Bedrohung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bedrohung · Nominativ Plural: Bedrohungen
Aussprache 
Worttrennung Be-dro-hung
Wortzerlegung bedrohen -ung
Wortbildung  mit ›Bedrohung‹ als Erstglied: Bedrohungsgefühl · Bedrohungspotential · Bedrohungspotenzial
 ·  mit ›Bedrohung‹ als Letztglied: Existenzbedrohung · Luftbedrohung · Menschheitsbedrohung · Weltbedrohung
eWDG

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von bedrohen (1, 2)
Beispiele:
etw. bildet, bedeutet eine Bedrohung
in ständiger, tödlicher Bedrohung leben
entsprechend der Bedeutung von bedrohen (1)
Beispiel:
die Bedrohung dieses Landes gefährdet den Weltfrieden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drohen · dräuen · Drohung · Drohbrief · bedrohen · Bedrohung
drohen Vb. ‘Unangenehmes, Böses ankündigen’. Ahd. throuwen (8. Jh.), threwen (um 800) ‘drohen, tadeln’, mhd. drouwen, drewen, dröuwen, dröun setzt sich fort in nhd. dräuen Vb. (noch in poetischer bzw. historisierender Sprache, während die unumgelauteten Formen im älteren Nhd. untergehen). Daneben steht kontrahiertes (in Anlehnung an die Substantive ahd. thrōa, mhd. drō, s. unten) mhd. drōn, nhd. drohen (mit h als orthographischem Längezeichen). Im Germ. entsprechen asächs. githrōon, mnd. drouwen, mnl. druwen, nl. drouwen, afries. þrūwan, aengl. þrēagan, þrēawian ‘tadeln, züchtigen, strafen, bedrohen, angreifen’ (westgerm. *þrawjan), außergerm. sind aslaw. traviti ‘verzehren’, russ. travít’ (травить) ‘vernichten, hetzen, jagen, verdauen’ und griech. trȳ́ein (τρύειν) ‘aufreiben, erschöpfen’ verwandt. Alle Formen gehen zurück auf ie. *treu-, *trū-, eine Erweiterung der unter drehen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ter(ə)-, wobei eine Bedeutungsentwicklung ‘drehend reiben, quetschen, bedrängen, drohen’ vorauszusetzen ist. Drohung f. ahd. throuwung(a) (8. Jh.), mhd. dröwunge, drowung, anders gebildetes ahd. throuwa, thrawa, threwa (9. Jh.), mhd. drouwe, drō verdrängend. Drohbrief m. ‘schriftliche Ankündigung von Gewalttätigkeiten’ (Anfang 15. Jh.). bedrohen Vb. ‘Unheil, Gewaltanwendung ankündigen’, mhd. bedröuwen, nhd. bedräuen und daneben (seit 15. Jh.) bedrohen. Bedrohung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedrohung · Gefahr · Gefährdung · Risiko · Unsicherheit · drohendes Unheil  ●  Pulverfass  fig. · Fährde  geh., poetisch · Fährnis  geh., poetisch · Stolperfalle  ugs. · Wagnis  fachspr. · potentielle Schadeinwirkung  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
Androhung · Bedrohung · Drohung

Typische Verbindungen zu ›Bedrohung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bedrohung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bedrohung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Bedrohung des westfränkischen Reiches von außen ist also relativ gering. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 39]
Wie ist das genuine Erschließen dieser ständigen Bedrohung existenzial möglich? [Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 256]
Die objektive Bedrohung durch konventionelle östliche Überlegenheit ist nicht bestreitbar. [Der Spiegel, 08.05.1989]
In der Tat ist das Land angesichts seiner geographischen Lage besonders anfällig für diese auftretende Bedrohung. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Sie nahm es hin, denn das lenkte sie ab von der Bedrohung aus dem eigenen Land. [Die Zeit, 04.11.1999, Nr. 45]
Zitationshilfe
„Bedrohung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bedrohung>.

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