Bausch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bausches · Nominativ Plural: Bausche/Bäusche
Wortbildung mit ›Bausch‹ als Letztglied: ↗Faltenbausch · ↗Futterbausch · ↗Gazebausch · ↗Rockbausch · ↗Seidenbausch · ↗Wattebausch · ↗Zellstoffbausch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
kleiner fülliger Packen
Beispiele:
ein Bausch Watte, Verbandstoff, Zellstoff
ein Bausch aus Tüll, Wolle, Seidenpapier
ein Bausch von Falten
umgangssprachlichetw. macht einen Bausch
Wir müssen noch dickere Bäusche unterlegen [unter den Verband] [RennBauschenKrieg239]
2.
in Bausch und Bogen (= alles in allem, ganz und gar)
Beispiele:
etw., jmdn. in Bausch und Bogen ablehnen, annehmen, verwerfen, verdammen, verurteilen
er hat seine Besitzungen in Bausch und Bogen (= im ganzen) verkauft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bausch · bauschen · bauschig
Bausch m. ‘lockere, knäuelartige Verdickung, Wulst’. Ahd. būsc (für lat. caestus) ‘Schlagriemen mit eingenähten Metallteilen, den sich die Faustkämpfer wulstförmig um Hände und Arme wickeln’ (um 1000), mhd. būsch auch ‘Schlag, der Beulen verursacht’ und ‘Sattelwulst’ läßt sich mit Gutturalsuffix zur s-Erweiterung der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (s. ↗Beule, ↗Busen, ↗böse) stellen. Die Redensart in Bausch und Bogen ‘im ganzen genommen, völlig, ohne Unterschied’ (16. Jh.) geht wohl auf die Abmessung des Grenzverlaufs beim Kauf von Grundstücken zurück (¹DWB 1, 1198), wobei Bausch die auswärts-, Bogen die einwärtsgehende Grenzfläche bedeutet, d. h., das an der einen Stelle fehlende Stück wird durch das an der anderen Stelle übergreifende ausgeglichen. bauschen Vb. ‘schwellen, auftragen, sich blähen’, mhd. biuschen, būschen ‘schlagen, klopfen’; aufbauschen Vb. ‘aufblähen, übertreiben’ (18. Jh.). bauschig Adj. ‘wulstig, auftragend’ (Ende 18. Jh.), älter bauschecht (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Bausch‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bausch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bausch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den Bausch des geschürzten Mantels greifend, wanderte er auf die Straße hinaus.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 276
Bei einem großen Vorstellen in Bausch und Bogen ist das natürlich schwierig.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22898
Dabei lehnte und lehnt die Mehrheit von ihnen westliche Technologie oder naturwissenschaftliche Entdeckungen nicht in Bausch und Bogen ab.
Heine, Peter: Verwestlichung. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 9269
Das heißt jedoch nicht, daß man die alten Regeln gesellschaftlichen Benehmens in Bausch und Bogen über Bord werfen soll, um völlig neue zu erfinden.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 7
Ev legt an, verläßt das Schiff und kauft sich einen großen Bausch Zuckerwatte.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 65
Zitationshilfe
„Bausch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bausch>, abgerufen am 03.04.2020.

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