Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Barock, das oder der

Grammatik Substantiv (Neutrum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Barocks · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ba-rock
Grundformbarock
Wortbildung  mit ›Barock‹ als Erstglied: Barockbau · Barockdichter · Barockdichtung · Barockfigur · Barockkirche · Barockkunst · Barockliteratur · Barocklyrik · Barockmalerei · Barockmensch · Barockmusik · Barockoper · Barockorgel · Barockperle · Barockschloss · Barockstil · Barocktheater · Barockzeit · barockal · barockisieren
 ·  mit ›Barock‹ als Letztglied: Frühbarock · Neobarock · Neubarock · Spätbarock
Mehrwortausdrücke  Gelsenkirchener Barock
eWDG

Bedeutung

Kunststil von etwa 1600 bis 1750, dessen Merkmale Formenreichtum und üppiger Schmuck sind
Beispiele:
das Zeitalter des Barocks
die Kirchen, Paläste, Menschen zur Zeit des Barocks
der Übergang zum Barock
heiteres, festliches Barock
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

barock · Barock
barock Adj. ‘sonderbar, seltsam, überladen, schwülstig’, seit dem späten 19. Jh. vor allem terminologisch mit Bezug auf den Stil des Barock (s. unten); zunächst in den Formen baroque, baroc, barok (2. Hälfte 18. Jh.), vorübergehend auch mit eindeutschender Suffigierung barockisch (bereits Mitte 18. Jh.) vorkommende Entlehnung von frz. baroque ‘sonderbar, überladen’. Das frz. Adjektiv, zuerst im 16. Jh. in der Bedeutung ‘schiefrund, unregelmäßig’ auf Perlen angewandt, geht auf ein Substantiv port. barroco m. ‘Perle mit ungleichmäßiger Oberfläche, schiefrunder Edelstein’ zurück, dessen Herleitung unsicher ist (vermutlich vorroman., vielleicht von einem kelt. *verroccon, vgl. Corominas 1, 450 f.). Möglicherweise auf Grund des Gleichklangs mit der seit dem 13. Jh. bezeugten Kunstbildung mlat. nlat. baroco, die einen bestimmten Syllogismus in der formalen Logik benennt und als Inbegriff scholastischer Denkweise verspottet worden sein mag, entwickelt frz. baroque um 1700 den metaphorischen Gebrauch ‘verschroben, sonderbar, bizarr, überladen’; in der zweiten Jahrhunderthälfte, also zur Zeit der Übernahme ins Dt., ist es oft tadelnde Kennzeichnung eines veralteten Geschmacks und überholter, als schwülstig empfundener künstlerischer Gestaltungsmittel, namentlich in Architektur, bildender Kunst und Musik. Deutsche Kunsthistoriker gewinnen daraus Mitte des 19. Jhs. den von negativer Wertung freien Terminus Barock n. m. für die auf die Renaissance folgende Stilepoche (etwa vom Ausgang des 16. Jhs. bis 1750), der in andere europ. Sprachen entlehnt wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
Barock (Musikepoche) · Generalbasszeitalter
Oberbegriffe
  • Musikepoche · musikalische Epoche

Typische Verbindungen zu ›Barock‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Barock‹.

Verwendungsbeispiele für ›Barock‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im italienischen Barock spüren wir noch zu sehr die Renaissance. [Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 233]
Auch zeitlich kann man die Romantik nicht aus dem Barock ableiten. [Ball, Hugo: Der Künstler und die Zeitkrankheit. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 1215]
Seine spannungsvoll beleuchteten Bilder sind typischer Ausdruck des spanischen Barocks. [Lehmann, A.: Malerei und Plastik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 10976]
Dagegen hat die Sinnliche Beschreibung nicht über das Barock hinausgewirkt. [Lorenzen, Käte: Angelus Silesius. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 17764]
Der Komponist rechts ist der Älteste der drei; also hat er vor dem Barock gelebt? [C't, 2000, Nr. 19]
Zitationshilfe
„Barock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Barock>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Barnabit
Barn
Barmusik
Barmixer
Barmittel
Barockbau
Barockdichter
Barockdichtung
Barockfassade
Barockfigur