Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Baukasten, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Baukastens · Nominativ Plural: Baukästen
Aussprache 
Worttrennung Bau-kas-ten
Wortzerlegung bauen1 Kasten, Bau Kasten
Wortbildung  mit ›Baukasten‹ als Erstglied: Baukastenprinzip · Baukastensystem  ·  mit ›Baukasten‹ als Letztglied: Metallbaukasten · Modellbaukasten · Stabilbaukasten · Steinbaukasten
eWDG

Bedeutung

Kasten mit kleinen Bausteinen, Bauklötzen zum Spielen
Beispiele:
der Junge bekommt zum Geburtstag einen Baukasten
mit dem Baukasten spielen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bau · Neubau · Überbau · baufällig · Baukasten · baulich · Baulichkeit · Baumeister · Baustein · Bauwerk
Bau m. ‘Errichtung, Gebäude, Struktur’. Ahd. m. ‘Wohnung’ (8. Jh.), mhd. , bou m. (n.) ‘bestelltes Feld, Ackerbau, Wohnung, Hausbau’, asächs. n., mnd. būw(e) n., mnl. nl. bouw m., aengl. n., anord. n. ‘Wohnort, Wohnung, Haushalt, Vieh, Leute’, schwed. bo ‘Hausstand, Einrichtung, Unterschlupf von Tieren’ gehören zur gleichen Wurzel wie bauen (s. d.) und teilen weitgehend die Bedeutungsentwicklung des Verbs. Der Plural zu Bau ‘Wohnung, Unterschlupf von Tieren’ ist Baue, vgl. Fuchsbaue. Der Plural zu Bau ‘Gebäude’ lautet Bauten und ist nd. Ursprungs. Landschaftliche Entsprechungen von mnd. būwet(e), bouwete, būte gehen im 18. Jh. in pluralischer Form und hd. Lautung in die Literatursprache ein. Dagegen setzt sich der Singular Baute f. im Hd. nicht durch. Die Bedeutung ‘Ackerbau, Feldbestellung’ wird im Nhd. noch in Bildungen wie Ackerbau (s. d.) oder Anbau (16. Jh.) deutlich, im Simplex tritt sie zu zurück. Neubau m. (18. Jh.). Überbau m. mhd. überbū m. n., ein Wort der Rechtssprache, ‘das Bauen über eine bestimmte festgesetzte Grenze oder Linie hinaus’, seit dem 18. Jh. jedes ‘Bauwerk, das über etw. errichtet wird’. Von Marx übertragen auf die Gesamtheit der politischen, juristischen, moralischen und weltanschaulichen Ideen und Institutionen, die sich über der jeweiligen ökonomischen Basis (s. d.) einer bestimmten Gesellschaft erheben, aus ihr entstanden sind und auf sie zurückwirken. baufällig Adj. ‘einsturzgefährdet’, spätmhd. bawfellig (von Mauerwerk, 14. Jh.), būvellec (von verwahrloster Feldfrucht, 15. Jh.), mnd. buwwelich; s. fällig. Baukasten m. Kinderspielkasten mit Bausteinen (18. Jh.). baulich Adj. ‘den Bau betreffend’, mhd. būwenlich, biulich, būlich ‘den Bau betreffend, von festem Bau, wohnhaft, angesessen’, möglicherweise auch vom Verb bauen abgeleitet; Baulichkeit f. ‘Gesamtkomplex von Gebäuden’ (19. Jh.). Baumeister m. ‘Architekt, Bauleiter’, mhd. būmeister ‘Leiter der städtischen Bauten’. Baustein m. ‘Stein zum Bauen, Mauern’ (17. Jh.). Bauwerk n. ‘Gebäude’, spätmhd. būwerk (14. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Baukasten‹ (berechnet)

Sicherheitsprotokoll entwickeln greifen modular

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Baukasten‹.

Verwendungsbeispiele für ›Baukasten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Datenbanken ähneln Baukästen, aus denen die fertige Anwendung erst gebastelt werden muß. [C't, 1995, Nr. 8]
Um das Risiko niedrig zu halten, hat man einen Baukasten bewährter Teile zusammengestellt. [Die Zeit, 04.12.1981, Nr. 50]
Innerhalb weniger Jahrzehnte entstand ein Baukasten aus soviel Elementen, daß bis heute damit gewerkelt wird. [Süddeutsche Zeitung, 06.07.1996]
Neben zwei neuen tonnenförmigen Motoren finden sich mehr als 300 vertraute Teile in Rot, Gelb und Schwarz im Baukasten. [C't, 2001, Nr. 25]
Vielleicht hatte der Heilige Nikolaus den Krämerladen gebracht und den anderen Baukasten. [Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 132]
Zitationshilfe
„Baukasten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Baukasten>.

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