Befangenheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Befangenheit · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBe-fan-gen-heit (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Befangenheit‹ als Erstglied: ↗Befangenheitsantrag  ·  mit ›Befangenheit‹ als Grundform: ↗Unbefangenheit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Verlegenheit, Schüchternheit
Beispiele:
eine leichte, große Befangenheit
seine Befangenheit schwindet, verfliegt, löst sich, gibt sich allmählich
in seinem Blick lag Befangenheit
seine Befangenheit zu verbergen suchen
ohne Befangenheit ein Gedicht aufsagen, eine Bitte vorbringen
ein Anflug von Befangenheit
sichtlich in Befangenheit geraten
2.
Voreingenommenheit
Beispiel:
er zeigt eine deutliche Befangenheit den modernen Bauwerken gegenüber
Jura das Parteiischsein
Beispiel:
einen Richter wegen Besorgnis der Befangenheit ablehnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

befangen · unbefangen · Befangenheit · Unbefangenheit
befangen Part.adj. ‘gehemmt, verlegen, voreingenommen’. Das Präfixverb ahd. bifāhan (8. Jh.), mhd. bevāhen ‘umfassen, umfangen, einschließen’ (zur Etymologie s. ↗fangen) entwickelt schon im Mhd. adjektivische Verwendung des Part. Prät. bevangen, bevān ‘ergriffen, erfaßt’, dann ‘nicht frei im Urteil, verlegen’ (18. Jh.). Der verbale Gebrauch wird im 19. Jh. immer seltener. Dazu unbefangen Part.adj. Befangenheit f. Unbefangenheit f. (alle 18. Jh.); doch vgl. einen vereinzelten Frühbeleg ahd. bifanganheit im Sinne von ‘Begrenztsein, Beschränkung’ (Hs. 12. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Befangenheit · ↗Gehemmtheit · ↗Hemmung · ↗Schüchternheit · ↗Unsicherheit · ↗Verklemmtheit
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Befangenheit · ↗Ressentiment · ↗Vorbehalt · ↗Voreingenommenheit · ↗Vorurteil · vorgefasste Meinung
Unterbegriffe
  • Bevölkerungsmeinung · ↗Meinung · Stimmung in der Öffentlichkeit · Urteil der Öffentlichkeit · Volkes Stimme · das öffentliche Klima · öffentliche Meinung  ●  Vox populi  lat. · veröffentlichte Meinung  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Befangenheit · ↗Verzerrung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablehnungsantrag Anschein Antrag Berufsrichter Besorgnis Gutachter Interessenkonflikt Lordrichter Richter Richterin Sachverständiger Scham Scheu Schöffe Schöffin Strafkammer Untersuchungsrichter Verdacht Vorwurf ablehnen anfänglich angeblich bezichtigen entbinden grenzpolizeilich ideologisch nationalistisch platzen richterlich subjektiv

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Befangenheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Musiker, die unter ihm gespielt haben, berichten von seiner charismatischen Befangenheit beim Dirigieren.
Die Welt, 04.09.2004
Aber er zeigte auch eine Befangenheit, die schwerfällt, nicht auch als Folge der heimischen Kritik an ihm zu werten.
Der Tagesspiegel, 16.02.2000
Auch hatte ihn seine schmähliche Befangenheit noch immer nicht losgelassen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 291
Und sie vermochten kaum die Befangenheit hinter ihren guten, überlauten Worten zu verstecken.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 775
Ohne jede Befangenheit, doch mit viel Bitterkeit sprach er weiter.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 18
Zitationshilfe
„Befangenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Befangenheit>, abgerufen am 18.10.2019.

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