Backpfeife, die
GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungBack-pfei-fe (computergeneriert)
WortzerlegungBackePfeife
Wortbildung mit ›Backpfeife‹ als Erstglied: Backpfeifengesicht  ·  Ableitung von ›Backpfeife‹: backpfeifen
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich, umgangssprachlich Schlag auf die Backe, Ohrfeige
Beispiele:
eine heftige Backpfeife
eine saftige Backpfeife salopp
es setzte Backpfeifen
Vielleicht hätte Martin an diesem Tage seine erste Backpfeife in der Schule bezogen [WelkHeiden196]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Backe · Backen · Back(en)zahn · Backpfeife
Backe f. südd. Backen m. ‘Teil des Gesichts, Wange’, nur auf den dt. Sprachraum beschränkt; ahd. backo m. ‘Kinnbacken, Kinnlade’ (Hs. 12. Jh.), mhd. backe m. ‘Backe, Kinnlade’, mnd. backe f., häufig in der Zusammensetzung ahd. kinnibacko (11. Jh.), mhd. kinnebacke, kinbacke m., asächs. kinnibakko. Ursprünglich Bezeichnung für ‘Kinnbacke, Unterkiefer’, hat Backe allmählich die Bedeutung des gemeingerm., heute der gehobenen Sprache angehörenden Wortes ↗Wange (s. d.) übernommen. Der Wechsel vom mask. zum fem. Geschlecht geht vom Nordd. aus. Herkunft ungewiß. Zweifelhaft ist Verwandtschaft mit griech. (Aorist) phagé͞in (φαγεῖν) ‘essen’ (demnach Backe eigentl. ‘Esser’) und Anschluß an die Wurzel ie. *bhag- ‘zuteilen, als Anteil bestimmen, erhalten’. Back(en)zahn m. ahd. back(o)zan(d) (Hs. 12. Jh.), mhd. baczan. Backpfeife f. ‘Schlag auf die Backe, Ohrfeige’ (1. Hälfte 19. Jh.); von J. Grimm (¹DWB 1, 1068) als ‘Schlag, der auf den Backen pfeift’ erklärt, aber auch als Umdeutung von Backfeige, eigentl. ‘gebackene Feige’ (s. ↗Ohrfeige), denkbar.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Fotze  derb · Klatsche  ugs. · Knallschote · Maulschelle · Ohrfeige · Tätschen  ugs. · Watsche  ugs. · Watschen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Jacke voll  ugs. · (es gibt) langen Hafer  ugs. · Abreibung  ugs. · Dresche  ugs. · Haue  ugs. · Hiebe · Keile kriegen  ugs. · Kloppe  ugs. · Körperstrafe · Prügel · Schläge · Senge  ugs. · Tracht Prügel · Wucht  ugs. · Züchtigung · den Arsch voll kriegen  derb · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock · langen Hafer kriegen  ugs.
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hatte sich schon darauf vorbereitet, ihm eine Backpfeife geben zu müssen.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 146
Sie hat ihr Backpfeifen verpasst und ihre Finger nach hinten umgeknickt.
Die Zeit, 11.02.2008, Nr. 06
Sie gab mir plötzlich eine Backpfeife und haute dann ab!
Bild, 05.05.2003
Da gab der Mann des Gesetzes dem kühnen Redner eine Backpfeife.
Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 4581
Im selben Augenblick traf den Schützen eine noch besser gezielte Backpfeife.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 168
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

kriegen schallende verpaßt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Backpfeife‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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