Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bausch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bausches · Nominativ Plural: Bausche/Bäusche
Wortbildung  mit ›Bausch‹ als Letztglied: Faltenbausch · Futterbausch · Gazebausch · Rockbausch · Seidenbausch · Wattebausch · Zellstoffbausch
Mehrwortausdrücke  in Bausch und Bogen
eWDG

Bedeutungen

1.
kleiner fülliger Packen
Beispiele:
ein Bausch Watte, Verbandstoff, Zellstoff
ein Bausch aus Tüll, Wolle, Seidenpapier
ein Bausch von Falten
umgangssprachlichetw. macht einen Bausch
Wir müssen noch dickere Bäusche unterlegen [unter den Verband] [ RennBauschenKrieg239]
2.
in Bausch und Bogen (= alles in allem, ganz und gar)
Beispiele:
etw., jmdn. in Bausch und Bogen ablehnen, annehmen, verwerfen, verdammen, verurteilen
er hat seine Besitzungen in Bausch und Bogen (= im ganzen) verkauft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bausch · bauschen · bauschig
Bausch m. ‘lockere, knäuelartige Verdickung, Wulst’. Ahd. būsc (für lat. caestus) ‘Schlagriemen mit eingenähten Metallteilen, den sich die Faustkämpfer wulstförmig um Hände und Arme wickeln’ (um 1000), mhd. būsch auch ‘Schlag, der Beulen verursacht’ und ‘Sattelwulst’ läßt sich mit Gutturalsuffix zur s-Erweiterung der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (s. Beule, Busen, böse) stellen. Die Redensart in Bausch und Bogen ‘im ganzen genommen, völlig, ohne Unterschied’ (16. Jh.) geht wohl auf die Abmessung des Grenzverlaufs beim Kauf von Grundstücken zurück (¹DWB 1, 1198), wobei Bausch die auswärts-, Bogen die einwärtsgehende Grenzfläche bedeutet, d. h., das an der einen Stelle fehlende Stück wird durch das an der anderen Stelle übergreifende ausgeglichen. – bauschen Vb. ‘schwellen, auftragen, sich blähen’, mhd. biuschen, būschen ‘schlagen, klopfen’; aufbauschen Vb. ‘aufblähen, übertreiben’ (18. Jh.). bauschig Adj. ‘wulstig, auftragend’ (Ende 18. Jh.), älter bauschecht (16. Jh.).

Thesaurus

Kunst
Synonymgruppe
Bausch · Helmbinde · Helmlöhr · Löhr · Pausch · Türkenbund · Wulst  ●  Helmwulst  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Bausch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den Bausch des geschürzten Mantels greifend, wanderte er auf die Straße hinaus. [Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 276]
In der Öffentlichkeit äußerte sich Bausch selten zu ihren Produktionen. [Die Zeit, 06.07.2009, Nr. 27]
Sie nehme den Preis in Japan gern in Empfang, weil damit der Tanz insgesamt geehrt werde, sagte Bausch. [Die Zeit, 24.10.2007 (online)]
Die Arbeit bei Pina Bausch läuft seit Jahren immer gleich ab. [Die Zeit, 03.02.1986, Nr. 05]
Die Zeit im Theater der Pina Bausch ist die Zeit der Märchen. [Die Zeit, 18.09.1981, Nr. 39]
Zitationshilfe
„Bausch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bausch>.

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