Bauwerk, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungBau-werk (computergeneriert)
Wortzerlegungbauen1Werk, ↗BauWerk
eWDG, 1967

Bedeutung

das Gebaute, Errichtete
Beispiele:
dieser Dom, das Hochhaus, die Brücke, der Schornstein ist ein mächtiges Bauwerk
ein riesiges, stattliches, altes, historisches, gotisches, majestätisches Bauwerk
die repräsentativen Bauwerke der Stadt besichtigen
auf dem höchsten Bauwerk wehte die Flagge
das mittelalterliche Bauwerk musste abgerissen, sollte restauriert werden
die Typisierung und Standardisierung der neuzeitlichen Bauwerke
Hoch- und Tiefbauten sind Bauwerke
bildlich
Beispiel:
Der Ofen ist ein altertümliches Bauwerk von weißen und grünen Kacheln [RaabeII 2,44]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bau · Neubau · Überbau · baufällig · Baukasten · baulich · Baulichkeit · Baumeister · Baustein · Bauwerk
Bau m. ‘Errichtung, Gebäude, Struktur’. Ahd. m. ‘Wohnung’ (8. Jh.), mhd. , bou m. (n.) ‘bestelltes Feld, Ackerbau, Wohnung, Hausbau’, asächs. n., mnd. būw(e) n., mnl. nl. bouw m., aengl. n., anord. n. ‘Wohnort, Wohnung, Haushalt, Vieh, Leute’, schwed. bo ‘Hausstand, Einrichtung, Unterschlupf von Tieren’ gehören zur gleichen Wurzel wie ↗bauen (s. d.) und teilen weitgehend die Bedeutungsentwicklung des Verbs. Der Plural zu Bau ‘Wohnung, Unterschlupf von Tieren’ ist Baue, vgl. Fuchsbaue. Der Plural zu Bau ‘Gebäude’ lautet Bauten und ist nd. Ursprungs. Landschaftliche Entsprechungen von mnd. būwet(e), bouwete, būte gehen im 18. Jh. in pluralischer Form und hd. Lautung in die Literatursprache ein. Dagegen setzt sich der Singular Baute f. im Hd. nicht durch. Die Bedeutung ‘Ackerbau, Feldbestellung’ wird im Nhd. noch in Bildungen wie ↗Ackerbau (s. d.) oder Anbau (16. Jh.) deutlich, im Simplex tritt sie zu zurück. Neubau m. (18. Jh.). Überbau m. mhd. überbū m. n., ein Wort der Rechtssprache, ‘das Bauen über eine bestimmte festgesetzte Grenze oder Linie hinaus’, seit dem 18. Jh. jedes ‘Bauwerk, das über etw. errichtet wird’. Von Marx übertragen auf die Gesamtheit der politischen, juristischen, moralischen und weltanschaulichen Ideen und Institutionen, die sich über der jeweiligen ökonomischen ↗Basis (s. d.) einer bestimmten Gesellschaft erheben, aus ihr entstanden sind und auf sie zurückwirken. baufällig Adj. ‘einsturzgefährdet’, spätmhd. bawfellig (von Mauerwerk, 14. Jh.), būvellec (von verwahrloster Feldfrucht, 15. Jh.), mnd. buwwelich; s. ↗fällig. Baukasten m. Kinderspielkasten mit Bausteinen (18. Jh.). baulich Adj. ‘den Bau betreffend’, mhd. būwenlich, biulich, būlich ‘den Bau betreffend, von festem Bau, wohnhaft, angesessen’, möglicherweise auch vom Verb bauen abgeleitet; Baulichkeit f. ‘Gesamtkomplex von Gebäuden’ (19. Jh.). Baumeister m. ‘Architekt, Bauleiter’, mhd. būmeister ‘Leiter der städtischen Bauten’. Baustein m. ‘Stein zum Bauen, Mauern’ (17. Jh.). Bauwerk n. ‘Gebäude’, spätmhd. būwerk (14. Jh.).

Thesaurus

Architektur
Synonymgruppe
Bau · Bauwerk · ↗Gebäude · ↗Gemäuer  ●  Gebäudlichkeit  geh., altertümelnd, scherzhaft-ironisch
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(großes) Gebäude · (unansehnliches, großes) Bauwerk · ↗Koloss  ●  ↗Klotz  ugs.
Oberbegriffe
  • Bau · Bauwerk · ↗Gebäude · ↗Gemäuer  ●  Gebäudlichkeit  geh., altertümelnd, scherzhaft-ironisch
Assoziationen
  • (ein) Trumm (von) · ↗Brocken · ↗Kaventsmann · Monster... · ↗Monstrum · Riesen... · großes Ding  ●  dicker Brummer  fig. · (ein) Ungetüm (von)  ugs. · ↗Apparillo  ugs., rheinisch · Mordsteil  ugs. · Oschi  ugs. · ↗Riesending  ugs. · ↗Riesenteil  ugs. · dickes Ding  ugs. · fettes Teil  ugs., jugendsprachlich · Ömmel  ugs. · Ömmes  ugs. · Öschi  ugs.
Synonymgruppe
Bauwerk · ↗Gebäude · bauliche Anlage

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beseitigung Errichtung Landschaft Mangel Modernisierung Planung Rest Sanierung Schade Skulptur Zerstörung bedeutend erhalten historisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bauwerk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einem kalten Land wie dem unseren wird annähernd ein Drittel aller konsumierten Energie zum Heizen von Bauwerken aufgewandt.
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2000
Einzelne steinerne Male fanden die Wissenschaftler auch in den größeren Bauwerken.
Die Zeit, 26.07.1985, Nr. 31
Sie führen jedoch bei Eingaben über Lärm in vorhandenen Bauwerken selbst meßtechnische Prüfungen aus oder beauftragen damit eine dafür geeignete Stelle.
Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 201
Die leicht gebauten Hütten sind teilweise vom Sturm niedergerissen und weggeschwemmt, auch die Dächer fehlen gänzlich diesen provisorischen Bauwerken.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Tragödien spielten sich noch in letzter Stunde in den alten Bauwerken ab.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 183
Zitationshilfe
„Bauwerk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bauwerk>, abgerufen am 18.03.2019.

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