Beben, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bebens · Nominativ Plural: Beben
Aussprache
WorttrennungBe-ben
Grundformbeben
Wortbildung mit ›Beben‹ als Erstglied: ↗Bebengebiet · ↗Bebenherd  ·  mit ›Beben‹ als Letztglied: ↗Ausbruchsbeben · ↗Einsturzbeben · ↗Meerbeben · ↗Ortsbeben · ↗Zwischenbeben
eWDG, 1967

Bedeutung

Geologie Erschütterung der Erdoberfläche
Beispiele:
ein heftiges, fernes, vulkanisches Beben
tektonische Beben entstehen im Erdinnern, verbreiten sich über verschiedene Gebiete, zerstören Städte
das Beben vollzog sich in mehreren Stößen
ein Beben mit Messinstrumenten registrieren, voraussagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beben · bebbern · bibbern · erbeben · Beben · Erdbeben
beben Vb. ‘heftig zittern’, ahd. bibēn ‘beben, zittern’ (9. Jh.), mhd. biben, asächs. biƀon, bibōn, mnd. mnl. bĕven, nl. beven, afries. bevia, bivia, aengl. bifian, anord. bifa erweisen sich als reduplizierende Bildungen (germ. *bibai-) zur Wurzel ie. *bhōi-, *bhəi- ‘sich fürchten’. Die Reduplikation stammt wie in aind. bibhḗti ‘fürchtet sich’ vermutlich aus einer alten Perfektform. Das -e- der ersten Silbe in nhd. beben setzt sich im 16. Jh. mit Luthers Bibelübersetzung durch und ist nd. Ursprungs, vgl. mnd. mnl. bēven ‘zittern, beben’. Mundartliche, besonders nd. Formen, wie iteratives bebern und bibbern, dringen ins Hd., vgl. nhd. bebbern, bibbern (Anfang 19. Jh.), auch nl. bibberen. erbeben Vb. ‘heftig erzittern, erregt werden’, ahd. irbibēn ‘erbeben, erzittern’ (10. Jh.), mhd. erbiben. Beben n. ‘Erschütterung der Erdoberfläche’, in der Geologie als gekürzte Form von Erdbeben seit der 1. Hälfte des 20. Jhs. gebräuchlich. Zur genaueren Bezeichnung dienen die Komposita Erd-, See-, Fernbeben. Erdbeben n. ‘Erschütterung der Erdkruste’, vgl. ahd. erdbibunga, erdbiba (9. Jh.), mhd. ertbibunge, ertbibe, asächs. erðbiƀunga, mnd. ērtbēvinge, mnl. erdbevinge, aengl. eorþbyfung. Im Mhd. (md.) erscheint der substantivierte Infinitiv im Kompositum ertbiben; Luther verwendet Erdbeben neben Erdbebung.

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Beben · ↗Erdbeben · ↗Erdstoß
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Großes Alaska-Beben · Karfreitagsbeben
  • Seebeben · unterseeisches Erdbeben
  • Erdbebenschwarm · ↗Schwarmbeben
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Beben‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beben‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beben‹

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Das letzte große Beben geschah 1997, es hatte auch eine Stärke um 6 herum.
Die Zeit, 13.04.2009, Nr. 15
Sein Tod dürfte heute ein weniger großes Beben auslösen als noch vor Jahren.
Der Tagesspiegel, 29.10.2004
Als ich den Namen ausgesprochen hatte, ging ein fließendes Beben durch die Gestalt meiner Mutter.
Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 119
Wo irgend etwas bumst oder braust, durchfährt sie ein Beben.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 118
Mit tiefem Beben empfängt er das Bild des jämmerlichen Lüders.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 466
Zitationshilfe
„Beben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beben>, abgerufen am 06.04.2020.

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