Bedenken, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bedenkens · Nominativ Plural: Bedenken · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungBe-den-ken (computergeneriert)
Grundformbedenken
Wortbildung mit ›Bedenken‹ als Erstglied: ↗Bedenkenträger · ↗bedenkenlos  ·  mit ›Bedenken‹ als Letztglied: ↗Gewissensbedenken · ↗Sicherheitsbedenken
eWDG, 1967

Bedeutung

Überlegung, die Zweifel, Sorge, Vorbehalt enthält
Beispiele:
ernste, grundsätzliche, schwere, große, leichte, einige Bedenken haben
gehoben ernste, grundsätzliche, schwere, große, leichte, einige Bedenken hegen
ein Bedenken gegen etw. äußern, erheben, geltend machen, anmelden
Bedenken über etw. vorbringen
es bestehen (keine) Bedenken
etw. gibt zu ernsthaften Bedenken Anlass
etw. erregt starke Bedenken (in jmdm.)
in jmdm. steigen leise Bedenken auf
manchmal kamen ihm Bedenken, ob ...
alle Bedenken zurückstellen, beiseiteschieben, niederschlagen
sich über alle Bedenken hinwegsetzen
das zerstreut meine letzten Bedenken
die damaligen Bedenken sind heute behoben
die Bedenken des Arztes
ohne Bedenken (= ohne zu zögern) handeln, etw. tun
voll moralischer Bedenken (= Skrupel) [H. MannSchlaraffenland1,284]
[der Jüngere] widerlegte die Bedenken [Einwände] des Älteren [KasackStadt209]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedenken · Bedenken · bedenklich · bedenkenlos · Bedenkenlosigkeit · Bedacht · bedächtig · Bedächtigkeit
bedenken Vb. ‘nachdenken, überlegen, erwägen’, ahd. bithenken (8. Jh.), mhd. bedenken ‘sein Denken worauf richten, überlegen, erwägen’, auch jmdn. mit etw. bedenken ‘für jmdn. sorgen, jmdn. mit etw. beschenken’ und in frühnhd. Zeit sich bedenken ‘mit sich zu Rate gehen, sich besinnen’, asächs. bithenkian, afries. bithanka, aengl. beþencan, got. biþagkjan. Zur Etymologie s. ↗denken. Dazu der substantivierte Infinitiv Bedenken n. ‘Überlegung, die Zweifel, Sorge, Vorbehalt enthält’, (15. Jh.); bedenklich Adj. ‘zweifelnd, voll Sorge, Vorbehalt’ (15. Jh.), dann auch ‘zweifelhaft, besorgniserregend’. bedenkenlos Adj. ‘ohne Bedenken, rücksichtslos’ und Bedenkenlosigkeit f. sind Ableitungen jüngster Zeit (19. Jh.). Bedacht m. nur noch in festen Wendungen mit, voll, ohne Bedacht ‘mit, voll, ohne Bedenken, Überlegung, Sorgfalt’, mhd. bedāht ‘Erwägung, Bedenkzeit’, Verbalsubstantiv zu bedenken (s. oben und s. ↗Andacht); bedächtig Adj. ‘vorsichtig, umsichtig, langsam, gemächlich’, mhd. bedæhtic, ahd. bithāhtīg (8. Jh.). Bedächtigkeit f. mhd. bedæhticheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedenken · ↗Gewissen · Gewissensbisse · Schuldgefühle · ↗Skrupel · Vorbehalte · ↗Zweifel · schlechtes Gewissen
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bedenken · ↗Hader · ↗Ungewissheit · ↗Unsicherheit · ↗Verunsicherung · ↗Zweifel · ↗Zwiespalt
Assoziationen
  • (das) Ende ist offen · (der) Ausgang ist ungewiss · Spitz auf Knopf stehen · auf Messers Schneide stehen
  • Hängepartie · Zeit der Unsicherheit · ↗Zitterpartie
Antonyme
Synonymgruppe
Angst · ↗Angstgefühl · Bedenken · ↗Bedrohungsgefühl · ↗Befürchtung · ↗Beklemmung · ↗Beklommenheit · ↗Furcht · ↗Scheu · ↗Sorge  ●  ↗Bammel  ugs. · ↗Flattermann  ugs. · ↗Fracksausen  ugs. · Manschetten  ugs. · ↗Muffe  ugs. · ↗Muffensausen  ugs. · ↗Schiss  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bedenken · ↗Bedenklichkeit · Schwanken · ↗Unentschlossenheit · ↗Ungewissheit · ↗Unschlüssigkeit · ↗Zweifel · ↗Zögerlichkeit · Zögern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kartellamt anfänglich anmelden ausräumen datenschutzrechtlich erheben erheblich ernsthaft ethisch geäußert grundsätzlich hegen hinwegsetzen juristisch kartellrechtlich laut massiv moralisch ordnungspolitisch rechtlich schwerwiegend stoßen verfassungsrechtlich vorbringen vortragen wettbewerbsrechtlich wischen zerstreuen zurückstellen äußern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bedenken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Welche Bedenken bestanden und warum sie fallen gelassen wurden, bleibt offen.
Die Zeit, 02.08.2013, Nr. 32
Aber zu guter Letzt meldet sie doch noch Bedenken an.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 202
Offensichtlich haben rechtliche Bedenken damals die Durchführung eines derartigen Verfahrens nicht für zweckdienlich erscheinen lassen.
o. A.: Zweiundsiebzigster Tag. Samstag, 2. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4888
Die Bedenken, die bezüglich der Form bestanden, gehen aus dieser Verordnung hervor.
o. A.: Achtundvierzigster Tag. Freitag, den 1. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21629
Zu meinem Bedauern war ich nicht in der Lage, solchen religiösen Bedenken zu entsprechen.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 27
Zitationshilfe
„Bedenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bedenken>, abgerufen am 21.01.2019.

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