Bader, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Baders · Nominativ Plural: Bader
Aussprache
WorttrennungBa-der
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet Barbier und Wundarzt
Beispiele:
nach dem Bader schicken
den Bader holen
der Bader kam sofort, ließ ihn zur Ader, legte einen Verband an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bad · baden · ausbaden · Bader
Bad n. ‘das Baden im Wasser, Örtlichkeit, wo gebadet wird’, ahd. bad ‘Wasserbad, Badehaus’ (8. Jh.), auch ‘Taufe’, mhd. bat, asächs. bað, mnd. mnl. bat, afries. beth, aengl. bæþ, engl. bath, anord. bað, dän. schwed. bad (germ. *baþa-) gehören zu ahd. bāen, nhd. ↗bähen ‘erwärmen, erhitzen, rösten’ (s. d.), führen also auf eine Verbalwurzel ie. *bhē-, *bhō-, tiefstufig *bhə- ‘wärmen, rösten’, aus der mit partizipialem ie. to-Suffix Bad, eigentlich ‘das Gewärmte, Erhitzte’, entwickelt ist. An eine g-Erweiterung ie. *bhōg- schließen sich griech. phṓgein (φώγειν) ‘rösten, braten’, dt. ↗backen (s. d.) an. Als Ortsname ist Baden Übersetzung von lat. Aquae, das im Dt. dativisch (ze den) Baden ‘zu den Bädern’ wiedergegeben wird. baden Vb. ‘zur Reinigung, Erfrischung ins Wasser tauchen’, ahd. badōn ‘baden, taufen’ (8. Jh.), mhd. baden, mnd. bāden, mnl. baden, aengl. baþian, engl. to bathe, anord. (reflexiv) baðast, schwed. bada. Dazu ausbaden Vb. oft in der Wendung etw. ausbaden müssen ‘die Folgen (der Schuld eines anderen) auf sich nehmen müssen’ (Ende 16. Jh.), zuvor ‘zu Ende baden’ (2. Hälfte 15. Jh.). Bader m. ehemals ‘Barbier und Wundarzt’, mhd. badære, asächs. baðeri (um 1100) ist der Inhaber einer Badestube, der die Badenden bedient, sie zur Ader läßt und ihnen die Haare schneidet.

Thesaurus

Geschichte
Synonymgruppe
Bader · Stübner
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Barbier Chirurg Wundarzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bader‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An diesem Platz übten schon anno 1318 Bader ihr chirurgisches Handwerk aus.
Süddeutsche Zeitung, 02.11.2001
Aber natürlich müssen wir auch Alternativen prüfen », führte Bader aus.
Die Zeit, 24.12.2012 (online)
Er starb unter den Händen des Baders auf der Schröpfbank.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 154
Sie hoben mich auf und brachten mich zum nächsten Bader, der mir einen Notverband anlegte und mich dann zu einem Arzt fahren ließ.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 17062
Für die Zurichtung der öffentlichen Bäder sorgten die in Zünften zusammengeschlossenen Bader.
Röhrich, Lutz: Bad, baden. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 477
Zitationshilfe
„Bader“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bader>, abgerufen am 24.05.2019.

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