Bütte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bütte · Nominativ Plural: Bütten
WorttrennungBüt-te
Wortbildung mit ›Bütte‹ als Erstglied: ↗Büttenpapier · ↗Büttenrede · ↗Büttenredner
 ·  mit ›Bütte‹ als Letztglied: ↗Mostbütte · ↗Tragbütte · ↗Wasserbütte
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
(hölzernes) Gefäß
a)
landschaftlich das unten eng und oben weit ist
Beispiele:
eine Bütte mit Wasser, Milch
eine Bütte am Brunnen füllen, auf dem Rücken tragen
Trauben in Bütten keltern
b)
fachsprachlich bei der Papierherstellung gebrauchtes breites Gefäß für die Papiermasse
Beispiel:
mit der Schöpfform in die Bütte hineinlangen
2.
landschaftlich fassartiges Podium für Karnevalsreden
Beispiel:
die Bütte besteigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bütte · Bütten(papier) · Büttenredner · Büttner
Bütte f. ‘hölzernes Gefäß, Wanne, Kübel’, ahd. butin, butin(n)a ‘Bottich, Faß’ (9. Jh.), mhd. büt(t)e, büten, asächs. budin, mnd. büdde, büdden(e), bȫde, aengl. byden gehen auf vlat. *budina zurück, Nebenform von mlat. butina ‘Bottich’, ein Wort, das in den rheinisch-römischen Weinbaugebieten von den Germanen übernommen und bis nach Süddeutschland und England getragen wird; vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 87 und 2 (1968) 133 ff. Mlat. butina wird mit griech. bytínē (βυτίνη) ‘Flasche, Hohlmaß’, pȳtī́nē (πυτίνη) ‘umflochtene Weinflasche’ in Verbindung gebracht. Offen bleibt die Frage nach dem Zusammenhang dieser griech. und lat. Formen mit den unter ↗Buddel (s. d.) genannten. Bütten(papier) n. ‘handgeschöpftes Papier mit gefranstem Rand’ (Mitte 19. Jh.), ursprünglich nach dem Gefäß benannt, das den Papierbrei enthielt. Büttenredner m. ‘wer eine Rede (zum Karneval) in der Bütt(e) vorträgt’ (20. Jh.). Büttner m. ‘Böttcher’, mhd. bütenære (s. ↗Böttcher).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bütte · ↗Hotte · ↗Kiepe (Weinlese)  ●  ↗Butte  regional
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schau präsentiert mehr als 80 auf Bütten gedruckte Werke.
Die Welt, 12.04.1999
Al wollte den Regisseur nicht eher gehen lassen, bis er versprochen hatte, von Butte zu berichten.
Süddeutsche Zeitung, 28.04.1994
Mir bedeutet die Badewanne mehr als nur Bütte der Reinigung zu sein.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 297
Er ist 75, lebt seit 50 Jahren in Butte und hat 40 Jahre Lastwagen lang gefahren.
Der Tagesspiegel, 14.08.2000
Den ersten Druck, Goethes »Römische Elegien«, druckte Poeschel selbst auf der Handpresse auf handgeschöpftem Bütten von Zanders.
o. A.: Lexikon der Kunst - J. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 14995
Zitationshilfe
„Bütte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bütte>, abgerufen am 23.10.2019.

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