Baustein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBau-stein
Wortzerlegungbauen1Stein, ↗BauStein
Wortbildung mit ›Baustein‹ als Erstglied: ↗Bausteinprinzip  ·  mit ›Baustein‹ als Letztglied: ↗Hohlbaustein
eWDG, 1967

Bedeutung

Mauerstein, Dachstein
Beispiele:
die Bausteine (für ein Haus) herbeischaffen
die einzelnen Bausteine aufeinandersetzen
natürliche, künstliche Bausteine
der Platz war mit Schutt und Bausteinen bedeckt
übertragen
Beispiele:
dieses Buch ist ein Baustein in der Erforschung des Mittelalters
das Atom ist der kleinste charakteristische Baustein der Elemente
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bau · Neubau · Überbau · baufällig · Baukasten · baulich · Baulichkeit · Baumeister · Baustein · Bauwerk
Bau m. ‘Errichtung, Gebäude, Struktur’. Ahd. m. ‘Wohnung’ (8. Jh.), mhd. , bou m. (n.) ‘bestelltes Feld, Ackerbau, Wohnung, Hausbau’, asächs. n., mnd. būw(e) n., mnl. nl. bouw m., aengl. n., anord. n. ‘Wohnort, Wohnung, Haushalt, Vieh, Leute’, schwed. bo ‘Hausstand, Einrichtung, Unterschlupf von Tieren’ gehören zur gleichen Wurzel wie ↗bauen (s. d.) und teilen weitgehend die Bedeutungsentwicklung des Verbs. Der Plural zu Bau ‘Wohnung, Unterschlupf von Tieren’ ist Baue, vgl. Fuchsbaue. Der Plural zu Bau ‘Gebäude’ lautet Bauten und ist nd. Ursprungs. Landschaftliche Entsprechungen von mnd. būwet(e), bouwete, būte gehen im 18. Jh. in pluralischer Form und hd. Lautung in die Literatursprache ein. Dagegen setzt sich der Singular Baute f. im Hd. nicht durch. Die Bedeutung ‘Ackerbau, Feldbestellung’ wird im Nhd. noch in Bildungen wie ↗Ackerbau (s. d.) oder Anbau (16. Jh.) deutlich, im Simplex tritt sie zu zurück. Neubau m. (18. Jh.). Überbau m. mhd. überbū m. n., ein Wort der Rechtssprache, ‘das Bauen über eine bestimmte festgesetzte Grenze oder Linie hinaus’, seit dem 18. Jh. jedes ‘Bauwerk, das über etw. errichtet wird’. Von Marx übertragen auf die Gesamtheit der politischen, juristischen, moralischen und weltanschaulichen Ideen und Institutionen, die sich über der jeweiligen ökonomischen ↗Basis (s. d.) einer bestimmten Gesellschaft erheben, aus ihr entstanden sind und auf sie zurückwirken. baufällig Adj. ‘einsturzgefährdet’, spätmhd. bawfellig (von Mauerwerk, 14. Jh.), būvellec (von verwahrloster Feldfrucht, 15. Jh.), mnd. buwwelich; s. ↗fällig. Baukasten m. Kinderspielkasten mit Bausteinen (18. Jh.). baulich Adj. ‘den Bau betreffend’, mhd. būwenlich, biulich, būlich ‘den Bau betreffend, von festem Bau, wohnhaft, angesessen’, möglicherweise auch vom Verb bauen abgeleitet; Baulichkeit f. ‘Gesamtkomplex von Gebäuden’ (19. Jh.). Baumeister m. ‘Architekt, Bauleiter’, mhd. būmeister ‘Leiter der städtischen Bauten’. Baustein m. ‘Stein zum Bauen, Mauern’ (17. Jh.). Bauwerk n. ‘Gebäude’, spätmhd. būwerk (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Baustein · ↗Bestandteil · ↗Detail · ↗Einzelheit · ↗Element · ↗Gegenstand · ↗Glied · ↗Komponente · ↗Konstituens · ↗Modul · ↗Punkt · ↗Stück · ↗Teil
Unterbegriffe
  • Entwurfselement · Trassierungselement
  • Feuerschläger · Feuerstahl  ●  Feuereisen  veraltet · Feuerschurf  veraltet · Pinkeisen  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfolge Altersvorsorge Aminosäure Atom Atomkern Baustein Eiweiß Eiweißstoff Erbgut Erbsubstanz Gesamtkonzept Materie Neutron Protein Proton Reihenfolge einzeln elektronisch elementar entschlüsseln fundamental genetisch molekular unverzichtbar wesentlich wichtig zentral zerlegen zusammenfügen zusammensetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Baustein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ohne seinen kreativen Kopf aber fehlt diesem Ensemble der wichtigste Baustein.
Die Welt, 28.06.2005
Unsere Beratung besteht aus verschiedenen Bausteinen, die dem Bedarf entsprechend kombiniert werden können.
Der Tagesspiegel, 17.10.1997
Man muß erst die Bausteine schaffen, dann kann man bauen.
Dressler, M. A.: Was jede Frau wissen sollte!, Dresden: Selbstverlag 1903, S. 380
Das ist der äußerlich sichtbare Ausdruck für die Ordnung der atomaren Bausteine in einem Kristallgitter.
Urania, 1970, Nr. 2
Eine neuerfundene Maschine, die den märkischen Sand und die Sägespäne zusammen zu Bausteinen preßte, sollte hier verwertet und vertrieben werden.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„Baustein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Baustein>, abgerufen am 23.03.2019.

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