Bagage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bagage · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ba-ga-ge
Wortbildung  mit ›Bagage‹ als Letztglied: Lumpenbagage · Saubagage
Herkunft zu historisch bagagefrz ‘Reisegepäck’
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend üble Gesellschaft, Pack
Beispiele:
die ganze Bagage hockte wieder zusammen
sich mit der Bagage herumplagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bagage f. ‘üble Gesellschaft, Gesindel, Pack’, älter ‘Gepäck, Troß’. Als militärischer Ausdruck für ‘Heeresgepäck’ wird gegen Ende des 16. Jhs. afrz. frz. bagage ‘Reisegepäck’ übernommen, eine Kollektivableitung von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’, frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’; vgl. ferner aprov. baga ‘Gepäck, Beutel’, mlat. baga ‘Kasten, Sack’ (s. auch Pack m.). Die weitere Herkunft ist nicht geklärt. Die anfangs bezeugte Schreibung Bagagie läßt nl. Vermittlung (vgl. älteres nl. bagagie) erkennen, während die häufig belegte Nebenform Pagaschi (Bagagi) wohl aus der schweiz. Volkssprache stammt. Gegen Ende des 17. Jhs. wird der Begriff auf die wenig geachtete Mannschaft, die das Gepäck begleitet, den Troß, ausgedehnt, so daß sich analog zu Pack und Troß (s. d.) im 18. Jh. die nur im Dt. übliche Bedeutung ‘Gesindel’ entwickelt.

Typische Verbindungen zu ›Bagage‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bagage‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bagage‹

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Sein Lächeln allerdings wirkt noch gezwungener als das der übrigen Bagage.
Der Tagesspiegel, 27.05.1998
Und wie sie den hatten, da haben sie auch die ganze Bagage entwaffnet.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 933
Wo man die ganze Bagage am liebsten auf den Mond schießen möchte.
Süddeutsche Zeitung, 19.01.2000
Zum Schluss möchte man die ganze Bagage wegen Kulturbanausentums verhaften lassen.
Die Welt, 30.03.2001
Sollen wir dem besten General der Cäsarischen Schule zutrauen, daß er im Augenblick der Krisis Truppen aus dem Gefecht zieht, um die Bagage zu schützen?
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 6324
Zitationshilfe
„Bagage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bagage#1>, abgerufen am 26.09.2021.

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Bagage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bagage · Nominativ Plural: Bagagen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ba-ga-ge
Herkunft aus historisch bagagefrz ‘Reisegepäck’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [veraltend] Gepäck
  2. 2. [veraltet, Militär] Tross
eWDG

Bedeutungen

1.
veraltend Gepäck
Beispiele:
die schwere Bagage abladen
keine Bagage bei sich haben
2.
veraltet, Militär Tross
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bagage f. ‘üble Gesellschaft, Gesindel, Pack’, älter ‘Gepäck, Troß’. Als militärischer Ausdruck für ‘Heeresgepäck’ wird gegen Ende des 16. Jhs. afrz. frz. bagage ‘Reisegepäck’ übernommen, eine Kollektivableitung von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’, frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’; vgl. ferner aprov. baga ‘Gepäck, Beutel’, mlat. baga ‘Kasten, Sack’ (s. auch Pack m.). Die weitere Herkunft ist nicht geklärt. Die anfangs bezeugte Schreibung Bagagie läßt nl. Vermittlung (vgl. älteres nl. bagagie) erkennen, während die häufig belegte Nebenform Pagaschi (Bagagi) wohl aus der schweiz. Volkssprache stammt. Gegen Ende des 17. Jhs. wird der Begriff auf die wenig geachtete Mannschaft, die das Gepäck begleitet, den Troß, ausgedehnt, so daß sich analog zu Pack und Troß (s. d.) im 18. Jh. die nur im Dt. übliche Bedeutung ‘Gesindel’ entwickelt.

Typische Verbindungen zu ›Bagage‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bagage‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bagage‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sorgsam begann er den "Sack" zur Bagage zu schleppen, denn heute sollte alles leicht beweglich sein.
Dwinger, Edwin Erich: Die letzten Reiter, Jena: Eugen Diederichs 1935, S. 55
Hüte, Bagage und Instrumentenkästen liegen geschichtet inmitten des Kreises auf einem Haufen.
Ball, Hugo: Zürich. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1915], S. 1116
Zitationshilfe
„Bagage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bagage#2>, abgerufen am 26.09.2021.

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