Bauwerk, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Bau-werk
Wortzerlegung bauen1Werk, ↗BauWerk
Wortbildung  mit ›Bauwerk‹ als Letztglied: ↗Typenbauwerk
eWDG

Bedeutung

das Gebaute, Errichtete
Beispiele:
dieser Dom, das Hochhaus, die Brücke, der Schornstein ist ein mächtiges Bauwerk
ein riesiges, stattliches, altes, historisches, gotisches, majestätisches Bauwerk
die repräsentativen Bauwerke der Stadt besichtigen
auf dem höchsten Bauwerk wehte die Flagge
das mittelalterliche Bauwerk musste abgerissen, sollte restauriert werden
die Typisierung und Standardisierung der neuzeitlichen Bauwerke
Hoch‑ und Tiefbauten sind Bauwerke
bildlich
Beispiel:
Der Ofen ist ein altertümliches Bauwerk von weißen und grünen Kacheln [ RaabeII 2,44]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bau · Neubau · Überbau · baufällig · Baukasten · baulich · Baulichkeit · Baumeister · Baustein · Bauwerk
Bau m. ‘Errichtung, Gebäude, Struktur’. Ahd. m. ‘Wohnung’ (8. Jh.), mhd. , bou m. (n.) ‘bestelltes Feld, Ackerbau, Wohnung, Hausbau’, asächs. n., mnd. būw(e) n., mnl. nl. bouw m., aengl. n., anord. n. ‘Wohnort, Wohnung, Haushalt, Vieh, Leute’, schwed. bo ‘Hausstand, Einrichtung, Unterschlupf von Tieren’ gehören zur gleichen Wurzel wie ↗bauen (s. d.) und teilen weitgehend die Bedeutungsentwicklung des Verbs. Der Plural zu Bau ‘Wohnung, Unterschlupf von Tieren’ ist Baue, vgl. Fuchsbaue. Der Plural zu Bau ‘Gebäude’ lautet Bauten und ist nd. Ursprungs. Landschaftliche Entsprechungen von mnd. būwet(e), bouwete, būte gehen im 18. Jh. in pluralischer Form und hd. Lautung in die Literatursprache ein. Dagegen setzt sich der Singular Baute f. im Hd. nicht durch. Die Bedeutung ‘Ackerbau, Feldbestellung’ wird im Nhd. noch in Bildungen wie ↗Ackerbau (s. d.) oder Anbau (16. Jh.) deutlich, im Simplex tritt sie zu zurück. Neubau m. (18. Jh.). Überbau m. mhd. überbū m. n., ein Wort der Rechtssprache, ‘das Bauen über eine bestimmte festgesetzte Grenze oder Linie hinaus’, seit dem 18. Jh. jedes ‘Bauwerk, das über etw. errichtet wird’. Von Marx übertragen auf die Gesamtheit der politischen, juristischen, moralischen und weltanschaulichen Ideen und Institutionen, die sich über der jeweiligen ökonomischen ↗Basis (s. d.) einer bestimmten Gesellschaft erheben, aus ihr entstanden sind und auf sie zurückwirken. baufällig Adj. ‘einsturzgefährdet’, spätmhd. bawfellig (von Mauerwerk, 14. Jh.), būvellec (von verwahrloster Feldfrucht, 15. Jh.), mnd. buwwelich; s. ↗fällig. Baukasten m. Kinderspielkasten mit Bausteinen (18. Jh.). baulich Adj. ‘den Bau betreffend’, mhd. būwenlich, biulich, būlich ‘den Bau betreffend, von festem Bau, wohnhaft, angesessen’, möglicherweise auch vom Verb bauen abgeleitet; Baulichkeit f. ‘Gesamtkomplex von Gebäuden’ (19. Jh.). Baumeister m. ‘Architekt, Bauleiter’, mhd. būmeister ‘Leiter der städtischen Bauten’. Baustein m. ‘Stein zum Bauen, Mauern’ (17. Jh.). Bauwerk n. ‘Gebäude’, spätmhd. būwerk (14. Jh.).

Thesaurus

Architektur
Synonymgruppe
Bau · Bauwerk · ↗Gebäude · ↗Gemäuer  ●  Gebäudlichkeit  geh., altertümelnd, scherzhaft-ironisch
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(großes) Gebäude · (unansehnliches, großes) Bauwerk · ↗Koloss  ●  ↗Klotz  ugs.
Oberbegriffe
  • Bau · Bauwerk · ↗Gebäude · ↗Gemäuer  ●  Gebäudlichkeit  geh., altertümelnd, scherzhaft-ironisch
Assoziationen
  • (ein) Trumm (von) · Monster... · ↗Monstrum · Riesen... · großes Ding  ●  dicker Brummer  fig. · (ein) Ungetüm (von)  ugs. · ↗Apparillo  ugs., rheinisch · ↗Brocken  ugs. · ↗Kaventsmann  ugs. · Mordsteil  ugs. · Oschi  ugs. · ↗Riesending  ugs. · ↗Riesenteil  ugs. · dickes Ding  ugs. · fettes Teil  ugs., jugendsprachlich · so ein Ding! (mit Geste)  ugs., emotional · so'n Ding!  ugs. · Ömmel  ugs. · Ömmes  ugs. · Öschi  ugs.
Synonymgruppe
Bauwerk · ↗Gebäude · bauliche Anlage
Assoziationen
  • Hartbrandziegel · ↗Klinker · hart gebrannter Ziegel

Typische Verbindungen zu ›Bauwerk‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bauwerk‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bauwerk‹

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Sie führen dem Leser das Bauwerk auf sinnliche Weise vor Augen.
Die Welt, 12.05.2003
Erst ab 1993 erhielt das Bauwerk seine neue Bestimmung als Hotel.
Der Tagesspiegel, 18.08.2002
Wiederum mit Owen stimmt F. überein in der Konzentration auf ein Bauwerk.
o. A.: Lexikon der Kunst - F. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 4836
Ein Bauwerk greift in einer doppelten Weise über sich selbst hinaus.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 140
Nie sind sie, unabhängig vom Leben, für das sie gelten, aufgeführt wie ein vollendetes Bauwerk.
Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig u. a.: B.G. Teubner 1930, S. 75
Zitationshilfe
„Bauwerk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bauwerk>, abgerufen am 21.01.2021.

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