Banalität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Banalität · Nominativ Plural: Banalitäten
Aussprache 
Worttrennung Ba-na-li-tät
Grundform banal
Herkunft aus gleichbedeutend banalitéfrz

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Geistlosigkeit, Plattheit
  2. 2. leere Rederei
eWDG

Bedeutungen

1.
Geistlosigkeit, Plattheit
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
Kein Hauch von Banalität war an ihm [ Wasserm.Wahnschaffe1,265]
2.
leere Rederei
Beispiele:
sie konnte die Banalitäten nicht mehr mit anhören
eine Banalität sagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

banal · Banalität · banalisieren
banal Adj. ‘geistlos, nichtssagend, alltäglich’. Das Ende des 18. Jhs. ins Dt. entlehnte gleichbed. afrz. frz. banal ist eine Ableitung des 13. Jhs. von afrz. ban ‘Bann’, auch ‘Gerichtsbezirk’ (s. ↗Banner), dies eine Entlehnung aus anfrk. *ban, dem ahd. ban (s. ↗Bann) entspricht. Die Bedeutung im Frz. geht daher aus von ‘mit Bann belegt’ und führt über ‘zur gemeinsamen Nutzung bestimmt’ zu ‘allgemein, trivial’. Dazu die Ableitungen Banalität f. ‘Geistlosigkeit, Abgedroschenheit, banale Äußerung’ (2. Hälfte 19. Jh.), eine latinisierende Bildung nach frz. banalité, und banalisieren Vb. ‘ins Banale ziehen’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Banalität · ↗Bedeutungslosigkeit · ↗Belanglosigkeit · ↗Gehaltlosigkeit · ↗Irrelevanz · ↗Nichtigkeit · ↗Oberflächlichkeit · ↗Plattheit · ↗Trivialität · ↗Unwichtigkeit  ●  ↗Schnickschnack  ugs.
Assoziationen
  • Stereotyp · ↗Topos · feste Fügung · fester Begriff · gängige Vorstellung · stehender Begriff
Synonymgruppe
Bagatelle · Banalität · ↗Belanglosigkeit · ↗Geringfügigkeit · ↗Kleinigkeit · ↗Lappalie · ↗Nebensache · ↗Nebensächlichkeit · ↗Nichtigkeit · ↗Petitesse · Unwichtiges · ↗Unwichtigkeit · keine große Geschichte · ↗keine große Sache · unwichtige Sache  ●  ↗Sturm im Wasserglas  fig. · ↗Fliegenschiss  derb, fig. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kinkerlitzchen  ugs. · ↗Kleckerkram  ugs. · Kleinkleckerkram  ugs. · ↗Kleinkram  ugs. · ↗Marginalie  geh. · ↗Peanuts  ugs., engl. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quisquilien (Plur., lat.)  geh. · Schnullibulli  ugs. · Tüddelkram  ugs., norddeutsch, variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
Allgemeinplatz · Banalität · ↗Binsenwahrheit · ↗Binsenweisheit · ↗Floskel · ↗Gemeinplatz · Gerede ohne tiefere Bedeutung · ↗Klischee · ↗Phrase · ↗Plattitüde · ↗Schlagwort · ↗Sprachhülse · ↗Stammtischweisheit · ↗Trivialität · einfache Formel · leeres Gerede · nichts sagende Redensart · nichtssagende Redensart  ●  ↗Platitude  franz. · ↗Sprechblase (journal.)  fig. · ↗(nur so ein) Spruch  ugs. · ↗Binse  ugs. · flotter Sager  ugs., österr. · flotter Spruch  ugs. · leeres Stroh (dreschen)  ugs. · sinnentleerte Chiffre  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Banalität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Banalität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Banalität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Angehalten werden sollte er nur wegen einer Banalität - er hatte keinen Helm auf.
Der Tagesspiegel, 25.07.2000
Gegen die Folie der ausgefallenen Süchte hebt sich die Banalität des Lebens um so banaler ab.
Die Zeit, 16.10.1959, Nr. 42
Den Wettbewerb der Banalitäten, den sie veranstalteten, hätte ich spielend gewonnen.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 202
Er belauscht das »Subjekt« in der Banalität in seiner alltäglichen Seinsweise.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 361
Sie meistert das Leben in der Banalität, in der es sich dem Menschen stellt, und ist darauf stolz.
Schelsky, Helmut: Die skeptische Generation, Düsseldorf: Diederichs 1957, S. 608
Zitationshilfe
„Banalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Banalit%C3%A4t>, abgerufen am 20.01.2021.

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