Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Beelzebub, der

Grammatik Eigenname (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Beel-ze-bub
eWDG

Bedeutung

hebräischer Gott der bösen Geister; oberster Teufel
Beispiel:
den Teufel durch, mit Beelzebub austreiben (= ein Übel durch ein anderes Übel bekämpfen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beelzebub m. In der Bibel (Neues Testament) ‘oberster Teufel’, mit dessen Hilfe Jesus nach Vorstellung der Pharisäer die bösen Geister austreibt, vgl. den Teufel durch, mit Beelzebub austreiben ‘ein Übel durch ein anderes Übel bekämpfen’, kirchenlat. Beelzebūb. Es gibt unterschiedliche Deutungsversuche. Nach einigen wäre der Teufelsname gleichzusetzen mit dem im Alten Testament belegten Baal-Zebūb, dem Namen der Orakelgottheit von Ekron, hebr. Ba‛al zewūw, wörtlich ‘Herr der Fliegen’. Nach anderen stellt die neutestamentliche Variante Beelzebūl (griech. Βεελζεβούλ neben im Neuen Testament üblichem Βεεζεβούλ, das wohl auf nachlässige palästinensische Volksaussprache zurückgeht, kirchenlat. Beelzebūl) die ursprüngliche Namensform des Teufels dar, die erst nachträglich an den Götternamen angeglichen wurde. Sie wird entweder (als verächtlich machende rabbinische Bezeichnung) zu hebr. zibbēl ‘düngen’, auch ‘Götzendienst leisten’ (eigentlich ‘Mist darbringen’) gestellt. Beelzebūl wäre danach ‘Herr des Mistes’, d. h. ‘Teufel’, dem letztlich jeder Götzendienst dargebracht wird. Oder sie ist Wiedergabe von hebr. Ba‛al zewūl ‘Herr des Himmels’. Die Namensform Beelzebub kommt mit der Übersetzung des lat. Bibeltextes ins Dt., vgl. ahd. Beelzebub (Tatian).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) große Tier · (der) Leibhaftige · 666 · Antichrist · Beelzebub · Deibel · Diabolo · Dämon · Fürst der Finsternis · Gottseibeiuns · Luzifer · Mephistopheles · Satan  ●  Teufel  Hauptform · Düvel  ugs., plattdeutsch · Mephisto  geh.

Typische Verbindungen zu ›Beelzebub‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beelzebub‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beelzebub‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Beelzebub wird mal wieder ausgetrieben, dieses Mal jedoch, bevor er sich richtig gezeigt hat. [Süddeutsche Zeitung, 26.04.2000]
Daß ihr dabei ausgerechnet der Beelzebub, das Fernsehen, zur Hilfe kam, erheitert sie. [Die Zeit, 28.01.1985, Nr. 04]
Sie nahm in Kauf, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
In Rom treiben sie den Teufel mit dem Beelzebub aus. [Die Zeit, 06.01.2014, Nr. 01]
Doch da hatte man den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. [Die Zeit, 17.08.2009, Nr. 33]
Zitationshilfe
„Beelzebub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beelzebub>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Beeinträchtigung
Beeinflussung
Beeinflussbarkeit
Beeindruckung
Beeilung
Beendigung
Beendung
Beengtheit
Beengung
Beerdigung