Beatnik, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Beatnik(s) · Nominativ Plural: Beatniks
Aussprache  [ˈbiːtnɪk]
Worttrennung Beat-nik
Herkunft gleichbedeutend beatnikengl
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2020

Bedeutungen

1.
Vertreter der Beatgeneration
Beispiele:
Während die männlichen Beatniks Gedichtbände veröffentlichten, abends durch die Bars zogen, nach Tanger und Paris reisten und bewusstseinsverändernde Drogen nahmen, waren die meisten dieser ebenfalls kreativen Frauen gezwungen, zu Hause zu bleiben und sich um die Kinder zu kümmern – und meist auch noch das Geld zu verdienen. [Die Zeit, 03.02.2017 (online)]
Der Drang der Beatniks, so dichten zu wollen, wie die Bebop‑Musiker ihrer Zeit spielten, ist längst Legende und die Versuche der weißen Literaten, die Grenze zur Musik zu durchbrechen, seitdem mannigfaltig. [die tageszeitung, 30.01.1995]
Unverkennbar lehnt sich [der Dichter] Bolaño in seinen Gedichten an die Beatniks an, an ihre Lust an der Bewegung und an die »Ekstase« der lebendigen Wahrnehmung. [Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2017]
metonymisch[Der Übersetzer] Fadil hat die Beatniks ins Albanische übersetzt, Ginsberg, Kerouac, Burroughs, noch dazu Charles Bukowski. [Süddeutsche Zeitung, 17.08.2016]
Und dort gehörte er [ein Künstler] dann zum künstlerischen Untergrund – zu den Beatniks um Allen Ginsberg und Jack Kerouac, die damals das amerikanische Establishment herausforderten. [Die Welt, 16.08.2016]
In der Zeit [den 1950er Jahren] zogen […] die Beatniks Jack Kerouac, Williams S. Burroughs, Neal Cassady und Allen Ginsberg um die Häuser, um ausgiebig Drogen zu konsumieren und nebenbei Bücher zu schreiben. Heute würde man sie wohl Hipster nennen. Damals war das noch ein Schimpfwort für Leute, die um die Häuser zogen und Drogen konsumierten, ohne sich dabei für Jazz und Literatur zu interessieren. [Süddeutsche Zeitung, 12.10.2015]
Wo andere in den Beatniks bloß eine weitere und nicht weiter ernst zu nehmende Gegenkultur sahen, erkannte Aronowitz, der mit Jack Kerouac befreundet war, früh, daß es sich dabei um eine wichtige literarische Bewegung handelte. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2005]
Der Beatnik attackierte vermittelst und über die Literatur hinaus Moral und Tradition, die sich nur noch auf Gesetz und Ordnung beriefen. [Neue Zürcher Zeitung, 10.01.1994]
Es beginnt gewöhnlich damit, daß einer der amtierenden Beatniks mit einer Frage wie dieser vor die Versammlung tritt: »Befindet sich ein geplagter Nachbar im Hause, der aufstehen will und einen sozialen Protest in die Welt hinausschreien möchte?« Danach springen dann nacheinander einige der bärtigen Jünglinge auf und rezitieren ihre Gedichte […]. Die Beatniks dichten am laufenden Band – sie schreiben »spontan«, sagen sie. […] Die Rebellion gegen die geltenden Regeln der Interpunktion ist wahrscheinlich noch der harmloseste und bestimmt der klarste Ausdruck einer ausgiebig propagierten Verzweiflung. Alles andere ist dunkel und so ungeklärt wie das beat im Firmenschild, über dessen Bedeutung sich die Vorsteher der Sekte – Jack Kerouac, der Romancier, und Allen Ginsberg der Poet – mit ihrer Gefolgschaft nicht einig werden können. [Die Zeit, 04.09.1959, Nr. 36]
2.
gelegentlich abwertend, veraltend jemand, der sich durch unkonventionelles Verhalten gegen die bürgerliche Norm wendet
siehe auch Gammler, Hippie
Beispiele:
Meine [in den 1960ern geborenen] Altersgenossen könnten sich auch nicht als Beatniks bezeichnen und noch nicht einmal als Rebellen im elementarsten Sinne. Es ist einfach eine von feigen, angepassten Eltern erzogene Generation unreifer und unerfüllter Versager. [Der Standard, 11.10.2009]
Der Begriff »Beatnik«[…] stand längst für sehnsüchtigen Alternativ‑Konformismus, für Ziegenbärtchen, Kifferhöhlen und geschlechtliche Zweideutigkeit. [Die Zeit, 22.08.1997, Nr. 35]
Eigentlich waren sie [meine Eltern] eher Beatniks [als Hippies], geprägt vom Jazz und der Bürgerrechtsbewegung. [Die Welt, 27.05.2017]
Wir begegnen auffallend vielen Bettlern und heruntergekommenen Existenzen, in die Jahre gekommenen Beatniks mit kurzem Pferdeschwanz. [Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2015]
Er sagte es in dem tadelnden Ton, den er manchmal angeschlagen hatte, als ich ein fünfzehnjähriger Beatnik war. [Die Zeit, 25.07.2013, Nr. 31]
[…] Jazz‑ und poesiebesessene Typen, die den vorgegebenen »way of life« nicht bedingungslos akzeptieren, werden eine neue Kategorie im amerikanischen Film. Marlon Brando in The Wild One oder James Dean in Rebel Without a Cause zeugen vom Einzug der »Beatniks«, der »Hipsters« in den amerikanischen Alltag. [Der Standard, 11.04.2008]
Mods, Teds, Rocker, Beatniks, Folkies, Hippies und Yippies wuchsen zu Gegenkultur‑Monstren heran und halfen dem Underground sich weltweit zu vernetzen und schließlich das hervorzubringen, was heute Pop heißt. [Süddeutsche Zeitung, 05.01.2006]
Man beschimpfte sie als Gammler, aber im Grunde waren sie Hippies und Beatniks – lange bevor es diese Begriffe überhaupt gab. [Berliner Zeitung, 07.07.2005]
Nach einigen Wochen gerieten die Teach‑ins (= Protestaktionen an Hochschulen in Form von Diskussions- oder Informationsveranstaltungen) durch das massierte Auftreten von Gammlern und Beatniks mit Pilzköpfen und Milchbärten alsbald Ins Zwielicht. [Der Spiegel, 28.02.1966, Nr. 10]
Ich vermiete nicht an Beatniks! [www.opensubtitles.org, 1962, aufgerufen am 31.10.2014]
Im Gegensatz zum Square gibt sich der Beatnik betont asozial und defätistisch; er bemüht sich, seinen Lebensunterhalt mit möglichst wenig Arbeit zu bestreiten. [Der Spiegel, 18.01.1961, Nr. 4]

Typische Verbindungen zu ›Beatnik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beatnik‹.

Zitationshilfe
„Beatnik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beatnik>, abgerufen am 01.12.2020.

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