Beben, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bebens · Nominativ Plural: Beben
Aussprache 
Worttrennung Be-ben
Grundformbeben
Wortbildung  mit ›Beben‹ als Erstglied: Bebengebiet · Bebenherd  ·  mit ›Beben‹ als Letztglied: Ausbruchsbeben · Einsturzbeben · Meerbeben · Ortsbeben · Zwischenbeben
eWDG

Bedeutung

Geologie Erschütterung der Erdoberfläche
Beispiele:
ein heftiges, fernes, vulkanisches Beben
tektonische Beben entstehen im Erdinnern, verbreiten sich über verschiedene Gebiete, zerstören Städte
das Beben vollzog sich in mehreren Stößen
ein Beben mit Messinstrumenten registrieren, voraussagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beben · bebbern · bibbern · erbeben · Beben · Erdbeben
beben Vb. ‘heftig zittern’, ahd. bibēn ‘beben, zittern’ (9. Jh.), mhd. biben, asächs. biƀon, bibōn, mnd. mnl. bĕven, nl. beven, afries. bevia, bivia, aengl. bifian, anord. bifa erweisen sich als reduplizierende Bildungen (germ. *bibai-) zur Wurzel ie. *bhōi-, *bhəi- ‘sich fürchten’. Die Reduplikation stammt wie in aind. bibhḗti ‘fürchtet sich’ vermutlich aus einer alten Perfektform. Das -e- der ersten Silbe in nhd. beben setzt sich im 16. Jh. mit Luthers Bibelübersetzung durch und ist nd. Ursprungs, vgl. mnd. mnl. bēven ‘zittern, beben’. Mundartliche, besonders nd. Formen, wie iteratives bebern und bibbern, dringen ins Hd., vgl. nhd. bebbern, bibbern (Anfang 19. Jh.), auch nl. bibberen. erbeben Vb. ‘heftig erzittern, erregt werden’, ahd. irbibēn ‘erbeben, erzittern’ (10. Jh.), mhd. erbiben. Beben n. ‘Erschütterung der Erdoberfläche’, in der Geologie als gekürzte Form von Erdbeben seit der 1. Hälfte des 20. Jhs. gebräuchlich. Zur genaueren Bezeichnung dienen die Komposita Erd-, See-, Fernbeben. Erdbeben n. ‘Erschütterung der Erdkruste’, vgl. ahd. erdbibunga, erdbiba (9. Jh.), mhd. ertbibunge, ertbibe, asächs. erðbiƀunga, mnd. ērtbēvinge, mnl. erdbevinge, aengl. eorþbyfung. Im Mhd. (md.) erscheint der substantivierte Infinitiv im Kompositum ertbiben; Luther verwendet Erdbeben neben Erdbebung.

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Beben · Erdbeben · Erdstoß
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Beben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beben‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Tier bebte am ganzen Leib, wagte sich nicht mehr voran und nicht mehr zurück. [Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 198]
Die Erde hatte in der Region so heftig gebebt wie seit 23 Jahren nicht mehr. [Die Zeit, 26.10.2013 (online)]
Als ich den Namen ausgesprochen hatte, ging ein fließendes Beben durch die Gestalt meiner Mutter. [Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 119]
Da ging ein Beben durch die gewaltige Masse, als wollte sie Amen sagen. [Die Zeit, 04.11.1999, Nr. 45]
Das ist nicht der ersehnte Ruck, nicht das große geistige Beben, auf das so viele so lange gewartet haben. [Die Zeit, 22.08.1997, Nr. 35]
Zitationshilfe
„Beben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beben>.

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