Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bardame, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bardame · Nominativ Plural: Bardamen
Aussprache  [ˈbaːɐ̯daːmə]
Worttrennung Bar-da-me
Wortzerlegung Bar1 Dame1
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
veraltend Synonym zu Barfrau
Beispiele:
Für Getränke und Essen sorgt das Küchenteam und als besonders Angebot mixen ein paar Bardamen vom Frauenbund Cocktails. [Landshuter Zeitung, 10.02.2017]
Gegenüber der Musikbox, gleich neben der Herren‑Toilette, lauscht gerade Bardame A[…] der sehr privaten Trennungsgeschichte eines nicht mehr ganz so jungen Mannes. [Süddeutsche Zeitung, 08.07.2019]
Ich setzte mich dazu, trank ein Bier, fischte die wenigen Mandeln aus den Erdnussgläsern und versuchte die Aufmerksamkeit der Bardame zu bekommen. [Berliner Zeitung, 05.02.2000]
An der Hotelbar von Kota Bharu erklärt die Bardame, die vorschriftsgemäß ein Kopftuch trägt, daß hier auch an Nichtmuslims kein Tropfen Alkohol ausgeschenkt werde. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.1994]
2.
verhüllend weibliche Person, die in einem Nachtclub, Bordell o. Ä. Getränke verkauft und die Gäste unterhält
Beispiele:
Das Pilsglas in der Hand, die Bardame R[…] im Arm, forderte er vor Journalisten im Nachtclub »Pigalle« gehobene Erotik statt Schmuddelniveau in der Leinestadt. [Frankfurter Rundschau, 18.07.2001]
Betreiberin von Erotik‑Etablissement sucht Bardamen. [Bundesagentur für Arbeit: Keine Sexjobs, 24.11.2020, aufgerufen am 07.12.2020]
Es erregt mich ein bißchen, daß ich nicht weiß, was in den Separees geschieht. Die Bardame stellt das Übliche vor mir ab, ein Bier und einen Cognac. Pippi Langstrumpf springt auf die Bühne. Sie ist fast nackt, hat gemalte Sommersprossen im Gesicht, trägt einen Schulranzen und Pippi‑Langstrumpf‑Zöpfchen. [Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit. München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 157]
Mindestens 2.000 Lokale sorgen heute mit Hilfe von »azafatas«, Hostessen, für das leibliche Wohl ihrer Kundschaft; jeder bessere Nachtklub bietet seinen Gästen sogenannte »Topless‑Shows« und läßt von barbusigen Bardamen kredenzen. [Der Spiegel, 19.01.1981]
Obwohl diese Orte fast alle die gleichen Tendenzen, die ähnlich verführerisch von lachs‑ bis sonnengoldschimmernden Lämpchen, die weinrot gepolsterten Sessel mit Goldlehnen, die dazugehörigen Teppiche, Blumenschalen, Sektkelche und Bardamen haben, bleiben sie nach wie vor anziehend – die Nachtlokale. [Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.): Gutes Benehmen. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 12441]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Bardame“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bardame>.

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