Begabung, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Begabung · Nominativ Plural: Begabungen
Aussprache
WorttrennungBe-ga-bung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Begabung‹ als Erstglied: ↗Begabungsreserve · ↗Begabungsschwund · ↗Begabungsuntersuchung
 ·  mit ›Begabung‹ als Letztglied: ↗Doppelbegabung · ↗Durchschnittsbegabung · ↗Frühbegabung · ↗Hochbegabung · ↗Inselbegabung · ↗Kunstbegabung · ↗Lehrbegabung · ↗Mehrfachbegabung · ↗Nachwuchsbegabung · ↗Naturbegabung · ↗Schauspielerbegabung · ↗Sonderbegabung · ↗Sprachbegabung · ↗Theaterbegabung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Befähigung, Anlage, Talent
Beispiele:
eine bedeutende, außerordentliche, hohe, überdurchschnittliche Begabung für etw. haben
eine einseitige, mittelmäßige, natürliche Begabung zeigen
eine musikalische, dichterische, künstlerische, diplomatische Begabung
er hat Begabung zum Lehrer
seine Begabung entwickeln, entfalten
ein Urteil über die Begabung des Autors abgeben
wegen mangelnder Begabung versagen
2.
begabter Mensch
Beispiel:
er ist eine der stärksten Begabungen der modernen deutschen Lyrik
3.
veraltet Schenkung
Beispiel:
Viele erhielten auch eine Begabung mit Land [StifterWitiko3,331]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gabe · begabt · hochbegabt · Begabung
Gabe f. ‘Geschenk, bestimmte Menge, Begabung, Talent’, ahd. gāba (9. Jh.), mhd. gābe, mnd. mnl. gāve, nl. gave, anord. gāfa gehören wie die Vertreter der im Nhd. untergegangenen Bildung ahd. geba (8. Jh.), mhd. gebe, asächs. geҍa, aengl. giefu, anord. gjǫf, got. giba (germ. *gebō) zu dem unter ↗geben (s. d.) behandelten Verb. Beide Formen sind jedoch in ihrer Bedeutung unterschieden, indem mhd. gābe vorwiegend das Ergebnis des Schenkens, das ‘Geschenk’ bezeichnet, mhd. gebe dagegen die Handlung des Gebens, das ‘Schenken’ hervorhebt. Schon mhd. gābe bezeichnet auch die Eigenschaft, womit einer ausgestattet (begabt, s. unten) ist, also ‘Begabung, Talent’. Gabe als ‘das, was gegeben wird’ steht schließlich im Sinne von milde Gabe für ‘Almosen, Spende’, in Wendungen wie die gewohnte Gabe (an Medikamenten) verabreichen für ‘Portion, Dosis’. begabt Part.adj. ‘talentiert, mit guten Anlagen, Geistesgaben ausgestattet’; eigentl. Part. Prät. zu heute unüblichem begaben ‘mit Gaben ausstatten, beschenken’, dem mhd. begāben vorangeht, das im 13. Jh. zuerst in der Rechtssprache (‘letztwillig bedenken, mit Vorrechten ausstatten’) auftritt, im 14. Jh. von der Mystik auf die Gnadengaben Gottes bezogen wird, wohl unter Einfluß von kirchenlat. dōtātus (vgl. frz. doué, engl. gifted, nl. begaaft, dän. begavet). Über den religiösen Bereich hinaus entwickelt sich begabt zum Ausdruck für jede Ausstattung mit Geistesgaben oder sonstigen guten Anlagen; dazu hochbegabt Adj. (16. Jh.). Begabung f. ‘Befähigung, Anlage, Talent’, vom 14. Jh. an vor allem ein Ausdruck der Rechtssprache für ‘Schenkung, Stiftung, Beschenkung, Vorrechte’, seit dem 18. Jh., der Bedeutung des Adjektivs folgend, auf geistige und gute körperliche Anlagen übertragen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anlage · ↗Fähigkeit · ↗Gabe · ↗Talent
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (an jemandem ist ...) verloren gegangen · (das) Zeug zu (...) haben · hätte (gut / ohne weiteres ...) werden können
Antonyme
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fleiß Fähigkeiten Intelligenz Neigung angeborene außergewöhnliche außerordentliche besondere dichterische eminente geniale herausragende künstlerische lyrische mathematische melodische musikalische musische natürliche organisatorische prophetische rednerische rhetorische schauspielerische schriftstellerische schöpferische ungewöhnliche vielseitige zeichnerische überragende

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Begabung‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie schärften eher ihre geradezu geniale Begabung für äußerste disziplinierte Organisation.
Die Welt, 21.12.2004
Die Koalition habe schon eine "seltene Begabung", ihre eigenen Erfolge schlecht zu vermitteln.
Der Tagesspiegel, 27.10.1999
Aber erst die großen Aufträge in Rom brachten die volle Entfaltung seiner nach Synthese strebenden Begabung.
o. A.: Lexikon der Kunst - R. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31578
Seine künstlerische Begabung hatte er von seinem Vater, einem berühmten Maler, geerbt.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 245
Sein Vater ermutigte ihn in Briefen, diese Begabung, von der beide überzeugt waren, zu pflegen.
Girardon, Renée: Champein. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 9174
Zitationshilfe
„Begabung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Begabung>, abgerufen am 21.09.2017.

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