Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bahnbrecher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bahnbrechers · Nominativ Plural: Bahnbrecher
Aussprache 
Worttrennung Bahn-bre-cher
Wortzerlegung Bahn brechen1 -er
eWDG

Bedeutung

gehoben Pionier
siehe auch brechen¹ (2), entsprechend der Bedeutung von bahnbrechend
Beispiel:
er wurde zum Bahnbrecher einer neuen Kunstrichtung, eines anderen Weltbildes, einer veränderten Weltanschauung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bahn · Bahnhof · Bahnsteig · bahnen · anbahnen · Bahnbrecher · bahnbrechend
Bahn f. ‘Weg, Pfad durch unwegsames Gelände, fest angelegter Weg, Fahrbahn’. Für mhd. ban(e) ‘Weg, Bahn’, mnd. bāne, mnl. bane (dän. bane, schwed. bana und ban ‘Bahn’ beruhen auf Entlehnung aus dem Mnd.) darf vermutlich als Grundbedeutung ‘Durchhau durch einen Wald’ oder ‘festgeschlagener Weg’ angesetzt werden, wodurch sich eine Beziehung zu got. banja ‘(tödlicher) Schlag, Wunde, Geschwür’, anord. ben, aengl. benn ‘Wunde’, ahd. asächs. bano ‘Totschläger, Mörder’, ahd. bana, mhd. ban(e) ‘Tod, Verderben’ und damit zur Wurzel ie. *bhen- ‘schlagen, verwunden’ ergibt; vgl. awest. banta- ‘erkrankt, siech’. Das Wort hat in verschiedenen Bereichen Anwendung gefunden. Im Sport bezeichnet es die ‘Strecke, auf der Wettkämpfe ausgetragen werden’, die genauere Benennung gibt das Bestimmungswort (Bob-, Eis-, Kampf-, Rennbahn); gebräuchlich ist der Ruf Bahn frei! Ferner bezeichnet es die ‘Linie, Strecke, die ein Körper im Raum zurücklegt’ (Ellipsen-, Erd-, Flug-, Kreis-, Satelliten-, Sonnenbahn). Die Bedeutung ‘bestimmte Breite und Länge eines Stoffes, einer Tapete’ (Stoff-, Tuch-, Zeltbahn) beruht auf Entlehnung aus dem Nl. Am häufigsten wird heute Bahn für ‘das auf Schienen laufende Verkehrsmittel’ (Eisen-, Straßenbahn) gebraucht. Dazu die Zusammensetzungen Bahnhof m. (um 1840), das älteres Eisenbahnhof allmählich verdrängt, und Bahnsteig m. (1886), das sich gegenüber älterem Perron durchsetzt. bahnen Vb. besonders einen Weg bahnen ‘einen Weg frei machen, schaffen, bereiten’, mhd. banen, im 17./18. Jh. auch bähnen. anbahnen Vb. ‘in die Wege leiten’ (Mitte 18. Jh.). Bahnbrecher m. ‘Wegbereiter, Vorkämpfer’ (18. Jh.), aus dem verbalen Ausdruck Bahn brechen ‘einen Weg bereiten’ (1. Hälfte 17. Jh.) gebildet; entsprechend bahnbrechend Part.adj. ‘umwälzend, epochemachend’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Bahnbrecher‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bahnbrecher‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bahnbrecher‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Bahnbrecher für ein kanadisches Comeback erwiesen sich ausgerechnet die Sowjets. [Die Zeit, 28.04.1972, Nr. 17]
Wir sind in einem frühen Alter kulturell erstarrt und denken immer noch, wir seien Bahnbrecher. [Süddeutsche Zeitung, 29.12.2004]
Aber Bahnbrecher heißen deshalb so, weil sie sich zuerst einmal auf den ungewissen Weg machen, und danach schauen sie weiter. [Süddeutsche Zeitung, 24.04.2001]
Er, der Bahnbrecher der historisch‑kritischen Theologie, ist der be deutendste Gelehrte, den sie besessen hat. [Brecht, M.: Tübingen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 36856]
Als »Bahnbrecher« wirkten aber zumeist die unter sowjetischer Verwaltung stehenden großen SAG‑Betriebe. [Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - B. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 7528]
Zitationshilfe
„Bahnbrecher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bahnbrecher>.

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