Bast, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bastes · Nominativ Plural: Baste
Aussprache
Wortbildung mit ›Bast‹ als Erstglied: ↗Bastarbeit · ↗Bastdecke · ↗Bastfaden · ↗Bastfaser · ↗Bastgeflecht · ↗Basthut · ↗Basthülle · ↗Bastkorb · ↗Bastmatte · ↗Bastschnur · ↗Bastschuh · ↗Bastschurz · ↗Bastseide · ↗Bastseil · ↗Baststrick · ↗Basttasche · ↗Bastteppich · ↗Bastvorhang · ↗Bastvorleger · ↗bastartig
 ·  mit ›Bast‹ als Letztglied: ↗Baumbast · ↗Kokosbast · ↗Lindenbast · ↗Seidenbast · ↗Weidenbast
 ·  mit ›Bast‹ als Grundform: ↗basten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zum Flechten, Binden geeignete Pflanzenfaser, zähes Zellgewebe aus verholzten Strängen von Pflanzen
Beispiele:
ein Vorleger, eine Matte, ein Teppich aus Bast
eine Tasche aus Bast flechten
der Eingeborene trug nur einen Schurz aus Bast
die Senker mit Bast anbinden
2.
Jägersprache behaarte, feine Haut auf dem wachsenden Geweih
Beispiele:
der eingetrocknete Bast wird vom Hirsch gefegt
das Abscheuern des Bastes an Bäumen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bast m. ‘Naturfaser, innere Schicht der Baumrinde’, Flecht- und Bindematerial, früher zur Herstellung von Kleidung und zum Nähen verwendet, ahd. (11. Jh.), mhd. bast, aengl. bæst, asächs. anord. bast, mnd. mnl. nl. engl. schwed. bast. Die Etymologie von germ. *basta- ist unsicher. Man vermutet Verwandtschaft mit lat. fascis ‘Bund, Bündel’, fascia ‘Binde, Band’, mir. basc ‘Halsband’, so daß auf Grundformen ie. *bhasko- bzw. mit Dentalsuffix ie. *bhasto- ‘Bund, Bündel’ zurückzugehen wäre. Unwahrscheinlich ist ein angenommener Zusammenhang mit binden, der Bast aus ie. *bhendh- ‘binden’ erklärt; da eine solche Lautentwicklung nur im Illyr. möglich ist, müßten die gut bezeugten germ. Formen als Entlehnungen betrachtet werden.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Geweih Holz Rinde Stroh geflochten umwickeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wahrscheinlich haben die strengen Winter der Jahre 1984 bis 87 den Bast vieler Eichen geschädigt.
Die Zeit, 17.11.1989, Nr. 47
Aber an den Bast werde ich jetzt mal wieder denken oder was soll ich nun tun?
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 04.02.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Dann ziehen wir mit dem schweren Kahn Netze aus Bast durchs Haff.
Bild, 24.08.2000
Das vom Kambium nach innen abgegliederte Gewebe heißt Holz, das nach außen abgegliederte Bast.
Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 196
Durch eine Reihe von Behandlungen wird dieses dem Baste entzogen.
Welt und Wissen, 1929, Nr. 3, Bd. 18
Zitationshilfe
„Bast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bast>, abgerufen am 22.11.2019.

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