Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bauernsterben, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bauernsterbens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Bau-ern-ster-ben
Wortzerlegung Bauer1 Sterben
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

kontinuierliches Zurückgehen der Zahl bäuerlicher Betriebe durch Rationalisierung in der Landwirtschaft und Landflucht der jüngeren Dorfbewohner (und der damit verbundene Bevölkerungsrückgang auf dem Lande)
Beispiele:
Es sei eine Tatsache, dass in Österreich jeden Tag neun landwirtschaftliche Betriebe zusperren, so Obmann‑Stellvertreter Leo Steinbichler. Der allseits geforderte Strukturwandel sei also gleichbedeutend mit Bauernsterben. [Der Standard, 21.02.2006]
Der Begriff Bauernsterben ist grundfalsch. Gäbe es tatsächlich ein Sterben, stünden Bauernhöfe leer. Das Gegenteil ist der Fall. Selbst für entlegenste Betriebe stehen Käufer Schlange. [Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2011]
Bereits die vorgehenden Agrarreformen haben ihr Ziel versäumt, das Bauernsterben in Europa aufzuhalten und kleinen Erzeugern ein Auskommen zu sichern. [Süddeutsche Zeitung, 09.03.2013]
[…] in den Sonnenblumenregionen Zentralspaniens und Süditaliens grassiert die Furcht vor einem großen Bauernsterben. [Die Zeit, 25.02.1999]
[…] auch in den USA überwiegt die Zahl der bäuerlichen Familienbetriebe, wird die Landwirtschaft subventioniert, findet ein kontinuierliches Bauernsterben statt. [Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980–1991. München: Gegenstandpunkt Verlag 1998 [1986]]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Bauernsterben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bauernsterben>.

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