Barschaft, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Barschaft · Nominativ Plural: Barschaften · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Bar-schaft
Wortbildung  mit ›Barschaft‹ als Letztglied: ↗Reisebarschaft
eWDG

Bedeutung

das gesamte bare Geld eines Menschen, einer Firma
Beispiele:
er überzählte seine Barschaft
ihre Barschaft reichte nicht weit
ihre schwindende Barschaft
der Strolch hatte es auf die Barschaft des Reisenden abgesehen
der Kassierer ist mit der ganzen Barschaft durchgegangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bar · barfuß · barfüßig · barhaupt · barhäuptig · Bargeld · Barschaft
bar Adj. ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’. Ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’, asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld), mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (germ. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój (босой) in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Gutturalsuffix) armen. bok ‘barfuß’. Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf ie. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Adjektivbildung, die wohl zur Wurzel ie. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘(zer)kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört. Sie liegt in erweiterter Form in griech. psḗn (ψῆν) ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós (ψηνός) ‘kahlköpfig’, psīlós (ψιλός) ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor. bar wäre danach ursprünglich die kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten (Tier)haut. Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. ↗barfuß, ↗barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht. Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. ↗bereit); vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 192 ff. Bares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren. barfuß ‘mit bloßen Füßen’, heute nur noch adverbial gebraucht im Unterschied zur Weiterbildung barfüßig Adj. mhd. barvuoʒ, dazu die Weiterbildungen mhd. barvüeʒe, -vüeʒic, ahd. barafuoʒi (Hs. 12. Jh.). Wie die germ. Parallelen mnd. bā̌rvōt, mnl. baervoet, aengl. bærfōt, anord. berfœttr zeigen, handelt es sich um ein altes Possessivkompositum. barhaupt ‘mit bloßem Haupt, ohne Kopfbedeckung’, heute nur adverbial; barhäuptig Adj. (15. Jh.); mhd. barhoubet. Bargeld n. (um 1400). Barschaft f. (Anfang 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Barschaft · ↗Besitz · ↗Geld · ↗Vermögen
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Geld in jemandes Portmonee · (das) Geld in jemandes Tasche · Geld, das jemand dabei hat  ●  (jemandes) Barschaft  geh.
Oberbegriffe
  • Bargeld  ●  Bares  ugs. · ↗Cash  ugs., engl.
Assoziationen
  • bei sich tragen · mit sich führen · mit sich herumtragen · ↗mitführen  ●  ↗dabeihaben  Hauptform · mit sich rumschleppen  ugs. · ↗mithaben  ugs.
Synonymgruppe
(jemandes gesamtes) Bargeld · alles Bargeld in jemandes Besitz · alles Bargeld, das jemand hat · alles Bargeld, das jemandem gehört  ●  ↗(jemandes) Barvermögen  Hauptform · (jemandes) Barschaft  geh.
Oberbegriffe
  • Bargeld  ●  Bares  ugs. · ↗Cash  ugs., engl.

Typische Verbindungen zu ›Barschaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Barschaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›Barschaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber dessen Personal kam die Barschaft ebenso exotisch vor, man betrachtete sie mit großen Augen.
Die Welt, 13.09.2003
Von der Barschaft des Opfers fehlt bis heute jede Spur.
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2000
Den Verlust meiner Barschaft habe ich erst zu Hause entdeckt.
Friedländer, Hugo: Massenmörder Hugo Schenk und Genossen vor einem Wiener Ausnahmegerichtshof. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 15492
Sie flüsterten nur noch miteinander und zählten immer wieder ihre kleinen Barschaften.
Kant, Hermann: Die Aula, Berlin: Rütten & Loening 1965, S. 65
Mit dieser Barschaft machte ich mich dann in Richtung Oranienburg auf den Weg.
Bürgel, Bruno H.: Vom Arbeiter zum Astronomen, Berlin: Ullstein 1925 [1919], S. 70
Zitationshilfe
„Barschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Barschaft>, abgerufen am 04.05.2021.

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