Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Becher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bechers · Nominativ Plural: Becher
Aussprache  [ˈbɛçɐ]
Worttrennung Be-cher
eWDG

Bedeutungen

1.
hohes, zylinderförmiges Trinkgefäß (ohne Fuß)
Beispiele:
ein silberner, hölzerner, zusammenklappbarer Becher
ein Becher aus Kunststoff, Porzellan, Glas, Metall
ein Becher (voll) Wasser
einen Becher Milch trinken
den Becher ansetzen, bis auf den Grund, den letzten Tropfen leeren
einen Becher füllen
jmdm. einen Becher einschenken
dichterischdie Becher erklingen, kreisen beim fröhlichen Mahl
Laß mir den besten Becher Weins / In purem Golde reichen [ GoetheSänger]
bildlich
Beispiele:
ein Wermutstropfen im Becher der Freude
Laß mich den Becher des Jammers und der Freuden … auf einmal trinken [ GoetheLehrjahre7,549]
2.
übertragen Dinge, die einem Becher äußerlich ähnlich sind
a)
Beispiel:
der Becher (= Fruchthülle) der Eichel, Kastanie
b)
becherförmige Blüte
Beispiele:
die Becher der Glockenblume
Winden kletterten am Schilf hoch und ihre weißen klaren Becher blühten [ OelfkenTraum50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Becher · bechern
Becher m. ‘Trinkgefäß ohne Henkel’. Ahd. behhari ‘Becher, Kelch, Opferschale, Krug’ (11. Jh.), mhd. becher, asächs. bikeri, mnd. mnl. bēker, anord. bikarr (woraus engl. beaker ‘Becher’) sind Entlehnungen aus mlat. bicarius m., bicarium n. ‘Becher, (Trink)gefäß’ oder schon aus gleichbed., im Roman. fortlebenden vlat. *bicārus, *biccārius m. (-cc- vielleicht durch Einfluß von vlat. *baccus, *bacca, s. Becken). Man führt diese Formen meist auf griech. bī́kos (βῖκος) ‘(Wein-, Wasser)krug, -becher’ zurück, eventuell über ein deminutives byzant.-griech. *bīkárion (*βικάριον). Da mlat. bicarius und gleichbed. bicarium eine Fülle lautlicher Varianten neben sich haben (vgl. anlautend ba-, be-, by-, pe-, pi-), erwägt man auch, die mlat. Formen an spätlat. bacar, bacarium, bacario (neben becario) ‘Weinkrug (mit Henkel)’, Bildungen zu lat. bāca, bacca ‘(Wein)beere’, anzuknüpfen. – bechern Vb. scherzhaft für ‘tüchtig trinken, zechen’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Becher · Kelch · Kelchglas  ●  Gral  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Becher‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Becher‹.

Verwendungsbeispiele für ›Becher‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man muß immer einige Becher vorrätig haben, um austauschen zu können. [Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 46]
Er ließ sich Zeit damit, den Becher mit dampfendem Tee zu füllen. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 203]
Der Toast war inzwischen kalt, und das Ei ragte ungeköpft aus seinem Becher. [Die Zeit, 25.03.1999, Nr. 13]
Auch meine Mark, die ich nun schon so lange griffbereit bei mir trug, fiel in den Becher. [Die Zeit, 23.08.1996, Nr. 35]
Die Männer klopften immer ungeduldiger mit ihren Bechern auf die Tische. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 290]
Zitationshilfe
„Becher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Becher>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Bebung
Bebrütung
Bebop
Bebilderung
Bebenstärke
Becherblume
Becherfrucht
Becherfuß
Becherglas
Becherhalter