Bargeld, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bargeld(e)s · Nominativ Plural: Bargelder · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [ˈbaːɐ̯gɛlt]
Worttrennung Bar-geld
Wortzerlegung bar1Geld
Wortbildung  mit ›Bargeld‹ als Erstglied: ↗Bargeldabhebung · ↗Bargeldabschaffung · ↗Bargeldmangel · ↗bargeldlos
 ·  mit ›Bargeld‹ als Letztglied: ↗Euro-Bargeld
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Zahlungsmittel in Form von Geldscheinen und Münzen
Gegenwort zu Buchgeld
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: umlaufendes Bargeld; das nötige Bargeld [für etw. haben]
als Akkusativobjekt: Bargeld abheben, mitnehmen, horten, entwenden, erbeuten, rauben, stehlen, beschlagnahmen
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Auszahlung, die Übergabe von Bargeld; [einen Geldautomaten] mit Bargeld versorgen; ein Tresor, ein Umschlag mit Bargeld
in Koordination: Bargeld und Schecks, Kreditkarten
mit Prädikativ: das Bargeld ist knapp, im Umlauf
als Aktivsubjekt: Bargeld lacht; Bargeld fließt, verschwindet, geht [jmdm.] aus, gehört jmdm.
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Bargeld aus dem Geldautomaten, aus dem Safe, im Wert, Gesamtwert [von 5.000 Euro], in der Landeswährung
als Genitivattribut: die Herausgabe, Einführung, Abschaffung des Bargeldes
Beispiele:
»Solange Bargeld als Zahlungsmittel gilt, sollte es überall möglich sein, damit zu zahlen«[…]. [Die Welt, 27.04.2019]
Bargeld ist das in Deutschland beliebteste Zahlungsmittel. Die Deutschen trauen Scheinen und Münzen in der Hand mehr als Plastikgeld, wie zahlreiche Erhebungen zeigen. [Welt am Sonntag, 07.04.2019, Nr. 14]
Asylbewerber sollen künftig nur noch Sachleistungen erhalten, Bargeld, das sie bei sich führen, wird ihnen bei der Antragstellung abgenommen. [Die Zeit, 21.12.2017, Nr. 53]
Ohne Bargeld, glaubt er, könne man Geldwäsche und Steuerhinterziehung, Korruption und organisierte Kriminalität eindämmen. Außerdem lobt auch er den Vorteil einer Welt ohne Bargeld für die Notenbanken. [Die Zeit, 24.06.2017, Nr. 26]
Bargelder über 5.000 DM sind [vor der Ausfuhr] beim deutschen Zoll zu deklarieren. [Der Tagesspiegel, 09.04.1999] ungewöhnl. Pl.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bar · barfuß · barfüßig · barhaupt · barhäuptig · Bargeld · Barschaft
bar Adj. ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’. Ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’, asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld), mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (germ. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój (босой) in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Gutturalsuffix) armen. bok ‘barfuß’. Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf ie. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Adjektivbildung, die wohl zur Wurzel ie. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘(zer)kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört. Sie liegt in erweiterter Form in griech. psḗn (ψῆν) ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós (ψηνός) ‘kahlköpfig’, psīlós (ψιλός) ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor. bar wäre danach ursprünglich die kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten (Tier)haut. Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. ↗barfuß, ↗barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht. Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. ↗bereit); vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 192 ff. Bares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren. barfuß ‘mit bloßen Füßen’, heute nur noch adverbial gebraucht im Unterschied zur Weiterbildung barfüßig Adj. mhd. barvuoʒ, dazu die Weiterbildungen mhd. barvüeʒe, -vüeʒic, ahd. barafuoʒi (Hs. 12. Jh.). Wie die germ. Parallelen mnd. bā̌rvōt, mnl. baervoet, aengl. bærfōt, anord. berfœttr zeigen, handelt es sich um ein altes Possessivkompositum. barhaupt ‘mit bloßem Haupt, ohne Kopfbedeckung’, heute nur adverbial; barhäuptig Adj. (15. Jh.); mhd. barhoubet. Bargeld n. (um 1400). Barschaft f. (Anfang 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) Barvermögen · Bargeld  ●  ↗(jemandes) Barschaft  geh. · Bares  ugs. · ↗Cash  ugs.
Oberbegriffe
  • Geld  ●  klingende Münze  fig. · ↗Asche  ugs. · Bares  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Flöhe  ugs. · ↗Heu  ugs. · ↗Kies  ugs. · ↗Knete  ugs. · ↗Kohle  ugs. · Kröten  ugs. · ↗Mammon  geh., abwertend, biblisch · ↗Moneten  ugs. · ↗Moos  ugs. · Mäuse  ugs. · Ocken  ugs. · ↗Patte  ugs. · ↗Penunze  ugs. · ↗Piepen  ugs. · ↗Pulver  ugs. · ↗Rubel  ugs. · ↗Schotter  ugs. · Steine  ugs. · ↗Taler  ugs. · ↗Zaster  ugs. · Öcken  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Banknote · ↗Geldschein · ↗Note · Notenschein · ↗Papiergeld  ●  ↗Lappen  derb · Nötli  ugs., schweiz. · ↗Schein  ugs.
  • bar · bar auf die Hand · in Cash · in bar  ●  (bar) auf den Tisch des Hauses  ugs. · auf die Kralle  ugs. · ↗cash  ugs., engl.

Typische Verbindungen zu ›Bargeld‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bargeld‹.

Zitationshilfe
„Bargeld“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bargeld>, abgerufen am 29.05.2020.

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