Befriedung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Befriedung · Nominativ Plural: Befriedungen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Be-frie-dung
Wortzerlegung befrieden-ung
Wahrig und DWDS

Bedeutungen

1.
Herbeiführen, Schaffen, Sichern des Friedens nach einem Krieg, einer gewaltsamen Auseinandersetzung o. Ä.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine allgemeine, dauerhafte, die endgültige Befriedung [eines Landes o. Ä.]
in Präpositionalgruppe/-objekt: zur Befriedung [eines Konflikts] beitragen
mit Genitivattribut: die Befriedung eines Landes, einer Region, eines Konflikts
als Aktivsubjekt: die Befriedung [des Landes] gelingt, scheitert
als Genitivattribut: der Prozess, das Ziel, eine Politik der Befriedung
Beispiele:
Trotz internationaler Bemühungen um eine Befriedung des Landes kommt Haiti nicht zur Ruhe. Bei neuen Gewalttätigkeiten sind am Dienstag zwei Menschen getötet worden. [Berliner Zeitung, 10.03.2004]
Vermittlungsversuche der UN führten bislang nicht zu einer Befriedung des Landes [Jemen]. [Die Zeit, 07.10.2016 (online)]
Die einzige Hoffnung auf einen Prozess der langsamen Befriedung des Konflikts [zwischen Israel und Palästina] sind die USA. [Berliner Zeitung, 12.11.2004]
Die Voraussetzung für Peters gewaltfreie Auseinandersetzung mit dem bedrohlichen Rivalen ist die Überwindung der eigenen Angst. Was hier so offen pädagogisch wirkt, ist indes keine Traktat‑Lektüre für die Befriedung jugendlichen Temperaments. [Süddeutsche Zeitung, 13.12.1995]
Die Entwaffnung des Landes unter Schi Hoang Ti (die Tradition behauptet: die von den Beamten […] gesammelten Waffen seien in Glocken umgeschmolzen worden) sollte dauernde Befriedung des Landes bedeuten […]. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916–1919], S. 363]
Diese Befriedungen sind auf Dauer nur möglich, wie Kambodscha, der Balkan und Afghanistan zeigen, wenn die Mehrheit der Bürger der jeweils betroffenen Staaten dabei loyal mitwirkt[…]. [Süddeutsche Zeitung, 14.06.2006] ungewöhnl. Pl.
Herbeiführen eines (politisch, sozial) konfliktarmen, friedlichen, harmonischen Zustandes; Schlichtung, Beilegung von (größeren) Konflikten, Streiten
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die innere, soziale Befriedung [eines Landes, einer Gesellschaft o. Ä.]
mit Genitivattribut: Befriedung der Gesellschaft
Beispiele:
Trotz den leidvollen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts […] sehen viele Leute in »starken Männern« nach wie vor die Garanten für die Lösung politischer Probleme und die Befriedung sozialer Konflikte. [Neue Zürcher Zeitung, 04.05.2016]
Am Ende veröffentlichen die zerstrittenen Unionsschwestern ein gemeinsames Sechs‑Seiten‑Papier, in dem sich beide Seiten wiederfinden sollen. Es dient wohl vor allem auch zur Befriedung des gefährlichen Streits zwischen Merkel und Seehofer. [Die Zeit, 01.11.2015 (online)]
Noch mehr benötigt Banca Intesa innere Befriedung, nachdem die Übernahme des früheren Konkurrenten Banca Commerciale zu vielen internen Konflikten geführt hatte. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2004]
Vicente Fox möchte Mexiko eine soziale Befriedung bringen, einen inneren Ausgleich zwischen Arm und Reich, wie er bisher in keinem mittelamerikanischen Land möglich erschien. [Der Tagesspiegel, 11.03.2001]
Mit einer Vortragsreihe macht die Volkswirtschaftliche Gesellschaft […], den anerkennenswerten Versuch, die bedeutungsvolle Frage der Befriedung beider Partner [Kapital und Arbeit] in den Vordergrund eingehender Untersuchungen zu stellen. [Die Zeit, 10.03.1949, Nr. 10]
2.
Zustand des Konfliktfreiheit, friedvolle Stimmung
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: Befriedung erreichen, herbeiführen
Beispiele:
Seit Jahren kommt dieser Staat [Sudan] nicht zur Ruhe, ist er durch Nationalismus, Bürgerkrieg und auch religiöses Eiferertum […] in Teilen zerstört worden. Immer wieder haben sich Hoffnungen zerschlagen, es werde gelingen, […] eine Befriedung herbeizuführen, die einen neuen politischen Anfang möglich macht. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2004]
An den »Führungsproblemen, Kommunikationsproblemen und organisatorischen Problemen« im Haus gebe es jedoch nichts zu deuteln. […] Es sei der Krankenhausleitung nicht gelungen, die Klinik in den Zustand der Ruhe und Befriedung zu versetzen. [Süddeutsche Zeitung, 21.10.1995]
Die Justizverwaltung […] werde sich [in strittigen Fragen des Eherechts] […] für eine Lösung einsetzen, die Befriedung schaffe. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1933]]
Sie saß warm unter der riesigen Pelzdecke, mit abebbenden Gedanken, zufrieden, behütet zu sein. […] Befriedung floß aus der milden, kalten Stille, der stummen Bewegung des Schlittens. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 282]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgrenzung · ↗Absperrung · Befriedung · ↗Einfriedung · ↗Eingrenzung · ↗Einhegung · ↗Einzäunung · ↗Umfassung · ↗Umfriedung · ↗Umgrenzung  ●  ↗Einfriedigung  veraltet
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Befriedung  ●  Pazifikation  veraltet · ↗Pazifizierung  veraltet

Typische Verbindungen zu ›Befriedung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Befriedung‹.

Zitationshilfe
„Befriedung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Befriedung>, abgerufen am 17.05.2021.

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