Backfisch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Backfisch(e)s · Nominativ Plural: Backfische
Aussprache
WorttrennungBack-fisch
Wortzerlegungbacken1Fisch
Wortbildung mit ›Backfisch‹ als Erstglied: ↗Backfischalter · ↗Backfischjahre · ↗Backfischroman · ↗Backfischschwärmerei · ↗Backfischzeit · ↗backfischhaft
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
Kochkunst Fischgericht aus einem Stück Fischfilet, das mit Teig oder einer Panade umhüllt in Öl oder Fett frittiert, in der Pfanne gebraten oder im Ofen gebacken wird   Für Backfisch wurden früher vorzugsweise junge Fische verwendet.
Beispiele:
Im Hotel gibt es jeden Abend Backfisch, der schmeckt, wie es an der Ostsee nun mal schmeckt. [Die Zeit, 01.01.2018, Nr. 01]
Damals wurden Fish and Chips […] in Zeitungspapier eingewickelt. Das hatte den Vorteil, dass das Papier das überschüssige Öl aufsaugen konnte. Das viele Fett ist es, was manche vor einer Portion knusprigen Backfischs zurückschrecken lässt. [Spiegel, 03.02.2015 (online)]
Vor allem die Briten lieben die Kombination aus Backfisch und Fritten, die jetzt ihren 150. Geburtstag feiert. [Die Zeit, 11.03.2010, Nr. 11]
Unter »Backfisch« verstehen viele das, was der Backfisch auch schon immer war: ein panierter Fisch, der in der Pfanne gebraten (gebacken) wird. [Krämer, Walter u. Sauer, Wolfgang: Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 12]
2.
veraltet junges Mädchen im Alter von dreizehn bis siebzehn Jahren
Beispiele:
Heute […] hat [die junge Frau] […] die Pubertät hinter sich – und drei CDs auf dem Markt. […] Da tritt uns kein verträumter Backfisch mehr entgegen, sondern eine resolute, jung erwachsene Frau. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Noch 1976, Jahre nach Ausbruch der Krankheit, lehnt sie in ihrem Rollstuhl wie ein Backfisch, den nichts so sehr geniert wie die Länge seiner Gliedmaßen. [Die Zeit, 18.11.1999, Nr. 47]
Auf Backfisch machen: sich jugendlicher kleiden, als es den eigenen vorgerückten Jahren entspricht. [Röhrich, Lutz: Backfisch. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 472]
Sie war noch auf, als ich hier ankam, und ausgelassen lustig konnte sie sein, so dalberig, recht wie ein Backfisch. [Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 62]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein kichernder, verliebter, schüchterner Backfisch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

backen · Bäcker · Bäckerei · Gebäck · altbacken · hausbacken · Backfisch · Backstein
backen Vb. ‘durch Hitzeeinwirkung gar werden (lassen)’. Auf einem stark flektierenden Verbum germ. *bak- beruhen ahd. bahhan (9. Jh.), aengl. bacan und mnl. baken. Auf einem ursprünglich wohl schwach flektierenden geminierten Intensivum germ. *bakk- beruhen ahd. backan, asächs. bakkan, mnl. backen. Schon früh sind beide Verben vermischt worden. Ahd. bahhan, backan, mhd. bachen, backen haben starke Flexion, doch stehen vielfach starke und schwache Formen nebeneinander, vgl. nhd. backen, mnd. backen, nl. bakken. Nur schwache Formen zeigen engl. to bake und das abgeleitete ōn-Verb anord. baka ‘backen, braten, Hände und Füße wärmen’. Außergerm. verwandt sind griech. phṓgein (φώγειν) ‘rösten, braten’ und vielleicht russ. (älter) bažát’ (бажать) ‘wünschen, begehren, sich sehnen’, so daß Anschluß an ie. *bhōg- möglich ist, eine Gutturalerweiterung der unter ↗Bad dargestellten Wurzel ie. *bhē-, *bhō-, tiefstufig *bhə- ‘wärmen, rösten’, wozu auch bähen ‘rösten’ (s. ↗Bad). Bäcker m. ‘wer Brot u. dgl. bäckt’, ahd. beckeri (Hs. 12. Jh.), mhd. becker, asächs. bakkeri, mnd. becker, mnl. baker, backer, nl. bakker, aengl. bæcere, engl. baker, anord. bakari. Ehemals ein vornehmlich nordd. md. Wort gegenüber obd., besonders westobd. Pfister (ahd. phistur, 9. Jh., aus lat. pistor) und obd. Beck (ahd. brōtbecko, Hs. 12. Jh.); vgl. W. Braun in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 55 ff. Bäckerei f. ‘Werkstatt des Bäckers’ (15. Jh.). Gebäck n. ‘feines Backwerk’, anfangs ‘das auf einmal Gebackene’ (15. Jh.). altbacken Part.adj. ‘vor einiger Zeit gebacken, nicht mehr frisch’, mhd. altbacken. hausbacken Part.adj. ‘bieder, schwunglos’ (19. Jh.), ‘für den häuslichen Bedarf zu Hause gebacken’ (2. Hälfte 16. Jh.). Backfisch m. ‘junger, noch nicht ausgewachsener, nur zum Backen geeigneter frischer Fisch’ (16. Jh.), übertragen (studentensprachlich) ‘unreifer Student’ (vielleicht angelehnt an Bakkalaureus?) und ‘junges Mädchen in der Pubertät’ (Mitte 16. Jh.). Backstein m. ‘roter gebrannter Ziegelstein’ (17. Jh.), Kennzeichen norddeutscher Architektur, vgl. mnd. backstēn.

Thesaurus

Synonymgruppe
Teen · ↗Teenager (weibl.) · ↗Teenie  ●  Backfisch  veraltet · ↗Jugendliche  Hauptform, weibl. · junges Ding  weibl. · ↗Kid  ugs., engl.
Oberbegriffe
  • Alterklassenbezeichnung · Angehörige(r) einer Alterskategorie · Mitglied einer Kohorte
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Backfisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dame Teenager kichernd schüchtern verlieben verliebt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Backfisch‹.

Zitationshilfe
„Backfisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Backfisch>, abgerufen am 29.01.2020.

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