Balken, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Balkens · Nominativ Plural: Balken
Aussprache
WorttrennungBal-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Balken‹ als Erstglied: ↗Balkenabstand · ↗Balkenbrücke · ↗Balkendecke · ↗Balkendiagramm · ↗Balkenende · ↗Balkengefüge · ↗Balkengerüst · ↗Balkenholz · ↗Balkenkonstruktion · ↗Balkenkopf · ↗Balkenkreuz · ↗Balkenlage · ↗Balkenträger · ↗Balkenwaage · ↗Balkenwerk · ↗Balkenüberschrift
 ·  mit ›Balken‹ als Letztglied: ↗Brückenbalken · ↗Fensterbalken · ↗Hahnebalken · ↗Hahnenbalken · ↗Holzbalken · ↗Kreuzbalken · ↗Kreuzesbalken · ↗Längsbalken · ↗Prellbalken · ↗Rundbalken · ↗Schrägbalken · ↗Sperrbalken · ↗Strebebalken · ↗Sägebalken · ↗Säuferbalken · ↗Tragbalken · ↗Waagebalken
eWDG, 1967

Bedeutung

von Ästen und Zweigen gesäuberter, (vierkantig) behauener Baumstamm, der beim Bauen zum Stützen und Tragen verwendet wird
Beispiele:
ein Balken aus Eichenholz
ein starker, dicker, schwerer, morscher, angefaulter, wurmstichiger, zersplitterter, verkohlter Balken
die Balken tragen das Obergeschoss, halten den Anprall der Wogen aus
die Glocke hängt an einem Balken
eine Brücke, ein Gerüst aus Balken
der Zimmermann bearbeitet, behaut die Balken, zieht einen neuen Balken ein, stützt die gesenkte Decke durch einen Balken
die Balken werden tief in den Grund gerammt, ruhen auf festem Untergrund, werden durch Klammern miteinander verbunden
die Balken beben durch den Anprall, haben sich durch die Überbelastung, den Druck gesenkt, wurden wie Streichhölzer geknickt
sich im Wasser an einen Balken klammern
das Wappen zeigt einen schräglaufenden grünen Balken
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich er log, dass sich die Balken bogen (= er log ungeheuerlich)
sprichwörtlich Wasser hat keine Balken (= im Wasser kann man sich nicht festhalten und muss versinken)
sprichwörtlich er sieht den Splitter im fremden Auge, aber nicht den Balken im eigenen (= er beurteilt kleine Schwächen anderer hart, erkennt aber eigene große Fehler nicht)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Balken · Gebälk
Balken m. ‘langes Stück Bauholz’. Die westgerm. Formen ahd. balko (9. Jh.), mhd. mnd. balke, asächs. balko, mnl. balke, balc, nl. balk, afries. balka, aengl. balc (germ. *balkan-) lassen sich ebenso wie anord. bjalki, schwed. bjälke, dän. bjelke (n-Stamm germ. *belkan), anord. bǫlkr (u-Stamm germ. *balku-), auf ie. *bhelg̑-, *bhelg- zurückführen, eine mit ie. *bhleg̑-, *bhleg- (s. ↗Block) korrespondierende Erweiterung der in ↗Bohle (s. d.) vorliegenden Wurzel ie. *bhel-. Außergerm. Verwandte, die auf unterschiedliche Gutturalerweiterungen dieser Wurzel zurückgehen, sind griech. phálkēs (φάλκης) ‘Balken’, lat. fulcīre ‘tragen, stützen’ und wohl auch griech. phálanx (φάλαγξ) ‘Rolle, Walze, Balken, Schlachtreihe’. Gebälk n. ‘sämtliche Balken im Bauwerk, besonders des Dachstuhls’, mhd. gebelke ‘Stockwerk’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Balken · ↗Dorn · Hauptbalken · ↗Holm
Synonymgruppe
Balken · ↗Gebälk · ↗Hauptgesims
Architektur
Synonymgruppe
Dachboden · ↗Dachkammer · ↗Dachstube  ●  Balken  ugs., westfälisch · ↗Boden  ugs., niederrheinisch, ostdeutsch, norddeutsch · ↗Bühne  ugs., schwäbisch, badisch · ↗Estrich  ugs., schweiz. · ↗Speicher  ugs. · ↗Söller  ugs., veraltet, niederrheinisch · ↗Unterdach  ugs., südtirolerisch, walliserisch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Heim  ●  ↗Haus  Hauptform · ↗Behausung  ugs. · ↗Bude  ugs. · ↗Hütte  ugs.
  • Dachgeschossausbau  ●  Dachbodenausbau  österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balken Barre Bildrand Bohle Brett Dachstuhl Fachwerk Fachwerkhaus Sparren Splitter Ziegel abstützen biegen bogen brennend dick farbig gekreuzt geschnitzt herabfallend herabstürzend horizontal knarren morsch schwarz senkrecht tragend verkohlt vertikal waagerecht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Balken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hindern Mäuse daran, den Balken entlang in die Häuser zu gelangen.
Der Tagesspiegel, 04.06.1999
Zwischen den rauchgeschwärzten Balken fühlt man sich selbst auch wie geräuchert.
Süddeutsche Zeitung, 23.08.1994
Zwischen den verkohlten Balken der eingestürzten Hütte schwelte noch der Brand.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 29
Die Balken waren morsch geworden, und so rutschten die haltlos gewordenen Massen hinunter.
Thoma, Hans: Im Winter des Lebens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 22105
In Freiheit schleppten wir unseren Balken weiter, natürlich wieder auf einem anderen Weg.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26201
Zitationshilfe
„Balken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Balken>, abgerufen am 22.09.2019.

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