Balladendichtung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Balladendichtung · Nominativ Plural: Balladendichtungen
Aussprache [baˈlaːdn̩ˌdɪçtʊŋ]
Worttrennung Bal-la-den-dich-tung
Wortzerlegung  Ballade Dichtung2
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Literaturwissenschaft literarische Gattung, die Balladen, meist längere in erzählender Form geschriebene Gedichte, beinhaltet
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: deutsche, alte, moderne Balladendichtung
Beispiele:
Mit der Kunstballade Gottfried August Bürgers erfuhr die Balladendichtung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine erste Erneuerung, deren Rückgriff auf volkstümliche Traditionen wiederum den Weg bereitete für eine produktive Aneignung in der Romantik; im 20. Jahrhundert sind es die Expressionisten (Else Lasker‑Schüler, Jakob van Hoddis u. a.), die das gesellschaftliche Engagement in eine ästhetische Dimension einbinden und damit den Grundstein legen für eine abermalige Erneuerung[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 09.11.1996]
Es gibt Beatles‑Chöre und reichlich Geigen, ansonsten ist es ein typisches Grönemeyer‑Album. Man hört, wo die tieferen Wurzeln liegen, bei der deutschen Balladendichtung nämlich, beim Buch der Lieder, ein wenig Goethe spielt hinein[…] [Die Zeit, 01.03.2007]
Seine schlichten »Romanzen« eröffneten die deutsche Kunstballade. Auch die Chevy‑Chase‑Strophe, die für zwei Jahrhunderte diese Balladendichtung beflügeln sollte, hat er für die Deutschen entdeckt (nur daß er dann nicht viel mit ihr anzufangen wußte). Und als die Goethezeit der Sonettenwut erlag, hatte Gleim seine einschlägigen Experimente schon hinter sich. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2003]
[…] Am stärksten ist vielleicht, trotz der freien Form, der Rafferty sich im Alter bediente, der Einfluß der alten Balladendichtung zu spüren. Die beschwörende, zeitüberbrückende Kraft der Dichtung, Naturnähe, die eigene, ins Magische überhöhte Biographie, der Rückgriff auf alte Mythen sind der thematische Raum dieser Gedichte. [Süddeutsche Zeitung, 15.01.1998]
Riha beginnt seine […] Untersuchung bei Arno Holz und dessen »Literaturballade« und bei den Versen Frank Wedekinds […], bei Gedichten also, an denen schon die ersten Anzeichen des für die ganze moderne Balladendichtung entscheidend wichtigen Einflusses von Moritat, Gassenhauer, Chanson und Klapphornvers, von Couplet und Schnadahüpfl abzulesen sind. [Die Zeit, 18.08.1967]
Sehr viel Kunst, sehr viel geistige Arbeit wurde auf Schillers »Taucher« verwendet, während Goethes »Fischer« für mein Gefühl ein klein wenig zu schwer geriet. Unter den Zuhörern, die der Vortragende ganz in seinem Banne hielt und die, seinem Wunsche entsprechend, ihre Dankesbezeigung auf den Schluß des Abends aufsparten, war wohl nicht einer, der nicht durch Milans Vermittlung Perlen unserer Balladendichtung erworben hätte, um sie zu besitzen. [Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 06.03.1907]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Balladendichtung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Balladendichtung>, abgerufen am 27.09.2021.

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