Batzen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Batzens · Nominativ Plural: Batzen
Aussprache
WorttrennungBat-zen
Wortbildung mit ›Batzen‹ als Letztglied: ↗Geldbatzen · ↗Goldbatzen · ↗Kupferbatzen · ↗Lehmbatzen · ↗Silberbatzen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich Klumpen
Beispiel:
große Batzen Lehm, Erde klebten an den Wagenrädern
salopp, bildlich beträchtliche Summe
Beispiele:
er hat einen (hübschen) Batzen geerbt
ein ganzer Batzen Geld
2.
historisch Münze
Beispiele:
der Handwerksbursche musste die drei Batzen bezahlen
Ein Heller und ein Batzen [Volkslied]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Batzen m. ‘Klumpen’, auch Bezeichnung für ein Geldstück, frühnhd. Batz(e), Batzen. Herkunft ungewiß. Das Wort ist vielleicht eine Ableitung von dem allerdings erst spät (um 1700) bezeugten und heute veralteten Verb batzen ‘zusammenkleben’, das, älteres *back(e)zen vorausgesetzt, als Intensivum zu ↗backen (s. d.) im Sinne von ‘kleben’ gelten kann. Das als Batzen, Bätzen bezeichnete Geldstück ist der in Salzburg (1495) geprägte Dickpfennig. Wort und Sache gelangen bald darauf (über Konstanz) nach Bern (1497), wo Batz, Batze, Bätze (als nicht schweizerdt. Wort) volksetymologisch mit Betz ‘Bär’, dem aufgeprägten Berner Wappentier, gleichgesetzt wird; vgl. hd. (Meister) Petz (eigentlich affektisch verschärfte Koseform von Bernhard, zu ahd. bero ‘Bär’ und hart ‘stark, kühn’). Batz(en), Bätze entwickelt die Bedeutung ‘Geldstück, Geld’ und führt zu der Entlehnung ital. bezzo ‘venezianische Münze’, Plur. bezzi ‘Geld’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brocken · ↗Haufen · ↗Klumpen · ↗Portion · ↗Stück  ●  Batzen  ugs. · ↗Klumpatsch  ugs.
Synonymgruppe
Myriade · ↗Unmenge · ↗Unsumme · ↗Unzahl  ●  Batzen  ugs. · Riesenmenge  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Anhäufung · ↗Anzahl · ↗Ballung · Batzen · ↗Fülle · ↗Haufen · ↗Heer · ↗Legion · ↗Masse · ↗Menge · ↗Reihe · ↗Schar · ↗Schwall · ↗Schwarm · ↗Schwung · ↗Serie · ↗Unmasse · ↗Unmaß · ↗Unmenge · ↗Unzahl · ↗Vielheit · ↗Vielzahl · ↗Wust · ↗Übermaß  ●  ↗Armee  ugs. · ↗Flut  ugs. · ↗Latte  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Etat Heller abbekommen ansehnlich ausmachen beisteuern beträchtlich blutig dick einbringen einstreichen entfallen erheblich erwirtschaften fett gehörig gewaltig groß hinlegen hübsch kassieren kriegen ordentlich riesig satt schön verdienen verschlingen ziemlich zusammenkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Batzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So kann aus 100 Euro im Monat in 35 Jahren doch ein ganz schöner Batzen Geld werden.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2004
Auch sehnten sie sich danach, endlich wieder einen Batzen Geld auszugeben.
Der Tagesspiegel, 30.11.1999
Und Sie kriegen trotzdem den gleichen Batzen wie beim Bundestagswahlkampf.
Der Spiegel, 20.06.1988
Gebückt arbeiteten sie und schweigend, hoben die Batzen mit beiden Händen von der Karre, klopften sie mit beiden Händen fest.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 209
Eine Kellnerin schlug den nächsten Batzen Salat auf den Teller.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 102
Zitationshilfe
„Batzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Batzen>, abgerufen am 19.10.2019.

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