Bedürfnislosigkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Be-dürf-nis-lo-sig-keit
Wortzerlegung bedürfnislos -igkeit
eWDG

Bedeutung

Genügsamkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedürfen · Bedürfnis · bedürfnislos · Bedürfnislosigkeit · bedürftig · Bedürftigkeit · Bedarf
bedürfen Vb. ‘brauchen, nötig haben’, ahd. bithurfan ‘bedürftig sein, brauchen, bedürfen’ (um 800), mhd. bedurfen, bedürfen, mnd. bedörven, bederven, bedarven stimmen mit der alten Bedeutung des Simplex dürfen (s. d.) überein; auch sie werden von Anfang an vor allem mit dem Genitiv verbunden (es bedurfte keiner Worte, der Ruhe bedürfen). Bedürfnis n. ‘Verlangen, Wunsch’, frühnhd. bedürfnisse (15. Jh.), mnd. bederfnisse, auch ‘Mangel, Dürftigkeit’; verhüllend sein Bedürfnis (‘seine Notdurft’) befriedigen, verrichten (19. Jh.). bedürfnislos Adj. ‘genügsam’ (Ende 18. Jh.); Bedürfnislosigkeit f. (Anfang 19. Jh.). bedürftig Adj. ‘arm, Mangel leidend, mittellos’, in der Wendung einer Sache, jmds. bedürftig sein ‘etw., jmdn. brauchen, nötig haben’; ahd. bithurftīg (Hs. 13. Jh.), spätmhd. bedurftic. Vgl. zu Anfang des 17. Jhs. bezeugtes, heute untergegangenes Bedurft f. ‘Bedürfnis’. Im Sinne von ‘notleidend’ begegnet das Adjektiv oft substantiviert die Bedürftigen Plur. Zu der letztgenannten Bedeutung ist Bedürftigkeit f. ‘Mangel, Armut’ (Mitte 16. Jh.) gebildet. Bedarf m. ‘Erfordernis, Nachfrage’, das die gleiche Ablautstufe wie der Singular des präterital gebildeten Präsens von bedürfen aufweist, wird im 16. Jh. aus mnd. bedarf, bederf ‘Notdurf, Mangel’ ins Hd. übernommen. Anfangs nur in der Kanzleisprache üblich, setzt sich Bedarf im 18. Jh. als Ausdruck der Handelssprache im Sinne von ‘Dinge, derer man bedarf’ allgemein gegenüber der alten Bedeutung ‘Mangel’ durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anspruchslosigkeit · Bedürfnislosigkeit · Bescheidenheit · Genügsamkeit
Assoziationen
  • (sich) mit wenigem zufriedengeben · einfach leben · genügsam leben · keine Ansprüche stellen · mit wenigem auskommen · mit wenigem zufrieden (sein)

Typische Verbindungen zu ›Bedürfnislosigkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bedürfnislosigkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bedürfnislosigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch es gewann der gute Geschmack, es siegte die Qualität über die Bedürfnislosigkeit. [Die Zeit, 23.04.2007, Nr. 17]
Die intellektuelle Bedürfnislosigkeit hat Kohl nicht daran gehindert, Kanzler zu werden. [Süddeutsche Zeitung, 30.09.1998]
Ich bin ihr dankbar, dass ich von ihr mitbekommen habe, wie wichtig Freiheit ist, auch im Sinne von Bedürfnislosigkeit. [Der Tagesspiegel, 08.06.2003]
Von der urbanen Bedürfnislosigkeit der Studenten auf kulturelles Ödland zu schließen, ist aber falsch. [Die Zeit, 09.07.1982, Nr. 28]
Er habe im Krieg die Bedürfnislosigkeit gelernt, die ihm half, das Leben als Schriftsteller wiederum zu genießen. [Die Zeit, 06.12.2012, Nr. 48]
Zitationshilfe
„Bedürfnislosigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bed%C3%BCrfnislosigkeit>.

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