Bandscheibe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bandscheibe · Nominativ Plural: Bandscheiben
WorttrennungBand-schei-be
WortzerlegungBand1Scheibe
Wortbildung mit ›Bandscheibe‹ als Erstglied: ↗Bandscheibenschaden · ↗Bandscheibenvorfall
DWDS-Vollartikel, 2014

Bedeutung

aus Knorpel bestehende Scheibe zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine abgenutzte, defekte, geschädigte, kaputte, lädierte Bandscheibe; eine gesunde Bandscheibe; künstliche Bandscheibe
als Genitivattribut: Belastung, Vorfall der Bandscheibe
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Probleme mit, Druck in, Operation an der Bandscheibe
als Aktivsubjekt: die Bandscheibe drückt, schmerzt, zwickt
als Passivsubjekt: die Bandscheiben werden belastet, entlastet
Beispiele:
Sie [die Wirbelsäule] besteht aus 24 ringförmigen Knochen, die das empfindliche Rückenmark schützend umschließen. Diese Knochen sind mit elastischen Polstern – den Bandscheiben – zwischen den einzelnen Wirbelkörpern verwachsen. [Die Zeit, 17.05.1985, Nr. 21]
Vor allem die Bandscheiben, aber auch die Knie hatten Weller zuletzt geplagt; bei den Spielen in Athen streikte plötzlich seine rechte Schulter. [Süddeutsche Zeitung, 24.11.2004]
»Bequem« nennen sie es, wenn sie den Rücken verweichlichen und langsam Millimeter um Millimeter verbiegen, bis die Bandscheiben ihren Schaden weghaben. [Riemkasten, Felix, Yoga für Sie, Büdingen-Gettenbach: Lebensweiser-Verl. 1953, S. 34]
Da, wo die […] Lendenwirbel auf den ersten Kreuzwirbel stoßen, also an der Vereinigungsstelle des letzten Lenden- mit dem ersten Kreuzwirbel, liegt der durch eine sehr stark entwickelte Bandscheibe zwischen beiden etwas vorspringende Vorberg. [Fraenkel, Ernst, Hygiene des Weibes, Berlin: Coblentz 1903, S. 7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Band3 · Bändel · Bandeisen · Bandmaß · Bandscheibe · Bandwurm · Tonband
Band3 n. (Plur. Bänder) oder (Plur. Bande) bezeichnet etw. zum Binden Dienendes, gewöhnlich einen Gewebestreifen eine ‘Bindung, enge Beziehung’ (vgl. zarte Bande) bzw. in gehobener, dichterischer Sprache ‘Fessel’. Ahd. bant ‘Fessel, Strick’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. bant, asächs. nl. band, afries. anord. schwed. band gehen als neutrale bzw. maskuline Formen (germ. *banda-) auf einen alten ie. o-Stamm zurück, der die Funktion eines Nomen agentis zu dem unter ↗binden (s. d.) behandelten Verb hat (‘etw., das bindet’), vergleichbar verwandtem aind. bandháḥ ‘Band, Fessel’; anders abgeleitet sind got. bandi f., asächs. bendi f., aengl. bend m. f. Bändel m. n. ‘schmales Band, Binde’, ahd. bentil m. (um 1000), mhd. mnd. bendel, Deminutivum zu Band (s. oben). Bandeisen n. ‘dünn gewalztes, bandförmiges Eisen’ (19. Jh.). Bandmaß n. ‘Meßband’ (20. Jh.). Bandscheibe f. Knorpelscheibe zwischen den Wirbelknochen (19. Jh.). Bandwurm m. im Darm schmarotzender langer Plattwurm (18. Jh.). Tonband n. ‘Magnetband für die Aufnahme von Schallwellen’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Bandscheibe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bandscheibe‹.

Zitationshilfe
„Bandscheibe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bandscheibe>, abgerufen am 03.04.2020.

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