Befriedung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Befriedung · Nominativ Plural: Befriedungen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungBe-frie-dung
Wortzerlegungbefrieden-ung
Wahrig und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Herbeiführen, Schaffen, Sichern des Friedens nach einem Krieg, einer gewaltsamen Auseinandersetzung o. Ä.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine allgemeine, dauerhafte, die endgültige Befriedung [eines Landes o. Ä.]
in Präpositionalgruppe/-objekt: zur Befriedung [eines Konflikts] beitragen
mit Genitivattribut: die Befriedung eines Landes, einer Region, eines Konflikts
als Aktivsubjekt: die Befriedung [des Landes] gelingt, scheitert
als Genitivattribut: der Prozess, das Ziel, eine Politik der Befriedung
Beispiele:
Trotz internationaler Bemühungen um eine Befriedung des Landes kommt Haiti nicht zur Ruhe. Bei neuen Gewalttätigkeiten sind am Dienstag zwei Menschen getötet worden. [Berliner Zeitung, 10.03.2004]
Vermittlungsversuche der UN führten bislang nicht zu einer Befriedung des Landes [Jemen]. [Die Zeit, 07.10.2016 (online)]
Die einzige Hoffnung auf einen Prozess der langsamen Befriedung des Konflikts [zwischen Israel und Palästina] sind die USA. [Berliner Zeitung, 12.11.2004]
Die Voraussetzung für Peters gewaltfreie Auseinandersetzung mit dem bedrohlichen Rivalen ist die Überwindung der eigenen Angst. Was hier so offen pädagogisch wirkt, ist indes keine Traktat-Lektüre für die Befriedung jugendlichen Temperaments. [Süddeutsche Zeitung, 13.12.1995]
Die Entwaffnung des Landes unter Schi Hoang Ti (die Tradition behauptet: die von den Beamten […] gesammelten Waffen seien in Glocken umgeschmolzen worden) sollte dauernde Befriedung des Landes bedeuten […]. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 363]
Diese Befriedungen sind auf Dauer nur möglich, wie Kambodscha, der Balkan und Afghanistan zeigen, wenn die Mehrheit der Bürger der jeweils betroffenen Staaten dabei loyal mitwirkt[…]. [Süddeutsche Zeitung, 14.06.2006] ungewöhnl. Pl.
Herbeiführen eines (politisch, sozial) konfliktarmen, friedlichen, harmonischen Zustandes; Schlichtung, Beilegung von (größeren) Konflikten, Streiten
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die innere, soziale Befriedung [eines Landes, einer Gesellschaft o. Ä.]
mit Genitivattribut: Befriedung der Gesellschaft
Beispiele:
Trotz den leidvollen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts […] sehen viele Leute in »starken Männern« nach wie vor die Garanten für die Lösung politischer Probleme und die Befriedung sozialer Konflikte. [Neue Zürcher Zeitung, 04.05.2016]
Am Ende veröffentlichen die zerstrittenen Unionsschwestern ein gemeinsames Sechs-Seiten-Papier, in dem sich beide Seiten wiederfinden sollen. Es dient wohl vor allem auch zur Befriedung des gefährlichen Streits zwischen Merkel und Seehofer. [Die Zeit, 01.11.2015 (online)]
Noch mehr benötigt Banca Intesa innere Befriedung, nachdem die Übernahme des früheren Konkurrenten Banca Commerciale zu vielen internen Konflikten geführt hatte. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2004]
Vicente Fox möchte Mexiko eine soziale Befriedung bringen, einen inneren Ausgleich zwischen Arm und Reich, wie er bisher in keinem mittelamerikanischen Land möglich erschien. [Der Tagesspiegel, 11.03.2001]
Mit einer Vortragsreihe macht die Volkswirtschaftliche Gesellschaft […], den anerkennenswerten Versuch, die bedeutungsvolle Frage der Befriedung beider Partner [Kapital und Arbeit] in den Vordergrund eingehender Untersuchungen zu stellen. [Die Zeit, 10.03.1949, Nr. 10]
2.
Zustand des Konfliktfreiheit, friedvolle Stimmung
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: Befriedung erreichen, herbeiführen
Beispiele:
Seit Jahren kommt dieser Staat [Sudan] nicht zur Ruhe, ist er durch Nationalismus, Bürgerkrieg und auch religiöses Eiferertum […] in Teilen zerstört worden. Immer wieder haben sich Hoffnungen zerschlagen, es werde gelingen, […] eine Befriedung herbeizuführen, die einen neuen politischen Anfang möglich macht. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2004]
An den »Führungsproblemen, Kommunikationsproblemen und organisatorischen Problemen« im Haus gebe es jedoch nichts zu deuteln. […] Es sei der Krankenhausleitung nicht gelungen, die Klinik in den Zustand der Ruhe und Befriedung zu versetzen. [Süddeutsche Zeitung, 21.10.1995]
Die Justizverwaltung […] werde sich [in strittigen Fragen des Eherechts] […] für eine Lösung einsetzen, die Befriedung schaffe. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1933]]
Sie saß warm unter der riesigen Pelzdecke, mit abebbenden Gedanken, zufrieden, behütet zu sein. […] Befriedung floß aus der milden, kalten Stille, der stummen Bewegung des Schlittens. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 282]

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgrenzung · ↗Absperrung · Befriedung · ↗Einfriedung · ↗Eingrenzung · ↗Einhegung · ↗Einzäunung · ↗Umfassung · ↗Umfriedung · ↗Umgrenzung  ●  ↗Einfriedigung  veraltet
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Befriedung  ●  Pazifikation  veraltet · ↗Pazifizierung  veraltet

Typische Verbindungen zu ›Befriedung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Befriedung‹.

Zitationshilfe
„Befriedung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Befriedung>, abgerufen am 07.04.2020.

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