Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bai, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bai · Nominativ Plural: Baien
Aussprache 
Herkunft zu baiemfrz frz ‘Bucht’
eWDG

Bedeutung

breite Meeresbucht, Golf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bai f. ‘weite Meeresbucht’. Die in der 1. Hälfte des 17. Jhs. durch Reiseberichte ins Hd. gelangende Bezeichnung geht über gleichbed. nl. baai, älter baeye (teilweise wohl auch über das Nd., vgl. mnd. santbaie ‘Bucht mit sandigem Grund’, 15. Jh.) auf mfrz. baye, baie ‘Bucht’ (frz. baie) zurück, das aus gleichbed. span. bahía (älter baya, vaya), port. baía (älter bahia) entlehnt ist. Die iberoroman. Bezeichnung ihrerseits beruht wahrscheinlich auf dem im Frz. seit dem 14. Jh. belegten Namen la Baie, la Baye (ital. izula baya bereits um 1300) der heutigen Insel Noirmoutier vor der für den mittelalterlichen Seehandel (besonders als Ausfuhrhafen für Salz) wichtigen Bucht von Bourgneuf südlich von Nantes (vgl. mnd. Baye, Baie ‘Bucht von Bourgneuf’, 14. Jh., ferner mnd. bayesolt, baisolt, mnl. bayesout, verkürzt mnd. mnl. baye ‘aus dieser Bucht stammendes Seesalz’). Der geographischen Benennung mfrz. la Baie liegt kirchenlat. abbatia (s. Abtei) zugrunde, da sich an der nördlichen Spitze dieser Insel seit dem 7. Jh. eine Abtei befand; vgl. Metzeltin in: Vox Romanica 26 (1967) 249 ff. Zu früheren Herleitungsversuchen, die mit Hinweis auf spätlat. baia ‘Hafen’ (Isidor v. Sevilla, 7. Jh.) von einer bask.-iber. Vorstufe ausgingen oder einen Zusammenhang mit afrz. baer, beer ‘offenstehen’ herstellen, vgl. FEW 1, 205, Bloch/W. ⁶52 und Corominas 1, 367 f. Die im Dt. des 18. Jhs. häufige Schreibung Bay läßt wohl Einfluß von (ebenfalls aus dem Frz. übernommenem) engl. bay ‘Bucht’ erkennen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bai · Bucht · Meeresbucht
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Bai‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun, der Rasen meines Inselgartens in der Bai von Rio de Janeiro dorrte unter der steilen Sonne, kaum daß er gewachsen war. [Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 81]
Belus, jetzt Nahr Na’amen, Küstenfluß in Palästina, mündet in die Bai von Akka. [o. A.: B. In: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 6885]
Mearim, Fluß in Nordost‑Brasilien, entspringt auf der Serra do Negro, mündet, 900 km schiffbar, in die Bai von San Luiz. [o. A.: M. In: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 39333]
Zitationshilfe
„Bai“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bai>.

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