Barre, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Barre · Nominativ Plural: Barren
Aussprache
WorttrennungBar-re
eWDG, 1967

Bedeutung

Absperrung, Barriere
a)
Schranke aus waagerechten Stangen
Beispiele:
hinter der Barre sitzen
an der Barre lehnen
auch hielt er sich ... bei Audienzen die Leute durch eine Barre weit vom Leibe [BurckhardtRenaissance25]
b)
Sandbank, Schlammbank
Beispiele:
die Barre eines Flusses
eine Barre schneidet das Becken vom Ozean ab
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Barre · Barren
Barre f. ‘Querstange, Schranke, Absperrung’, auch (seit dem 17. Jh.) ‘einer Flußmündung, Hafeneinfahrt vorgelagerte Sandbank’. Mhd. barre, bar, bār ‘Balken, Schranke, Querstange’ ist (wie mnl. bāre ‘Schlagbaum, Verschanzung’) entlehnt aus gleichbed. afrz. barre, dem vlat. *barra ‘Querstange’ vorausgeht, dessen weitere Herleitung jedoch ungeklärt ist. Vielleicht läßt sich die vlat. Form (als ursprünglich pluralische Bildung?) an gall. *barros ‘Wipfel, buschiges Ende, Büschel, Haarschopf’ (vgl. air. barr ‘Oberstes, Spitze, Laub, Haar’, kymr. korn. bar ‘Spitze, Gipfel’, bret. barr ‘Spitze, Zweig’) anschließen, das seinerseits zu einer s-Erweiterung der Wurzel ie. *bhar-, *bhor- ‘Hervorstehendes, Borste, Spitze’ (s. ↗barsch, ↗Borste) gehört. Vom 17. Jh. an wird Barre auch im Sinne von ‘Metallstange, für den Handel gegossenes längliches Formstück eines Metalls, besonders eines Edelmetalls’ verwendet, so noch Anfang des 20. Jhs. neben heute dafür üblichem Barren m. dieses zuerst im 17. Jh. nachweisbare Maskulinum ist wohl aus dem häufig gebrauchten Plur. Barren als neuer Sing. entstanden, vielleicht beeinflußt durch nicht verwandtes, nur in obd. Mundarten fortlebendes Barren, älter auch Bahren ‘Krippe, Raufe’, mhd. baren, zerdehnt aus mhd. barn(e), ahd. barno (s. ↗Paar). Barren bezeichnet ferner seit dem frühen 19. Jh. das aus zwei auf Ständern ruhenden, parallel laufenden Holmen bestehende Turngerät, bei dessen Benennung sein Erfinder F. L. Jahn möglicherweise ebenfalls von der (im Hinblick auf die beiden Stangen naheliegenden) Pluralform zu Barre ‘Stange’ (s. oben) ausging; vgl. engl. parallel bars, frz. barres parallèles.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balken Boden Gold Goldmünze Gramm Kauf Münze Nachfrage Pauschenpferd Pferd Premierminister Reck Ring Ringen Schmuck Seitpferd Sprung gießen schmelzen umschmelzen Übung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Barre‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unmittelbar am Strande hat sich eine Barre von Eisschollen gebildet.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 04.03.1916
Das war bei uns schon immer so ", erinnert sich Christoph Barre.
Die Welt, 09.11.2001
Eine Barre, welche mehr und mehr versandet, verhindert sie am Einlaufen in den inneren Hafen.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 313
Dieser kleine Manasse war frech wie keiner, wenn er vor der Barre stand, nie verlegen um einen Witz, um ein scharfes, schneidendes Wort.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 10
Eine nur schwach überspülte Barre trennte eine flache stagnierende Bucht vom eigentlichen Ozean.
Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 70
Zitationshilfe
„Barre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Barre>, abgerufen am 23.09.2019.

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