Bauernaufstand, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bauernaufstand(e)s · Nominativ Plural: Bauernaufstände
Aussprache  [ˈbaʊ̯ɐnʔaʊ̯fʃtant]
Worttrennung Bau-ern-auf-stand
Wortzerlegung  Bauer1 Aufstand
eWDG und ZDL

Bedeutung

meist historisch Erhebung der einfachen Landbevölkerung gegen die (unterdrückerische) Obrigkeit
siehe auch BauernkriegWDG
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: einen Bauernaufstand organisieren
Beispiele:
die Zeit der BauernaufständeWDG
Es gibt viele Versuche, die Bewegung der »Gelbwesten« historisch einzuordnen, von den Bauernaufständen früherer Jahrhunderte, den »Jacquerien«, über den Sturm auf die Bastille 1789 bis zur »68er‑Revolution der Mittelklassen«, wie der »Figaro« titelte. [Die Welt, 05.12.2018]
übertrieben Der Bauernaufstand (= die Proteste), der in diesem Herbst in Deutschland in vielen ländlichen Regionen glimmt, hat ja »die Politik« zum Feind und nicht die Natur. [Welt am Sonntag, 15.10.2017]
Als [Thomas] Müntzer sich an die Spitze des Thüringer Bauernaufstands stellt, wettert der obrigkeitstreue Luther: »(…) man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.« [Der Standard, 09.11.2016]
Mit der Niederschlagung des Bauernaufstands, der sich vom Schwarzwald bis nach Mitteldeutschland ausgebreitet hatte, war die erste Revolution auf deutschem Boden fehlgeschlagen. [Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2016]
Herr Miquel, die lange schmale Gestalt mit dem dichten weißen Haar und den lebhaften Zügen, bemühte sich als Nationalliberaler sehr, den ehemaligen Kommunisten zu verleugnen, der mit Karl Marx korrespondiert hatte und nach 1848 noch »kleine Bauernaufstände« anstiften wollte. [Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten. Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.): Deutsche Autobiographien 1690–1930. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 9662]
Bauernkrieg, der große deutsche Bauernaufstand, der zuerst Jan. 1525 im Stift Kempten ausbrach und sich rasch durch ganz Ober‑ und Mitteldeutschland verbreitete, als der blutige Abschluß einer langen Reihe von Aufständen, durch welche die Bauern ihre gedrückte Lage zu verbessern suchten […]. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 6500]

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Typische Verbindungen zu ›Bauernaufstand‹

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Zitationshilfe
„Bauernaufstand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bauernaufstand>, abgerufen am 16.10.2021.

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