Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bedauern, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bedauerns · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Be-dau-ern
Grundformbedauern
Wortbildung  mit ›Bedauern‹ als Erstglied: bedauernswürdig
eWDG

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von bedauern (1, 2)
Beispiele:
sein Bedauern äußern, ausdrücken, zeigen
über etw. ein schmerzliches Bedauern empfinden, fühlen
zu meinem (größten, lebhaften, aufrichtigen) Bedauern habe ich gehört, dass …
ich muss mit Bedauern (= leider) feststellen, dass …
jmdn. mit tiefem Bedauern betrachten
Er brummte ein Wort des Bedauerns [ HeyseI 4,55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dauern2 · bedauern · Bedauern
dauern2 Vb. ‘leid tun, Mitleid erregen’, mhd. tūren, mnd. dūren, ablautend zum Adjektiv teuer (s. d.), mhd. tiure, daher ursprünglich ‘zu teuer, zu kostbar sein, dünken’, aber schon mhd. auch in der heute allein üblichen Bedeutung ‘schmerzen, leid tun’, vielfach in unpersönlicher Konstruktion. Der d-Anlaut begegnet seit dem 15. Jh. und setzt sich ebenso wie der seit dem 16. Jh. auftretende Wechsel von dauren zu dauern Ende 18. Jh. durch. bedauern Vb. ‘bemitleiden, Mitgefühl empfinden’, mhd. betūren ‘zu kostbar dünken, leid tun’, Präfixbildung zu tūren (s. oben); daneben auch mhd. betiuren (das formal heutigem beteuern, s. teuer, entspricht). In unpersönlicher Konstruktion steht der Gegenstand des Mitleids, des Bedauerns ursprünglich (wie beim Simplex) im Genitiv, später im Nominativ. Die heutige Verwendung, die den Gegenstand des Bedauerns nur als Akkusativobjekt kennt, entwickelt sich im 17. Jh. Bedauern n. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Bedauern · Bußfertigkeit · Reue · Reuegefühl · Reumütigkeit · Selbstanklage · Zerknirschtheit · Zerknirschung
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Bedauern‹ (berechnet)

Ausdruck Gefühl Geste Ton Unterton Wort aeusserte aufrichtig ausdrücken ausgedrückt aussprechen bekunden drücken empfinden geäussert grossem grosses grösstem lebhaft leise schwingen sprechen tief äussert äusserte äusserten äußern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bedauern‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bedauern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da sie jedoch bereits für diesen Abend vergeben sind, werden sie zu ihrem großen Bedauern nicht anwesend sein können. [Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 378]
Zu meinem Bedauern war ich nicht in der Lage, solchen religiösen Bedenken zu entsprechen. [Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 27]
Ich kann zu meinem Bedauern nicht umhin, an meinen früher geäußerten Bedenken festzuhalten. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 144]
Da konnte er noch soviel leider und Bedauern hineinschreiben, ändern würde das nichts. [C't, 1998, Nr. 3]
Leider aber "muß" er zu seinem Bedauern feststellen, daß in der Welt nur Monster herumlaufen, die nicht fähig seien, diesem seinem Ideal gerecht zu werden. [o. A.: VOM UNSINN DER KLAGE ÜBER DIE UNFRIEDLICHKEIT DER POLITIK. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1984]]
Zitationshilfe
„Bedauern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bedauern>.

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