Bajonett, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bajonett(e)s · Nominativ Plural: Bajonette
Aussprache
WorttrennungBa-jo-nett
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Bajonett‹ als Erstglied: ↗Bajonettangriff · ↗Bajonettkampf · ↗Bajonettspitze · ↗Bajonettstich · ↗Bajonettverschluss
 ·  mit ›Bajonett‹ als Letztglied: ↗Übungsbajonett
eWDG, 1967

Bedeutung

Stichwaffe, die auf dem Gewehrlauf befestigt ist oder darauf aufgesteckt wird
Beispiele:
das Bajonett aufpflanzen, fällen, vorstrecken, senken
mit dem (blanken, scharfen, abgestumpften) Bajonett angreifen, kämpfen, auf den Gegner eindringen
mit dem Bajonett zustoßen
von Bajonetten geschützt
Doppelposten mit ›Bajonett auf‹ vor die Zelle [F. WolfMatrosenII]
bildlich
Beispiele:
sich auf die Bajonette (= auf die militärische Gewalt) stützen
da schließlich und endlich die Macht bei den Bajonetten stand [A. ZweigGrischa195]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bajonett · Bajonettverschluß
Bajonett n. ‘auf den Gewehrlauf aufzusteckende Stichwaffe’. Nach Bayonne in Südwestfrankreich, dem ersten Herstellungsort, wird im 16. Jh. mfrz. frz. baïonnette (auch bayonnette) f. gebildet. Mit wachsender militärischer Bedeutung der Waffe gelangt diese Bezeichnung Anfang des 18. Jhs. als Neutr. ins Dt., zuerst auch in (meist mundartlichen) Nebenformen wie Banet, Baganet. Bajonettverschluß m. ‘durch Drehung herstellbare Verbindung zylindrischer Teile’. Das technische Fachwort kommt gegen Ende des 19. Jhs. in Gebrauch, als die zunächst zum Befestigen des Bajonetts auf dem Lauf dienende Vorrichtung in verschiedenen Bereichen der Technik Anwendung findet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bajonett · ↗Seitengewehr
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besatzungsmacht Gewehr Gewehrkolben Handgranat Handgranate Kalaschnikow Kanone Karabiner Kolben Lanze Maschinengewehr Maschinenpistole Minarett Nahkampf Schusswaffe Stacheldraht Sturmgewehr Säbel aufgepflanzt aufgesetzt aufpflanzen aufschlitzen aufspießen blitzen blitzend durchbohren erstechen gefällt spießen vorgehalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bajonett‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eines Morgens holten sie meinen Vater mit vorgehaltenen Bajonetten ab.
Bild, 30.09.2003
Handelt es sich um einen Stich, etwa mit einem Bajonett?
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 288
Man foltert sie, stößt ihnen das Bajonett in den Leib.
Die Zeit, 09.06.1972, Nr. 23
Der Jude wäre unter dem Schutz ausländischer Bajonette über uns hergefallen und hätte geschächtet und gemordet.
o. A.: Einunddreißigster Tag. Donnerstag, 10. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 8256
Die Macht läßt sich nicht ewig auf Bajonetten davontragen wie eine aufgespießte Wurst.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 288
Zitationshilfe
„Bajonett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bajonett>, abgerufen am 14.12.2019.

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