Banause, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Banausen · Nominativ Plural: Banausen
Aussprache 
Worttrennung Ba-nau-se
Wortbildung  mit ›Banause‹ als Erstglied: ↗Banausentum  ·  mit ›Banause‹ als Letztglied: ↗Kulturbanause · ↗Musikbanause  ·  mit ›Banause‹ als Grundform: ↗banausisch
Herkunft aus bánausosgriech (βάναυσος) ‘Handwerker, Spießbürger’
eWDG

Bedeutung

abwertend Mensch ohne Kunstverständnis, Kunstsinn
Beispiele:
er war auf musikalischem Gebiet ein Banause
diese Banausen werden das nie verstehen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Banause · banausisch
Banause m. ‘Mensch ohne Verständnis für geistige und künstlerische Dinge, ohne feinen Lebensstil’. 1796 durch F. L. zu Stolberg aus griech. bánausos (βάναυσος) ‘Handwerker, Spießbürger’, als Adjektiv ‘gemein, niedrig’, in einer Übersetzung von Platons Symposion zusammen mit banausisch Adj. ‘in der Art eines Banausen’ entlehnt; beide Wörter in der heutigen Bedeutung seit Anfang des 19. Jhs. gebräuchlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Banause · ↗Primitivling · ↗Prolet  ●  ↗Barbar  geh., sehr selten · ↗Botokude  derb, veraltet · ↗Proll  ugs. · ↗Prolo  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Banause · ↗Kulturbanause · ↗Kulturbarbar · Kulturverächter · ↗Kunstbanause
Assoziationen
Synonymgruppe
Ahnungsloser · Banause · ↗Ignorant · Nichtswissender · ↗Nichtswisser · Uninformierter · Unkundiger · Unwissender
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Banause‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Banause‹.

Verwendungsbeispiele für ›Banause‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur ein Banause wird Geist vortäuschen wollen, der Kritiker ist immer und überall gern zur Stelle.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22316
An Geld scheitert nur die Welt der Banausen, nicht aber der Ästheten.
Die Welt, 16.07.2005
Kochen ist eine Kunst, das weiß inzwischen auch der größte Banause.
Der Tagesspiegel, 02.11.2001
Wer leidenschaftlich gerne kocht, bewegt sich bekanntlich in einer Welt von Banausen.
Süddeutsche Zeitung, 15.02.1995
Er wurde somit selbst »Banause«, obgleich er diese Bezeichnung auf sich selbst nie angewandt wissen wollte.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Zitationshilfe
„Banause“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Banause>, abgerufen am 20.01.2021.

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