
  • (mit etwas/jemandem) Ärger haben  ●  (etwas/jemanden) am Hals haben  ugs.
Synonymgruppe
Bürde · ↗Crux · ↗Fron · ↗Joch · ↗Knechtschaft · ↗Kreuz · ↗Krux · ↗Last · ↗Plage  ●  ↗Mühlstein (an jemandes Hals)  fig.
Synonymgruppe
Beschwerlichkeit · Bürde · ↗Erschwernis · ↗Hemmnis · ↗Komplikation · ↗Schwierigkeit · ↗Verwicklung · ↗Widrigkeit · drückende Last

Typische Verbindungen
computergeneriert

Favorit Regieren Regierungsverantwortung Wettrüsten Würde abschütteln abstreifen abwerfen abwälzen auferlegen auferlegt aufhalsen aufladen auflasten befreien drückend entledigen erdrückend finanziell herumschleppen herumtragen lasten lästig schultern schwer unerträglich untragbar unzumutbar ziemlich ächzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bürde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sind die Erwartungen, die nach dem Tod Ihrer Mutter an Sie gestellt wurden, eine Bürde?
Die Welt, 16.09.2005
Die Musik hat also die ganze Bürde der Überzeugungskraft zu tragen.
Der Tagesspiegel, 20.06.1999
Unbedenklich gestattete ihr ihr sicherer Geschmack diese Bürde an ihren schlanken Fingern.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Langsam schwebte die duftende Bürde in die Höhe, in der stillen lauen Nacht.
Altenberg, Peter: Was der Tag mir zuträgt. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1901], S. 1038
Schwer wie die Bürde ihres Leibes schleppte sie ihr Leben hin.
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 38
Zitationshilfe
„Bürde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bürde>, abgerufen am 24.07.2019.

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